Regula Mühlemanns neues Album »Fairy Tales«

03.08.2022

Regula Mühlemann und das Ensemble spannen den sowohl stilistisch wie klanglich weiten Bogen von klein besetzter Barockmusik bis hin zu orchestraler Strahlkraft in Arrangements von Wolfgang Renz. Diese verleihen dem »Fairy Tales« Album einen ganz besonders abwechslungsreichen Klang. Vor allem im Original weit größer besetzte Werke wie Dvořáks Rusalka, die Peer Gynt Suite oder Brittens Sommernachtstraum klingen faszinierend neu.

Magische Wesen wie Feen, Elfen, Hexen oder Geister haben die Menschheit schon immer fasziniert und inspiriert. Besonders in der Musik begegnet man all den unwirklichen Gestalten auf Schritt und Tritt. Antonín Dvořák hat etwa der Nixe »Rusalka« eine ganze Oper gewidmet. In Verdis »Falstaff« trommelt eine vermeintliche Feenkönigin eine Heerschar aus Wasser- und Luftgeistern zusammen. Und in Claudio Monteverdis berühmten »Lamento della Ninfa« erzählt eine Nymphe von ihrem tragischen Liebesleid. Auch in diese drei Frauengestalten ist jetzt die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann auf ihrem neuen Album »Fairy Tales« geschlüpft.

Vom Frühbarock über die Romantik bis zur klassischen Moderne präsentiert Mühlemann zusammen mit den solistisch besetzten CHAARTS Chamber Artists aus der Schweiz ein musikalisch märchenhaftes höchst spannendes Panorama: Neben Ausschnitten aus Jacques Offenbachs Grand Opéra »Die Rheinnixen« (darunter die »Barcarole«, die später in »Hoffmanns Erzählungen« wiederverwendet und weltberühmt wurde) vereint das Album Vokal- und Instrumentalstücke aus Jules Massenets 1899 uraufgeführter Aschenputtel-Oper »Cendrillon« sowie Adolphe Adams Feen-Ballett »La Filleule des fées«. Ebenfalls in die Welt der Feen entführen die Musiken aus den Shakespeare-Opern des Engländers Henry Purcell (»The Fairy Queen«) sowie seines Landsmanns Benjamin Britten (»A Midsummer Night‘s Dream«).

Gegen Ende des Albums widmen sich Regula Mühlemann und CHAARTS der nordischen Geisterwelt. Henrik Ibsens dramatisches Gedicht »Peer Gynt«, das auf der Vorlage norwegischer Feenmärchen entstand, war Grundlage für die gleichnamige Schauspielmusik von Edvard Grieg. Da begegnet man nicht nur polternden Dämonen und Trollen, sondern auch zarten, verzaubernden Vokalstücken wie »Solveig´s Lied«.