Clemens Christian Poetzsch »Chasing Heisenberg«

09.09.2022

Werner Heisenberg gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Mit seiner 1927 formulierten »Heisenbergschen Unschärferelation« begründete er die Quantenphysik und wurde 1932 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Er fand heraus, dass Ort und Impuls eines Teilchens nicht gleichzeitig genau zu bestimmen sind.

Diesem Prinzip und seinem Entdecker ist das neue Album des Dresdner Komponisten und Pianisten Clemens Christian Poetzsch gewidmet. Es bildet damit den letzten Teil seiner Trilogie nach »The Soul of Things« und »Remember Tomorrow«. Denn über ihre Bedeutung innerhalb des wissenschaftlichen Kontexts hinaus berührt die Heisenbergsche Unschärferelation auch etwas, das viel existentieller ist: sie beweist mathematisch, dass sich einige Dinge außerhalb unserer Reichweite befinden und unerkennbar bleiben.

Diese Unbekannte liegt, so Poetzsch, jedem künstlerischen Streben zugrunde, nicht zuletzt auch seinem eigenen: »Alles, was ich tun kann, ist musikalische Ressourcen wie Spieltechniken oder Harmonielehre zu nutzen, um optimale Umstände zum Komponieren und Spielen zu schaffen. Und doch ist die essentielle Komponente, der Funken, den wir Inspiration nennen, etwas, das man nicht erzwingen oder vorhersehen kann.« Mit »Chasing Heisenberg« scheint der Komponist aufgehört zu haben, das Unlösbare lösen zu wollen und findet sich stattdessen mit dem Mysterium ab. »Dieser Funke versetzt mich und jeden anderen Künstler in die Lage, authentische Kunst zu schaffen. Wir streben unser ganzes Leben danach, versuchen es zu verstehen und reduzieren es auf eine Formel - und doch werden wir es nie schaffen, in seine innersten Natur vorzudringen.«

»Chasing Heisenberg« kommt am 11. November heraus, die erste Single <link https: www.youtube.com external-link-new-window internal link in current>»Flimmern« ist bereits veröffentlicht.