Sonus-Faber im Auto – Interview mit Fiore Cappelletto

 

14.07.2021

Im neuen Maserati-Sportwagen MC20 ist eine Musikanlage von Sonus Faber installiert. Wir wollten vom dafür verantwortlichen Automotive-Manager Fiore Cappelletto wissen, wie es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist.

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Das Premium-Soundsystem von Sonus Faber klingt im Maserati MC20 überragend.

Als General Manager für die McIntosh Group Automotive ist Fiore Cappelletto zuständig für die Implementierung der Marken McIntosh und Sonus Faber im Automobilbereich. Seine Wurzeln hat der Italiener beim traditionsreichen Lautsprecher-Hersteller Sonus Faber. Das neueste Klang-Projekt befindet sich im Maserati-Supersportwagen MC20. i-fidelity.net hat sich bei ihm erkundigt, wie es zu der Kooperation gekommen ist.


i-fidelity.net:    Ist die Zusammenarbeit mit Maserati das erste High-End-Auto-Audio-Erlebnis für Sonus Faber?

Fiore Cappelletto:
    Die Zusammenarbeit mit Maserati ist nicht die Premiere für Sonus Faber im Automobil-Bereich. Bereits 2013 haben wir für den Supersportwagenhersteller Pagani das erste Premium-High-End-Audiosystem entwickelt. Es lieferte 1.200 Watt Leistung und war damit dreimal stärker als das Standard-Soundsystem des Pagani Huayra. Die Resonanz auf unser System war hervorragend und bestärkte die beteiligten Sonus-Faber-Entwickler darin, diesen Weg weiter zu beschreiten.
Heute gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Sonus Faber und Maserati ganz anders. Das für den Supersportwagen MC20 entwickelte Audiosystem ist das erste einer Serie. Tatsächlich werden Sonus-Faber-Premium- und High-Premium-Audiosysteme in der gesamten künftigen Maserati-Produktlinie präsent sein. Unsere Sound-DNA wird also integraler Bestandteil sein. Die Zusammenarbeit zwischen unseren Teams gelingt exzellent, was beide Seiten anspornt, mit jedem neuen Schritt besser zu werden. Das Fundament in der Verbindung zu Maserati sehe ich besonders bei diesen übereinstimmenden Punkten: italienische Kultur, Leistung, Tradition, Luxus und Handwerkskunst.


i-fidelity.net:    Gibt es in der McIntosh-Gruppe noch andere Aktivitäten in puncto Hochleistungs-In-Car-Systemen?

Fiore Cappelletto:    Ja, die gibt es. In den vergangenen vier Jahren haben wir gründlich daran gearbeitet, eine solide Zusammenarbeit zwischen unserer legendären Marke McIntosh und Jeep aufzubauen. Im September 2020 und Anfang 2021 erblickten die Projekte, an denen wir gearbeitet haben, mit folgenden Fahrzeugen das Licht der Welt:

  • Grand Wagoneer Concept (September 2020) ausgestattet mit McIntosh MX1375 Reference Entertainment System
  • Jeep Grand Cherokee L (Januar 2021) mit McIntosh MX950 Entertainment-System
  • Grand Wagoneer und Wagoneer (März 2021), ausgestattet mit McIntosh MX950 Entertainment System und MX1375 Reference Entertainment System.

Wie bei der Zusammenarbeit zwischen Sonus Faber und Maserati wollten wir bei McIntosh mit einer Marke zusammenarbeiten, die unsere Soundphilosophie und Marken-DNA bestmöglich repräsentiert. Jeep/Stellantis hat die Mission, exklusive Fahrzeuge der Spitzenklasse zu produzieren. Sowohl Jeep als auch McIntosh sind amerikanische Marken mit langer erfolgreicher Geschichte. So bereichern die erstklassigen Soundsysteme nun ebensolche Fahrzeuge.


i-fidelity.net:    Wenn es sich nicht um einen privaten Hörraum handelt, sondern um das Innere eines Autos, vor welchen Herausforderungen stehen Sie dann?

Fiore Cappelletto:
    Die Arbeit in einer Autoumgebung unterscheidet sich sicherlich stark von der häuslichen Umgebung. Da gibt es sowohl Chancen als auch Risiken. Der Innenraum weist viele reflektierende Oberflächen mit unterschiedlichen Winkeln auf. Denken Sie nur an die Windschutzscheibe oder die Fenster. Hinzu kommen unebene Oberflächen wie beispielsweise das Cockpit, und selbst die Position des Head-Up-Displays nimmt Einfluss. Auch die sogenannte »Systemarchitektur« – also die Platzierung der Chassis an bestimmten Orten – ist von größter Bedeutung. Da gibt es dann schon mal längere Diskussionen mit den Automobilpartnern. Schlussendlich ist es aber die Aufgabe unserer Ingenieure, die Vorgaben zu respektieren und dafür dann die bestmögliche Klanglösung zu finden. Doch das stellt sich sicher auch mancher einfacher vor, als es in der Praxis ist. Schließlich nimmt die Abstimmungsphase des Systems sehr viel Zeit in Anspruch. Da wird an den Treibern gefeilt und die Elektronik justiert, was so lange geschieht, bis die Köpfe beider Teams nicken.


i-fidelity.net:    Das Klangerlebnis des Sonus-Faber-Systems im Maserati MC20 ist beeindruckend. Wie lange hat das Team daran gearbeitet?

Fiore Cappelletto:    Sonus Faber und Maserati haben bereits in den vergangenen vier Jahren eng zusammengearbeitet. Davon sind die letzten 24 Monate intensiv für die Entwicklung des MC20-Premium-Soundsystems verwendet worden. In dieser Zeit sind Hardware-Entwicklung, Industriedesign, Abstimmung und schließlich die Freigabe erfolgt.  i-fidelity.net-Redakteure sind den Maserati MC20 gefahren und haben sich das Premium-Soundsystem von Sonus Faber angehört. Hier geht es zum Bericht.