Zum Lieferumfang des Bose Lifestyle 135 gehört auch ein iPod-Dock. (Bild: Bose)

Im finalen Schritt müssen Sie der Lifestyle 135 noch mitteilen, welche externen Geräte Sie anschließen möchten. Auch das ist ein Kinderspiel. Sie wählen einfach aus der passenden Gerätegattung aus – Bose hat hier so einiges zu bieten –, und wenig später können Sie direkt über den Bildschirm etwa Ihren Blu-ray-Spieler in Betrieb nehmen. Das umständliche Suchen nach der richtigen Eingangsquelle, an der das gewünschte Gerät dranhängen könnte, ist damit Vergangenheit. Die Anzeige »Blu-ray-Player« ist ja auch plausibler als nur die abstrakten Hinweise »HDMI3« oder »EXT2«.

Einwandfreie Kommandos

Werfen wir vor dem ersten Soundcheck noch einen Blick auf die Fernbedienung. Sie hat ordentlich Gewicht und liegt nicht nur deshalb perfekt in der Hand. Witzig: Über den Zeigefinger lässt sich auf der Geräterückseite jederzeit die Beleuchtung aktivieren. Das Display, das man somit auch im Dunkeln wunderbar ablesen kann, hält Sie jederzeit auf dem Laufenden – etwa über den aktuellen Installationsschritt, den Sendernamen oder den Lautstärkelevel. So viel Komfort ist selten. Da dürfte man keine Einwände dagegen haben, dass der Bose-Steuerstab auf Wunsch alle anderen Original-Fernbedienungen der Zusatzgeräte überflüssig macht. Von dieser Option sollte man unbedingt Gebrauch machen. Schließlich ist das Herumhantieren mit mehreren Kommandozentralen kein Vergnügen. Ihr Couchtisch sieht gleich viel aufgeräumter aus. Die Dame des Hauses ist beruhigt. Und die Übertragung der passenden Befehle auf die Bose-Bedienung ist – natürlich menügeführt via TV-Display – rasend schnell erledigt. Ein Lob gibt es für die präzisen Druckpunkte und die klar strukturierte Anordnung der Tasten. So kann man auch gleich den Sendersuchlauf des Radiotuners starten, nachdem die Radioantenne in die Bedienkonsole gesteckt wurde.

Und jetzt bricht es unmittelbar über Sie herein. Nicht das Wunder von Bern mit Rahn, der aus dem Hintergrund schießen müsste und dem schreienden Herbert Zimmermann, sondern das kaum für möglich gehaltene Wunder von Bose. Vergessen Sie alle Radioerlebnisse, die Sie in ihren zurückliegenden Lebensjahren gesammelt haben. Denn die Lifestyle 135 stürmt nicht mit Max Morlock, Ottmar Walter, Hans Schäfer oder Fritz Walter, sondern mit der Kraft, Dynamik und Energie eines Hurrikans, der allerdings keine Zerstörung, sondern Glücksmomente und eine Gänsehaut beschert. Die Raumfülle ist unnachahmlich und derart voluminös, dass man aus purer Neugierde schnell nachschaut, ob hier wirklich nur eine Soundbar und ein Subwoofer ihre Arbeit verrichten. Aber von wegen Arbeit! Wie Arbeit klingt das nicht, was Bose zustande bringt. Vielmehr wirkt das ganze Spektakel ungemein leicht und spielerisch, völlig unverzerrt im Endbereich und unangestrengt bei voll aufgedrehtem Sound. Gerade so, als ob Sepp Herberger heimlich mit 13 oder 14 frischen Kräften gegen die ermatteten Ungarn spielen lassen würde. Und dann noch der Tieftöner. Der macht zusätzlichen Druck, brummelt und stampft vor sich hin, ist allseits präsent so wie »Teufelskerl« Toni Turek, der seinen Vordermännern beim kleinsten Anzeichen einer Schwächephase Beine machte.

Zum Erzeugen besonders breiter Klangbilder setzt Bose auf seine TrueSpace Technologie und die PhaseGuide Array Technologie. Das Resultat: Das, was man hört, ist viel beeindruckender als das, was der Lautsprecher rein von seinen physikalischen Eigenschaften eigentlich im Stande zu leisten ist (von der Papierform her hätten die Deutschen die Ungarn im 54er-Finale ja auch nicht besiegen dürfen). Besonders deutlich wird das, wenn man vom Radio- in den Blu-ray-Betrieb wechselt und sich zum Ton auch noch bewegte Bilder auf den Schirm holt. Bei einer wilden Verfolgungsfahrt durch die Straßenschluchten von New York klingelt, scheppert und kracht es plötzlich an jeder Ecke – von links, von rechts, aus dem Nebenzimmer, von hinten. Da zieht man ganz automatisch seinen Kopf ein und geht in Deckung – schließlich macht sich der spektakulär abfetzende Reifen, der links die Böschung herunterholpert, akustisch genauso bemerkbar wie der Helikopter mit den Bösewichten, der von rechts ins Bild donnert und dann scheinbar mitten durchs Wohnzimmer wegfliegt.