Mittlerweile ist es in Hongkong dunkel geworden. Davon habe ich allerdings wenig bemerkt, sitze ich doch im fensterlosen Hörraum von WestminsterLab und genieße dort Musik in allerhöchster Klangqualität. Verantwortlich für die Titelauswahl ist Angus Leung, Gründer, Inhaber und vor allem Motor dieser noch jungen Marke. Aber wie ist dieses High-End-Unternehmen überhaupt entstanden, wenn doch der Kopf des Unternehmens eigentlich studierter Architekt ist? Angus Leung beschäftigt sich seit seinem dreizehnten Lebensjahr mit Musik und Klangqualität, wie er mir erzählt. Im Fokus stand für ihn jedoch nicht nur der reine Genuss, ihn interessierte auch immer das Ursache-Wirkungsprinzip: Wenn etwas außergewöhnlich tönt, muss es dafür eine Ursache geben.
In späteren Jahren lernte Angus Leung dann, wie man defekte Geräte repariert. Das lieferte ihm erste Einsichten in die »Rezeptur« verschiedener Hersteller. Es dauerte nicht lange, bis er schließlich das Know-how zum Tunen verschiedener Komponenten erlangte. Unterstützt wurde er bereits in dieser Zeit von seinem Kollegen Felix Fen, der ihn bis heute bei WestminsterLab begleitet. Dass auf diesem fruchtbaren Boden irgendwann das erste eigene Produkt entstand, war da schon fast logisch. Überraschend war nur, dass es ein USB-Kabel war, das Angus Leung vor gut 12 Jahren auf den Markt brachte, denn zu jener Zeit besaßen hochwertige USB-Verbindungen noch Seltenheitscharakter. Angus Leung hatte für dieses Projekt mit verschiedenen Verseilungstechniken und Materialien experimentiert, wobei alle Versuche eines gemeinsam hatten, wie er erzählt: Sie waren Standardkabeln klanglich überlegen. Nach vielen Experimenten hatte er schließlich die punktgenaue Mischung gefunden, zu der er sich natürlich nicht im Detail äußern möchte.
Stattdessen gewährt er mir den Zugang zur Produktionsstätte. Angesichts der vielen »Zutaten« ist mir schnell klar geworden, dass die Kabel aus dem Hause WestminsterLab nicht »einfach gestrickt« sind, sondern auf einem komplexen Aufbau und profunder Materialkunde basieren. Heute liefert das Unternehmen neben den USB- auch weitere Digitalverbindungen, die in den vier Performance-Stufen »Standard«, »Standard Carbon«, »Ultra« und »Ultra Carbon« erhältlich sind. Bei aller Tüftelei spielten von Beginn an aber auch Messungen eine aussagekräftige Rolle bei der Kabelentwicklung. Leung bestätigt, dass sich auf dieser Basis sowohl in puncto klanglicher als auch technischer Betrachtung exzellente Ergebnisse erzielen lassen. Mit dem Know-how in Sachen Kabel im Rücken erfolgte schließlich die Entwicklung und Konstruktion der Endstufe »Unum«, die auf der High End 2015 in München Premiere feiern konnte. Deren enormes Potential transferierte Angus Leung schließlich in die Vorstufe »Quest« und in die Monoblöcke »Rei«.
Der Vorverstärker Quest lässt sich auf der Eingangsseite modular bestücken. Beispielsweise kann zwischen Phono-Cinch und -XLR gewählt werden, und auch für die Tonabnehmer von DS Audio gibt es einen eigenen Eingang. Letzterer ist übrigens für mich ein weiterer Hinweis auf das Streben nach höchster Klangqualität. Während des Besuchs in Hongkong entdeckten wir den brandneuen Phonovorverstärker »Monologue«, der wohl gegen Ende des Jahres lieferbar sein wird. Zu unserem Glück spielte der Neue schon in der Demo-Anlage von WestminsterLab, deren qualifizierten Vorführer Sie auf den kommenden Seite noch näher kennenlernen können.