Im digitalen Olymp: Premiere des dCS Varèse bei Audio Reference

Zum dCS Varèse passend übernahm feinste Elektronik aus dem Hause D'Agostino die Verstärkung, während für die präzise Schallwandlung die Chronosonic XVX von Wilson Audio sorgte.

02.02.2026

Am Vorabend der diesjährigen Norddeutschen HiFi-Tage schuf der Hamburger Vertrieb Audio Reference einen Moment, der in der audiophilen Welt noch lange nachhallen dürfte: die Deutschland-Premiere des dCS Varèse, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als bester Streamer der Welt gelten kann.

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Das fünfteilige Varèse-System setzt neue Maßstäbe für Streaming-Systeme. (Links im Rack).

Der Produktspezialist der britischen Marke, Alasdair McDonald, war eigens für dieses Event angereist, um dem Publikum nicht nur technische Daten, sondern auch die Entstehungsgeschichte hinter diesem außergewöhnlichen Meisterwerk zu vermitteln. McDonald eröffnete mit einem grundlegenden Prinzip, das dem Varèse-Projekt zugrunde liegt: »Build-From-Scratch« – ein radikaler Neuanfang, der nicht auf vorhandenes Know-how zurückgreifen, sondern auf einer komplett neuen technischen Architektur basieren sollte. Was dadurch klanglich möglich wurde, habe man sich anfangs kaum auszumalen gewagt. Mit finanziellem Blankoscheck sind die Möglichkeiten quasi unbegrenzt. Weil es keine Alternative zum Erreichen des akustischen Gipfels gab, dauerte der Entwicklungsprozess zwei Jahre länger als ursprünglich geplant.

Der dCS Varèse ist mehr als ein klassischer Streamer oder DAC: Es handelt sich um ein modular aufgebautes, technologisch umfassend neu interpretiertes Musiksystem, das Präzision, Transparenz und emotionale Glaubhaftigkeit auf ein Niveau hebt, das zuvor selbst von dCS nicht erreicht wurde. Im Zentrum steht dabei der Core, ein technologisches Meisterwerk, das Streaming, digitale Signalverarbeitung und die Verteilung aller relevanten Steuer- und Timing-Signale übernimmt. Dieses Herzstück arbeitet mit neuen Protokollen wie »Actus« – einer maßgeschneiderten Schnittstelle, die Audio-, Steuer- und Timingsignale über eine einzige Verbindung transportiert – und sorgt für ein Höchstmaß an Synchronisation und Effizienz im System.

Ein weiterer Meilenstein ist die konsequente Umsetzung eines Dual-Mono-DAC-Prinzips, bei dem jeder Audiokanal in einem eigenen Gehäuse mit einer kompletten Neuentwicklung des bewährten dCS Ring DAC verarbeitet wird. Ergänzt wird das System durch eine präzisionsgetaktete Master Clock und die mit einem hochauflösenden Touchscreen bestückte Bedieneinheit, die zusätzlich über eine elegante Fernbedienung oder die neue Mosaic ACTUS-App genutzt werden kann.

Die Komponenten des Varese sprechen eine klare Designsprache: massive, CNC-gefräste Aluminiumgehäuse, ergonomisch durchdachte Interfaces und ein Gesamtaufbau, der dem Anspruch eines Super-HiFi-Systems gerecht wird. Die modulare Struktur erlaubt späteren Ausbau mit Zusatzkomponenten wie einem Transport für CD/SACD-Wiedergabe.

In der Hörsession nutzte McDonald die Gelegenheit, das neue Flaggschiff direkt gegen den bisherigen Vivaldi-Streamer antreten zu lassen – ebenfalls aus einer Reihe einzelner Komponenten aufgebaut. Die Unterschiede waren für die Zuhörer deutlich hörbar: Das Varèse-Streaming-System entfaltete eine Dimension von Auflösung, Dynamik und Raumtiefe, die jenseits des bereits exzellenten Vivaldi-Systems lag. Stimmen standen mit einer greifbaren Präsenz im Raum, feinste Details zeichneten sich mit einer Klarheit ab, die in der High-End-Digitalwelt neue Maßstäbe setzt.

Am Ende der Präsentation herrschte im Audio Reference-Hörraum ein fast andächtiges Verständnis dafür, was mit dem Varèse möglich ist: ein digitales Streaming-System, das nicht nur Daten wandelt, um sie dann nüchtern abzuspielen, sondern Musik in ihrem gesamten Spektrum erlebbar macht – näher, lebendiger und vollständiger als je zuvor.

Modell:
dCS Varèse
Preis:
299.000 Euro