Im Leben gibt es immer wieder Überraschungen, positive, negative, nachhaltige und auch sich schnell verflüchtigende. Je tiefer man allerdings in einer Materie steckt, desto seltener werden unerwartete Ereignisse. Kommen diese dennoch vor, wiegen sie umso schwerer. Mir ist dies in Bezug auf die Thematik »Streamer« widerfahren. Als die ersten Geräte dieser Kategorie auf dem Markt erschienen sind, musste man in puncto Klangqualität noch tolerant sein – diese Erfahrung haben wir ja schon bei der Einführung von CD-Spielern gemacht. »Das wird schon noch« lautete der zur Beruhigung dienende Satz. Und das wurde es ja auch, aber dennoch wollte ich mit Streamern nur wenig, besser gar nichts zu tun haben. Zum Glück gab und gibt es bei i-fidelity.net den engagierten Kollegen André Schwerdt, der die Thematik voll und ganz lebt.
Doch dann fiel meine konsequente Streaming-Abstinenz dem IAD-Produktmanager Krey Baumgartl auf. Auch ihm sind die negativen Erfahrungen mit diesen Komponenten nicht unbekannt. Sein cleverer, als Vorschlag getarnter Schachzug lautete, dass ich mein Urteil mal mit einem Streamer aus dem Hause Lumin überprüfen solle. Gesagt, getan und nachhaltig überrascht, lautet die Kurzform dessen, was ich mit dem T3 seitdem erlebt habe. Dass die Lumin-Geräte mustergültigen Komfort bieten, hat sich inzwischen herumgesprochen. Klickt man sich in der Folge durch die unterschiedlichen Kategorien von Streaming-Anbietern wie Tidal oder Qobuz, stellt man darüber hinaus jedoch hocherfreut fest, dass bei Lumin die Klangqualität eine noch größere Rolle spielt.
Seit über einem Jahrzehnt gehört der SACD-Spieler Marantz SA-KI Pearl zu meinem vertrauten und häufig genutzten Equipment. Wenn man etwas so lange kennt, weiß man um die Stärken und Schwächen bis ins Detail. Bezüglich der Klangqualität musste sich der Marantz nie vor einem Streamer fürchten. Natürlich war er einem dCS Bartók nicht gewachsen, aber der kostet eben auch das Siebenfache. Der T3 von Lumin ist mit 4.990 Euro zwar auch teurer als der Marantz, aber die Differenz ist deutlich geringer. Ich erinnere mich noch gut an diesen Abend vor ein paar Monaten, als ich beide Geräte im Vergleich hörte. Es lief das Intro der unter anderem von Pat Metheney geschriebenen Filmmusik »The Falcon And The Snowman«: Auf die glockenhelle Stimme eines Jungen folgte ein Chor, und diese Aufnahme begeisterte mit einem unglaublichen Maß an Luftigkeit. Schweren Herzens musste ich mir damals eingestehen, dass die Performance des Lumins die des Marantz in fast allen Belangen übertraf.
Dieser T3-Streamer hat es also geschafft, mein Urteil über diese Gerätekategorie zu ändern. Was mich dabei allerdings wirklich überraschte, war die Herkunft des Lumins. Denn dieser hochwertige Streamer stammt von keinem der renommierten Audio-Hersteller, sondern von einer relativ jungen Firma aus Hongkong, die sich mit der Erzeugung von hochwertigen Bildern einen Namen gemacht hat. Die Geschichte von Lumin beginnt bei einem Unternehmen namens Pixel Magic in Hongkong – und dort hat sich i-fidelity.net auf Spurensuche begeben.