Seit Anfang des Jahres wird Deutschlands führende High-End-Manufaktur Burmester von den Geschäftsführern Thorsten Poenig und Thomas Schneider geleitet, die beide aus dem Unternehmen kamen. Die Tatsache, dass Burmester das operative Geschäft auf zwei Paar Schultern verteilt, überraschte viele und man fragte sich, wie ein solches Modell in der Praxis funktionieren könnte. Im Cockpit eines modernen Flugzeugs sitzen zwar auch zwei gleich qualifizierte Piloten, von denen aber abwechselnd der eine oder der andere das Kommando hat – beim Fliegen ist also praktisch immer ein vollwertiger Ersatzprofi mit von der Partie. In der Politik dagegen teilt sich inzwischen oft ein Duo den arbeitsintensiven Vorsitz und natürlich auch die Verantwortung. Burmester setzt mit seiner Konstruktion indessen auf ein drittes Modell: Zwar überschneiden sich die Arbeitsbereiche der beiden Führungskräfte teilweise, aber faktisch ist jeder für einen eigenen Bereich verantwortlich. So kümmert sich Thomas Schneider um Produktion, Entwicklung und Organisation und Thorsten Poenig um Vertrieb, Marketing und Finanzen.
Wer in Berlin die »heiligen Hallen« von Burmester betritt, stößt auf den Fluren regelmäßig auf Exponate aus vergangenen Zeiten – Zeugnisse einer einzigartigen Geschichte, auf denen der Erfolg des Unternehmens beruht. Gleichzeitig weht ein frischer Wind durch die Firma. Im Vergleich zu vielen Wettbewerbern ist der Altersdurchschnitt im Team deutlich niedriger, und auch der Frauenanteil liegt über dem Gewohnten. Vieles hat sich seit den Anfängen 1977 verändert, doch eines ist konstant geblieben: das Bekenntnis der Berliner Manufaktur zu handwerklicher Perfektion und höchster Klangqualität. Dass sich an diesen Werten auch in Zukunft nichts ändert, dafür steht die neue Doppelspitze, die i-fidelity.net im Interview Rede und Antwort stand.