Über den Umfang der Berichterstattung von der CES wird sich kaum jemand beschweren können. Von Spiegel Online bis zu den überregionalen Printmedien waren nicht nur die deutschen Verlage in großer Bandbreite vertreten. Kein Wunder, denn der Ort des Geschehens, Las Vegas, ist immer eine Luxus-Dienstreise wert. Obwohl es nüchtern betrachtet eine lange und teils beschwerliche Tour ist. Immerhin dauert der Flug von Deutschland aus mindestens 12 Stunden und da sind Wartezeiten, die durch die Einreiseformalitäten in die USA entstehen, nicht mit inbegriffen.

Aber der Aufwand lohnt sich. Die CES liefert immer Trends, die das ganze Jahr über Bestand haben. 2010 stand 3D-Bildwiedergabe im Mittelpunkt. Entsprechend verlagerte sich die Berichterstattung in diese Richtung. Wir äußerten uns damals skeptisch gegenüber der 3D-Thematik und lagen damit goldrichtig. Die Hersteller sind insbesondere von Absatzzahlen des vierten Quartals 2010 (Weihnachtsgeschäft) enttäuscht. Aber wundert das wirklich jemanden? Gerade erst haben die meisten Haushalte auf HD-Flachbildschirme umgestellt und einige auch den DVD- gegen einen Blu-ray-Spieler ausgetauscht.

Hersteller, die erwarten, dass diese Komponenten allesamt sofort gegen 3D-fähiges-Material ausgetauscht werden, unterschätzen Intelligenz und Geldbeutel ihrer Kunden gleichermaßen. Immerhin ist die Faszination der HD-Bildwiedergabe nicht gesunken. Ein Aspekt, dem viele neue Full-HD-Fernsehgeräte Rechnung trugen. Denn mit überragender Bildqualität liefern die Hersteller immer noch das beste Argument für Neuanschaffungen. Doch so ganz wird von der 3D-Thematik nicht gelassen, denn Toshiba stellte beispielsweise erste Geräte vor, die gänzlich ohne die sonst obligatorische Brille 3D-Inhalte wiedergeben können. Immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

Was war dieses Jahr Top-Thema der CES?

Tablet-Computer! Immerhin wurden rund 80 neue Geräte vorgestellt, die allesamt Jagd auf das unfassbar erfolgreiche iPad von Apple machen sollen. Ob die Hersteller mit ihren Einschätzungen des Marktpotentials aber richtig liegen, darf bezweifelt werden. Denn es gilt zu unterscheiden, ob die Nutzer wirklich an dieser Gerätegattung interessiert sind, oder tatsächlich, wie wir vermuten, nur am iPad.

Immerhin hat das attraktive Apple-Produkt auch längst seinen Weg in die High-End-Szene gefunden. Davon konnten sich die Fachbesucher im luxuriösen Venetian-Hotel überzeugen, in dem die Aussteller hochwertiger Audioprodukte versammelt waren. Nicht nur, dass in fast jeder Vorführung auch Laptops (kabelgebunden) als Musikquelle zum Einsatz kamen war erstaunlich. Sondern vor allem in welchem Maße das iPad inzwischen sowohl als Fernbedienung als auch als Musikbibliothek drahtlos genutzt werden kann. Ein Wunder in der sonst eher konservativ geprägten Szene.

Überzeugend waren diverse Demonstrationen in dieser Konstellation allerdings nicht alleine aufgrund des enormen Komforts, den diese Lösung bietet, sondern vor allem auch deshalb, weil die Klangqualität stimmte. Um nur drei Aussteller vorweg zu nennen, bei denen es im Sinne der Klangqualität hervorragend funktionierte: Meridian, Magico und Micromega. Damit ist jetzt schon klar, was uns auf der HIGH END-Show in München im Mai diesen Jahres erwarten wird: Computer als akzeptierte Quelle hochwertiger Musikwiedergabe.

i-fidelity.net hat für Sie auf den folgenden neun Seiten Bilder der verschiedenen Vorführungen vorbereitet, um Ihnen Eindrücke vom High-End-Part der CES zu vermitteln.