Bei der Wahl der Kontakte in seinen Verstärkern hat Westminsterlab-Chef Angus Leung klare Vorstellungen: Sie müssen von WBT sein. Vor wenigen Wochen besuchte der Chef des in Hongkong ansässigen Unternehmens zum ersten Mal die Produktionsstätte im Essener Süden. Sein knappes Fazit: »Ich bin schwer beeindruckt.« Der Grund dafür dürfte auch darin liegen, dass WBT bis heute vielfach unterschätzt wird – sowohl was die Größe des Unternehmens betrifft als auch die Akribie bei der Fertigung von etwas so vermeintlich Simplem wie Steckverbindern. Doch im 41. Jahr seines Bestehens ist der Essener Steckverbinderspezialist längst mehr als eine Adresse für audiophile Komponenten: WBT ist ein Statement für den Anspruch, dass kein Detail zu klein ist, um es zu perfektionieren. Canton-Entwicklungschef Frank Göbl brachte den Einsatz von WBT-Terminals in den Lautsprechern der Reference-Serie kürzlich auf den Punkt: »Wir verwenden hochwertige Anschlussterminals von WBT, weil wir den Signalweg bis ins Detail ernst nehmen.« Für Kunden ist der WBT-Einsatz an hochwertiger Elektronik und Lautsprechern folglich ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Hersteller sein Produkt bis zum Ende durchdacht hat.
Warum werden die Verbinder dann nicht flächendeckend eingesetzt? Die Antwort ist simpel: Manchen ist ihr Einsatz zu kostspielig – was angesichts der aufgerufenen Preise der angebotenen Produkte mitunter geradezu paradox wirkt und mit qualitativem Anspruch wenig zu tun hat. Wer die Notwendigkeit hochwertiger Steckverbinder nicht sieht, argumentiert gelegentlich nach dem Motto, man könne »auch einen Regenwurm an die Kette legen« – oder man schieße »mit Kanonen auf Spatzen«. Damit ist die Diskussion meist beendet. Aber ist musiktransportierender Strom wirklich nur Strom? Bei der elektrischen Übertragung von Audiosignalen handelt es sich – im Gegensatz zur einfachen Energieübertragung – um ein hochkomplexes, mehrdimensionales Informationsproblem: Musik umfasst ein breites Spektrum an Frequenzen, Lautstärken und Phasenbeziehungen, die allesamt nanosekundengenau auf einer gemeinsamen Zeitachse reproduziert werden müssen. Steckverbinder spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn sie sind weit mehr als ein simples Verbindungsstück – durch ihre Metallmasse, Kontaktgeometrie und Materialwahl beeinflussen sie maßgeblich Wellenwiderstand, Breitbandigkeit und Phasentreue des Signals. Fehler in diesen Parametern sind nichtlinearer Natur und damit nicht korrigierbar. Ein hochwertiger Audio-Steckverbinder zeichnet sich daher durch eine optimierte Signalleitergeometrie zur Minimierung von Skin- und Massespeichereffekten, einen definierten Wellenwiderstand, maximale Breitbandfähigkeit sowie hochwertige Kontaktmaterialien wie Kupfer oder Silber aus.
Um diesen Grad an Perfektion zu erreichen, lohnt sich ein Blick zurück: Als Wolfgang B. Thörner Anfang der 1980er-Jahre noch als Student in kleinen Clubs Schallplatten auflegte, war Musik für ihn weit mehr als Zeitvertreib. Sie bedeutete Leidenschaft, Ausdruck und Antrieb zugleich. Schon damals achtete er besonders auf hochwertiges HiFi-Equipment. Doch selbst bei ausgezeichneten Komponenten stieß er immer wieder auf denselben Schwachpunkt: die Steckverbinder. Unzuverlässige Kontakte, fehlende Normierung und mechanische Mängel machten schnell deutlich, wo das schwächste Glied in der audiophilen Kette lag.