Hollywood – immer hin- und hergerissen zwischen technischer Innovation und konservativer Geschäftspraxis, kehrte dem 3D-Thema den Rücken und konzentrierte sich auf andere Bereiche, um den Zuschauer zu begeistern und wieder ins Kino zu locken. So war es vor allem die Tonwiedergabe, die Mitte der 70er-Jahre von Stereo-Ton auf Dolby Stereo umschwang. Plötzlich sorgten mehrere Tonkanäle für sphärischen Raumklang. Mit dem Einzug digitaler Audiotechnik konnten die Sound-Designer endgültig ihrer Kreativität freien Lauf lassen, wobei 1992 »Batman Returns« als erster 5.1-Film (Dolby Digital) in die Kinos kam und Steven Spielberg 1993 seinem Film »Jurassic Park« mit Hilfe des »Digital Surround«-Formates (DTS) eine erschreckend realistische Soundkulisse spendierte.

Bildquelle: Mit freundlicher Unterstützung der Warner Bros. Entertainment GmbH. Auch als Blu-ray Disc erhältlich.

Es war zum wiederholten Male George Lucas, der mit alten (Hollywood-)Gewohnheiten brach, um die Vorgeschichte (sogenannte »Prequels«) seiner in den 80er-Jahren so erfolgreichen Star-Wars-Trilogie in den Kinos zu erzählen. 1999 war »Star Wars Episode I – Die Dunkle Bedrohung« der erste Kinofilm, der digital projiziert wurde – ein Meilenstein in der Geschichte der Filmtechnik. George Lucas’ Film war somit Türöffner für das »Digital Cinema«, das zu jener Zeit noch in den Kinderschuhen steckte und sich von nun an immer mehr Anhängern erfreute. »Star Wars Episode II – Angriff der Klonkrieger« wurde bereits vollständig digital produziert, was bedeutet, dass nicht ein einziger Meter analogen Filmmaterials belichtet und somit ausschließlich mit digitalen Filmkameras gedreht wurde. Nach und nach rüsteten immer mehr Kinos auf Digital Cinema auf, was die Anschaffung eines digitalen Filmprojektors nebst Abspielsystem erforderte.

Star Wars: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung. © Lucasfilm Ltd. & TM.  All rights reserved.
Der Meister und sein Werkzeug: George Lucas mit digitaler Filmkamera am Set von Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger. © Lucasfilm Ltd. & TM.  All rights reserved.

Entwicklung der Hardware

2005 brachten die Disney-Studios mit »Chicken Little« den ersten digitalen 3D-Animationsfilm in die Kinos. Voraussetzung hierfür waren Digital Cinema-Projektoren, die problemlos für 3D-Projektion aufgerüstet werden können, um das 3D-Erlebnis ins Kino zu bringen. Es sind Firmen wie RealD, XpanD und Dolby (Dolby 3D), die Nachrüst-Systeme für Digital Cinema-Projektoren anbieten und DCI-konforme* 3D-Wiedergabe-Systeme herstellen.

*DCI = Digital Cinema Initiative; Die Organisation zur Festlegung von Digital Cinema Standards

Bildquelle: Mit freundlicher Unterstützung der Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH.