Nach dem Tod von Dr. Ludwig Flich, dem Gründer, Mastermind und langjährigen Organisator der »Klangbilder« in Wien, war der etablierten Hotelmesse keine Zukunft mehr beschieden – zu sehr war sie mit der Person des musikbegeisterten Wieners verbunden, seinem Enthusiasmus in Sachen hochwertiger Musikwiedergabe und seinen »Klangerlebnis-Touren«. Dieses Vakuum in der Weltstadt der Musik füllte die High End Society am vergangenen Wochenende erstmals mit ihrer »Finest Audio Show Vienna« und hat die Besucher bei kostenlosem Eintritt ins Austria Center Vienna in der UN-City im 22. Wiener Bezirk eingeladen.

Für mich begann diese Messe mit einem entspannten Frühstück in einem alteingesessenen Wiener Kaffeehaus, dem Café Prückel im ersten Bezirk, das ich stets besuche, wenn ich in Wien bin. So gestärkt nahm ich den Besuch des weitläufigen Messeareals in Angriff. Abgesehen von einer größeren, offenen Halle und einigen Durchgangsatrien waren die meisten Aussteller in Räumen untergebracht, die die beiden Ausstellungsebenen säumten. Es gab ein paar großzügigere Vorführräume, die meisten Räume waren jedoch eher winzig und bei einigen stellte sich die Frage, ob die Quadratmeteranzahl überhaupt zweistellig war. Diese Kleinsträume sind höflich formuliert eine akustische Herausforderung. Manche, aber durchaus nicht alle Aussteller haben dennoch eine gute, sprich klingende Vorführung hinbekommen.

Ein weiterer, unangenehmer Nebeneffekt war die stickige Luft in den kleinen Ausstellungszimmern, die nach ein paar Hörsessions vorherrschte. Als dann gleich mehrere Aussteller zeitgleich auf die glorreiche Idee gekommen sind, die Türen während der Vorführungen offen zu lassen, um frische Luft hineinzulassen, herrschte ein babylonisches Musikwirrwarr auf den Gängen und in den Hörräumen. Was die vorgeführte Musik anging, habe ich mit großer Freude feststellen können, dass sehr viel Dire Straits und Mark Knopfler zu hören war, was meiner Musikseele natürlich sehr zugute kam.

Am überzeugendsten fand ich die Vorführungen bei Luxman und beim Fink Team. Karl-Heinz Fink hat die neue Epos ES7N vorgestellt, einen kleinen Regallautsprecher, der auf Ständern freistehend und mit Canor-Elektronik angetrieben traumhaft musizierte – interessanterweise spielte er, in ein Regal gestellt, nicht viel schlechter. Wie geht das denn? Nun, Epos hat der Passivbox einen Schalter spendiert, mit dem er sich in einen dem Einsatzort entsprechenden Modus versetzen lässt. Ich bin mal gespannt, wie dieser Lautsprecher, der ab nächstem Frühjahr verfügbar sein soll, bei den Kunden ankommt. Ein weiteres Schmankerl war der neue Canor-Vollverstärker Virtus A3, welcher ebenfalls im Frühjahr auf den Markt kommen wird. Die Slowaken haben ihrem Top-Vollverstärker ein Display im Lautstärkedrehknopf spendiert, was ihn in meinen Augen optisch noch attraktiver macht.

Für die Vorführung bei IAD hatte Izumi Saito, Vertriebschefin von Luxman, den ersten von den Japanern hergestellten Streaming-Transport sowie das neue Vollverstärker-Flaggschiff L-509Z mitgebracht. Im Verbund mit dem ebenfalls gerade erst auf den Markt gekommenen Plattenspieler PD-191A und den Wilson-Benesch- Lautsprechern Discovery 3zero garantierten sie Musikgenuss auf Ausnahme-Niveau. Diese Vorführung lud zu langem, genussvollen Verweilen ein.

Weitere Eindrücke von der Finest Audio Show Vienna gibt es in bildlicher Form auf den folgenden Seiten.

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