Handelt es sich dabei tatsächlich um einen Meilenstein der Technik oder bloß um eine Medien-Hysterie, die aufgrund von James Camerons Erfolg mit »Avatar« mit immer neuem Zündstoff versorgt wird und einfach nicht herunterbrennen möchte? Schließlich war 3D doch eine längst totgeglaubte Mode-Erscheinung, oder etwa nicht?

Stereo-3D – Medien-Hysterie oder Renaissance vergessener Technik?

3D-TV – Kaum ein Begriff steht derzeit wohl mehr im Interesse der internationalen Fachpresse als das »Dreidimensionale Fernsehen«, welches sowohl auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) als auch auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas (CES) zum Haupt-Thema gekürt wurde. Doch was ist überhaupt Stereo-3D? Handelt es sich dabei tatsächlich um einen Meilenstein der Technik oder bloß um eine Medien-Hysterie, die aufgrund von James Camerons Erfolg mit »Avatar« mit immer neuem Zündstoff versorgt wird und einfach nicht herunterbrennen möchte? Schließlich war 3D doch eine längst totgeglaubte Mode-Erscheinung, oder etwa nicht?

Denken wir an 3D, so fallen uns unweigerlich die meist eher amüsanten Erlebnisse in Vergnügungsparks ein, bei denen uns beim Betreten eines Kinos cyan-rote Pappbrillen ausgehändigt wurden, die dem Zuschauer zumindest annähernd das Gefühl vermitteln sollten, den Fischen auf der Leinwand die Flosse schütteln zu können. Schossen Hai oder Muräne aus einer Felsspalte hervor, dann zuckte man zudem zusammen, was durchaus für den einen oder anderen Lacher sorgte. Dass die Farbwiedergabe jedoch irgendwie nicht der des Farbfernsehgerätes daheim entsprach, bemerkte man nur unterschwellig, während leichte Kopfschmerzen, Grummeln in der Magengrube oder Brennen der Augen bereits nach kurzer Zeit auffällig waren – weshalb die Filme auch eher »Filmchen« mit Spielzeiten zwischen fünf und zehn Minuten Länge waren.

Eben jene Nebenerscheinungen waren es, die der einst so starken 3D-Welle der 50er-Jahre den Garaus machten. Filme wie »Bwana Devil«, »Creature from the Black Lagoon« oder »House of Wax« spielten – erstaunlicherweise trotz ihres B- oder gar C-Movie-Status – zur Freude Hollywoods beachtliche Gewinne ein. Doch aufgrund oben erwähnter Zuschauer-Beschwerden konnte sich das 3D-Kino nicht durchsetzen und verschwand nach wenigen Jahren so schnell, wie es gekommen war.

Bildquelle: Mit freundlicher Unterstützung der Warner Bros. Entertainment GmbH.