Zum Tode des Musikenthusiasten Ken Ishiwata

Noch Anfang September präsentierte Ken Ishiwata auf den Süddeutschen HiFi-Tagen Musik in der ihm unnachahmlichen Art. Erst im Frühsommer hatte er nach über vierzig Jahren Tätigkeit Marantz verlassen. Nun ist er in seiner Wahlheimat Belgien im Alter von 72 Jahren gestorben.

03.12.2019
Ken_Ishiwata_DEtail.jpg

Ken Ishiwata *1947 - †2019.

Ken Ishiwata hat Zeit seines Lebens nie vergessen, dass HiFi-Geräte nur einem Zweck dienen: dem Musikhören. Auch mit über 70 Jahren hatte er nichts von diesem Feuer verloren. So agierte er anlässlich der Europa-Präsentation seiner Marantz-Ruby-Komponenten im Concertgebouw Amsterdam geradezu staatsmännisch. Erwischte man ihn abends in Gesprächslaune an der Bar, ging es immer wieder um Musik als Kunstform. Er war kein Mann der lauten Töne, und wenn ihm etwas nicht passte, dann sprach sein Gesicht Bände.

1968 betrat Ken Ishiwata zum ersten Mal europäischen Boden, seine Beschäftigung bei Pioneer hatte ihn hierher geführt. Zehn Jahre später wurde er technischer Koordinator bei Marantz, seit 1996 repräsentierte er das Unternehmen auch als Markenbotschafter. Ken Ishiwata war ein audiophiler Musikliebhaber mit Leib und Seele, er hat sich in Bezug auf die Wiedergabequalität der von ihm mitkonzipierten Audio-Geräte Zeit seines Lebens nie mit Durchschnittsqualität zufrieden gegeben. Die Wertschätzung seiner entwicklungstechnischen Begabung ging schließlich so weit, dass zunächst »Special Edition«-Versionen von Marantz-Seriengeräten auf den Markt kamen. Den Gipfel, das höchste Niveau erreichte er mit der »Ken Ishiwata«-Signature-Serie, deren aktuelle Ruby-Modelle nun zu seinem klingenden Vermächtnis werden.

Die High-End-Welt verliert mit Ken Ishiwata eine ihrer wahren Gallionsfiguren. Sayonara, Ken.