Symmetrischer Achter

Der M8x DAC markiert die neue Spitzenposition im Digitalwandler-Bereich der »volkstümlichen« M-Serie von Musical Fidelity. Damit liegt er zwar unterhalb der Top-Linie Nu-Vista, erhebt aber dennoch Anspruch auf das High-End-Siegel. Zu Recht?

Die Kernfunktion des Musical Fidelity M8x DAC wird bereits in seinem Namen kommuniziert: eine Digital-zu-Analog-Konvertierung von Audio-Dateien. Deswegen liegt bei oberflächlicher Betrachtung die Vermutung nahe, dass der im Gerät verwendete, die Wandlung durchführende Chip die wichtigste Rolle zur Erlangung hervorragender Klangqualität einnimmt. So mancher glaubt gar, an der Wahl dieses Bausteins die Qualität eines DACs oder gar dessen tonale Charakteristik verlässlich auslesen zu können. Doch das ist mitnichten so. Auch wenn man den Wunsch verstehen kann, auf diese Art eine stabile Grundlage für seine Kaufentscheidung treffen zu können, ist die Sachlage wie so oft komplexer. 

Ein D/A-Konverter wie der M8x DAC setzt sich zusammen aus vier Funktionsbereichen: Stromversorgung, digitale Signalorganisation/Verarbeitung/Aufbereitung, Wandlung via Chip, analoge Verstärkerstufe. Alle Segmente leisten ihren Beitrag zum finalen Produkt. Obgleich das wohltemperierte Zusammenspiel dieser einzelnen, fachkundig implementierten Abteilungen von großer Bedeutung für das Endergebnis ist, haben sich zwei Bereiche herauskristallisiert, die besonderen Anteil daran haben, ob ein Gerät bestenfalls solide oder besonders gut klingt: die analoge Ausgangsstufe und die Stromversorgung.

Da verwundert es nicht, dass die Entwickler um Altmeister Simon Quarry in Großbritannien jene Aspekte adressierten, um den bisher ambitioniertesten D/A-Wandler der M-Klasse zu erschaffen. Denn bei diesem Topmodell landen die von der Digitalsektion verarbeiteten, optimierten und im Chip gewandelten Daten am Ende ihres Weges als vollsymmetrisches analoges Doppel-Mono-Signal in einer gleichfalls vollsymmetrischen Class-A-Vorverstärkerschaltung. Ein derartiges Schaltungskonzept ist der Garant dafür, dass Rauschen, Fehler und Störungen bestmöglich unterdrückt werden. 

Eine solche vollsymmetrische Konstruktion erfordert im Vergleich zu asymmetrisch aufgebauten herkömmlichen Schaltungen grundsätzlich einen verdoppelten Materialeinsatz. In diesem Anführer der M-Serie sind die jeweiligen Verstärker- oder Pufferstufen identisch aufgebaut und justiert. Darüber hinaus wurde diese Schaltung diskret aus »passiven« Bauelementen (Widerstände, Kondensatoren) und »aktiven« Komponenten (Transistoren) realisiert. ICs kommen dort nicht zum Einsatz. Für diese zusätzlich kostentreibende Entscheidung gibt es nach Auffassung der Musical Fidelity-Ingenieure einen schlichten Grund: Diskret klingt besser. Die großzügig realisierte Analog-Sektion des M8x DAC profitiert von der jahrzehntelangen Expertise von Musical Fidelity in jenem Bereich; Verstärkerbau ist schließlich eine der Kernkompetenzen der Marke.

Diese aus Erfahrung und Qualitätsstreben gespeiste Philosophie findet sich im Bereich der auch für D/A-Wandler eminent relevanten Stromversorgung wieder: So arbeitet im M8x DAC ein hauseigener SuperSilent-Leistungstransformator der neuesten Generation. Jener gekapselte Ringkerntrafo mit geringer Kernsättigung wurde speziell für digitale Audio- und Kopfhöreranwendungen entwickelt. Störungen durch das Stromnetz will man durch diskrete DC-Blocker sowie EMI-Filter nach Industriestandard unterbinden. Die Versorgung für digitale und analoge Schaltungen ist im M8x DAC sorgfältig getrennt. Denn es gilt, die analogen Verstärker- und Pufferstufen von den digitalen Schaltkreisen zu isolieren.

Das Unterbinden von solchen auf die sensiblen »Innereien« einwirkenden und infolgedessen die Klangqualität negativ beeinflussenden Störungspotentialen ist ein Grund dafür, dass der M8x DAC weder Bluetooth noch eine umfassendere Streaming-Funktionalität anbietet. Auch deswegen findet man beim M8x DAC keines der im Trend liegenden (Touch-)Displays, gelten diese doch als notorische Kandidaten für elektromagnetische Störfelder. Stattdessen signalisiert der Musical-Fidelity-Wandler über eine Vielzahl an LEDs die jeweiligen Betriebszustände. Dezidierte kleine Buttons aus Aluminium oder der linke der beiden dominant die Frontplatte zierenden, geschmeidig in der Hand liegenden Oversize-Regler übernehmen die Aktivierung einzelner Funktionsbereiche. 

Kopfhörerverstärker und Preamp

Der rechts platzierte Regler dient der Lautstärkesteuerung. Denn der M8x DAC ist mehr als ein gewöhnlicher D/A-Konverter, der mit festem Ausgangspegel einem externen Verstärker zuliefert. Musical Fidelity hat dem Oberhaupt der M-Familie einen separaten, ebenfalls Class A-basierten Kopfhörerverstärker spendiert. Dieser will auch höheren Ansprüchen gerecht werden: 3.900 Milliwatt an 8 Ohm sind eine Ansage und sollten auch den anspruchsvollsten niederohmigen Vertreter hinreichend mit Leistung versorgen. Ergänzend agiert der M8x DAC als Stereo-Vorstufe. Direkt verbandelt mit potenten Endstufen oder Aktivlautsprechern lässt sich so eine eigenständige HiFi-Anlage zusammenstellen. Durch seine niedrige Ausgangsimpedanz von unter 100 Ohm und eine maximale Ausgangsspannung von 2 Volt (Cinch) oder 4 Volt (XLR) ist er flexibel aufgestellt und verzeiht auch längere Kabelstrecken. 

Gerade in dieser Nutzungsart kommt die mitgelieferte Fernbedienung ins Spiel, die weitere Musical-Fidelity-Komponenten wie beispielsweise einen CD-Spieler oder Verstärker ansteuert. Über die plastizide Anmutung des Signalgebers im Charme der 90er-Jahre des letzten Jahrhunderts sollte man lieber den Mantel des Schweigens legen. Was ich aber nicht tue, weil es mir unverständlich ist, wie wenig Aufmerksamkeit diesem Aspekt zuteil wird. Dabei hat man dieses Tool doch häufig zur Hand! Leider kommuniziert es in keiner Weise die Wertigkeit eines Geräts der 4.000-Euro-Klasse. Aber mit solcher Missachtung des Potentials einer guten Remote Control steht Musical Fidelity bedauerlicherweise nicht alleine da.

Analoge Zuspieler bleiben im eben beschriebenen Fall eines auf das Wesentliche reduzierten Stereo-Setups mit dem M8x DAC als Preamp außen vor, aber digitalseitig ist die Auswahl an Eingängen vielfältig. Quellgeräte gemäß S/PDIF-Protokoll lassen sich auf sechs Zugänge verteilen: optisch (dreimal TosLink), koaxial (zweimal RCA), AES/EBU (einmal XLR). Darüber hinaus wartet ein asynchroner USB-Port auf Musikdaten, die dort – im Gegensatz zu den per se limitierten S/PDIF-Zugängen (maximal 24 Bit/192 Kilohertz) – höhere Wortbreiten und Samplingraten aufweisen dürfen: 24 Bit/768 Kilohertz PCM, DSD 256 DoP, DSD 512 nativ. Die daneben platzierte HDMI-Buchse wurde nicht für Videosignale ausgelegt, sondern das Protokoll I2S. Sie ist für einen in Zukunft avisierten SACD/CD-Player des Hauses reserviert. 

Das merklich abgekühlte Thema MQA wird vom M8x DAC umfassend bearbeitet: Er unterstützt die drei Optionen OFS, MQA Studio und MQA Standard, kann entweder eingehendes Material selbst decodieren oder bereits vorbereitete Dateien wiedergeben. Und zwar nicht nur via USB, sondern auch AES/EBU, Koax und Optisch. Hier dürfte der asiatische Markt aufmerken, wo MQA-CDs für ein gewisses Interesse sorgen.

Ordentlich Prozessor-Power

Dirigiert wird die Digitalsektion des D/A-Konverters von der Kombination aus XMOS- und CPLD MAX II Altera-Prozessoren mit 16 Rechenkernen. Deren Leistungsvermögen ist hinreichend für alle implementierten Optimierungsmaßnahmen (Reclocking, Upsampling), die erfahrungsgemäß von üppiger Rechenkapazität profitieren. Als Wandlerbaustein kommt wie beim günstigeren M6x DAC und auch beim erheblich teureren Nu-Vista DAC der gleiche Chip zum Einsatz: ES9038Q2M von ESS. Dieser arbeitet auf Basis einer 32-Bit Hyperstream II-Schaltung und wird im Dual-Differential-Modus eingesetzt, was bedeutet, dass pro Kanal ein ES9038Q2M agiert. Dadurch mindern sich Verzerrungen weiter und erhöhen sich zudem Kanaltrennung und Rauschabstand um einige zusätzliche Dezibel der ohnehin schon sehr guten Werte. Zudem lässt sich so das Konzept eines symmetrischen Doppel-Mono-Aufbaus konsequent durchführen.

Meine ersten Höreindrücke sammle ich in der Kombination des M8x DAC mit einem Macbook Air, auf dem die ausgezeichnete Player-Software Audirvana läuft. Als USB-Kabel fungiert das Supra Excalibur des schwedischen Herstellers Jenving Technology AB, Strom kommt via XT5 von QED. Ausgangsseitig ist der D/A-Konverter mit dem Verstärker Electrocompaniet ECI 6 MKII verbunden. Aufgrund der vollsymmetrischen Auslegung des Wandlers ist es sinnvoll, einen Spielpartner zu wählen, welcher den vollsymmetrischen Weg weiter verfolgt. Der ECI 6 MKII kann das, und so führen von seinen XLR-Eingängen zwei Oyaide-Kabel Tunami Terzo XX V2 zu den beiden XLR-Ausgangsbuchsen des M8x DAC. Dessen RCA-Cinch-Ports bleiben außen vor, hätten aber auch simultan genutzt werden können, da die Ausgänge gebuffert sind. Weil der DAC jetzt ausschließlich als Wandler agiert, wähle ich per Knopfdruck neben dem rechten Regler statt »VAR« die Option »FIX« und nehme somit die Lautstärkeregelung aus dem Spiel.

Aus der Vielzahl der angebotenen Filter entscheide ich mich für Nummer fünf, das mir aus früheren Erfahrungen mit bei ESS-Chips serienmäßig inkludierten Filtern in guter Erinnerung ist. Diese FIR-Filter basieren auf unterschiedlichen Algorithmen, welche Aspekte wie Aliasing und Vorschwingen beeinflussen und infolgedessen sowohl den Frequenzverlauf als auch das Impulsverhalten formen. Die Unterschiede sind marginal, aber in gut auflösenden Ketten werden sich diese Nuancen bemerkbar machen. Durch einfaches Durchklicken über die Fernbedienung können Sie das Filter Ihrer Wahl bequem vom Hörplatz herausfinden.

Beim Abspielen lokal gespeicherter Dateien vom Macbook zeigt der M8x DAC die Qualitäten, welche einen Wandler der gehobenen Klasse auszeichnen: Die räumliche Abbildung gerät sehr ausladend – und zwar nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe. Die einzelnen Instrumente werden klar definiert abgebildet, mit einem gewissen Quantum Luft untereinander. Impulse haben akzentuierten »Punch«, Bässe erklingen klar definiert und reichen tief hinab, Höhen sind präsent, aber frei von Härte. In den Mitten überzeugt die Balance zwischen Detailauslese und Musikalität. Generell ist das Hörerlebnis über den M8x DAC weit weg von alledem, was man früher abwertend als »Digitalklang« (ab)klassifizierte.

Dennoch gibt es einen gewissen Charakter zu konstatieren: Im Vergleich zu meinem Referenz-DAC (Teac UD-701N) spielt der M8x DAC forscher auf. Es ist nicht nur ein frischeres Timbre, es ist vor allem sein dynamischer Gestus. Der Musical Fidelity geht mit Drive und Druck jugendlich kraftvoll nach vorne, wogegen der Teac eher gereift-gelassen musiziert. Der M8x DAC hat seinen Fuß mehr am Gas. Davon profitiert nicht bloß eine Uptempo-Nummer wie »Motherless Child« von Eric Claptons »461 Ocean Boulevard«. Auch die besinnliche, karg instrumentierte Ballade »The Days Of Never Coming Back« des Duos Textor aus ihrem Album »The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere« erfährt einen Schuss mehr Lebendigkeit und Klarheit. Was nicht störend wirkt, ganz im Gegenteil.

Mehrwert 1: Reclocking

Gerade beim Einsatz des Wandlers direkt am Computer kommt ein Feature des M8x DAC zupass, welches Schwächen der Quelle adressiert. Die es zu beheben gilt, schließlich trägt schon der Beginn des digitalen Informationsverlaufs erheblich zum klanglichen Endergebnis bei. Die Entwickler von Musical Fidelity legen besonderes Augenmerk auf den zeitlichen Ablauf des Datentransports. So speichert der M8x DAC über die Funktion Reclocking die einlaufenden Daten nach Erhalt zwischen und taktet diese in erhöhter Präzision neu, um sie für den Wandlungsprozess in bestmögliche Form zu bringen, auf dass dieser ohne klangmindernde Korrekturen ablaufen darf. Durch diesen Vorgang minimiert sich die Jitterrate auf 100 Femtosekunden. Das ist ein hervorragender Wert in der für die Wiedergabegüte wahrscheinlich relevantesten (Sub-)Disziplin im Digitalsegment eines D/A-Wandlers.

Bei meinem Macbook als Dateienspender verbessert sich der Klang nach Aktivieren der Reclocking-Taste dezent hörbar: Die Instrumente bei Gregory Porters »Liquid Spirit« bekommen eine kleine Extraportion Farbstärke und Eigenstruktur, wodurch in der Tiefe ein räumlicherer und glaubwürdigerer Höreindruck entsteht. Die Intensität der Wirkung des Reclocking hängt stets mit der Beschaffenheit und der Art der Darreichung der Audio-Datei zusammen. Das Maß der jeweils suboptimalen Performance der Datenlieferanten bestimmt den Wirkungsfaktor dieser Funktion.

Mehrwert 2: Upsampling

Der M8x DAC begnügt sich nicht damit, den Zeitverlauf des Datenflusses zu optimieren, sondern erhöht zudem auf Wunsch die Abtastrate. Je nach Ausgangslage (44,1 oder 48 Kilohertz) auf 352,8 oder 384 Kilohertz. Durch solches Upsampling werden Störanteile oberhalb des Hörbereichs platziert. Das reduziert Wandlungsartefakte, erleichtert die analoge Filterung und generell die Arbeitsbedingungen des Digital/Analog-Konverters. Durch einfachen Tastendruck am Gerät oder auf der Fernbedienung ist dieser theoretische Vorteil praktisch nachzuvollziehen: Beim Gregory-Porter-Song hat der Bass etwas mehr Fülle, die Becken glänzen heller, der Titel bekommt eine Extraportion »Schmiss«. Ohne Upsampling wirkt die Tiefenabbildung flacher. Auch wenn ich mich wiederhole: Dieser Mehrwert ist nicht dramatisch, aber er ist da. Deswegen blieb auch diese Funktion fortan permanent aktiv.

Nach dieser einfachen Start-Konfiguration Rechner/DAC wechsle ich auf ein elaborierteres Setup: Der Roon-Rock-Server beliefert den Streaming-Transport U2 von Lumin. Dieser leitet über seinen für Audio-Zwecke optimierten USB-Port weiter an den Musical Fidelity. Die Internetanbindung erfolgt mittels Network-Switch Silent Angel Bonn N8 Pro CLK. Über den Dienst Qobuz werden Streams eingeflogen. Für diese Hörsession wechsle ich das Filter. Während die ersten sieben dem Standardrepertoire des im M8x DAC verwendeten ESS-Sabre-Chip entsprechen, handelt es sich bei Nummer acht um ein von Musical Fidelity selbst entwickeltes Filter, welches die Oversampling-FIR-Filter des DAC deaktiviert. Hier liegt das Augenmerk auf der Zeitrichtigkeit. Nach meiner Erfahrung ist dieser Fokus absolut zielführend, denn für das als natürlich empfundene Hören ist dieser Faktor wichtiger einzustufen als die unbedingte Frequenzgenauigkeit auf akademischem Level. Filter Nummer 8 führt obligatorisch ein Upsampling auf 352,8 respektive 384 Kilohertz durch. Bei Abtastraten von 705,6 beziehungsweise 768 Kilohertz wird das Upsampling übersprungen. Stattdessen gelangt das digitale Signal direkt in den DAC-Block und umgeht alle verbleibenden Filter, was die Tonqualität nochmals steigern dürfte. Aufgrund von mangelnder Verbreitung derart ultrahoch aufgelöster Dateien ist dieses Feature jedoch von eingeschränktem Nutzwert. Es sei denn, Upsampling-Software wie etwa HQ-Player kommt zum Einsatz. Hier könnte dieses Feature des M8x DAC an Bedeutung gewinnen.

In einer gebräuchlichen Hi-Res-Auflösung (24 Bit/44,1 Kilohertz) läuft inzwischen der Titel »Take A Seat« aus dem jüngsten Album »Daybreak« von Sven Wunder. Die Komposition ist eher untypisch für den schwedischen Musiker, weil sie klar, reduziert und aufgeräumt daherkommt. Der Musical-Fidelity-DAC erfreut durch seine blitzsaubere Transientenverarbeitung, indem er das zentrale Xylophon-Motiv zackig und »kurz angebunden« durchlaufen lässt. Die Fähigkeiten des Digitalwandlers in Sachen Detailauflösung zeigen sich bei dem das zentrale Motiv intonierenden exotischen Flöteninstrument, wo man sehr fein die Unterschiede zwischen mit eingefangenen Anblasgeräuschen und erstrebtem Ton heraushören kann. Oder bei der E-Piano-Passage, die zurückhaltend und sehr nah am Xylophon entlang spielt, aber eben nicht untergeht. 

Ausgewogene Darbietung

Jene Fähigkeit des M8x DAC, kleinste Aspekte zu servieren, ohne sie unangemessen überzubetonen, zeigt sich auch bei »Misty Shore«. Dieser Song ist typischer für Sven Wunder, greift er doch tief in die Kiste des cinematografischen Breitwandklangs. Der Hörer versinkt förmlich in einem musikalischen Schaumbad, welches bei minder begabten D/A-Wandlern einfach nur opak als undurchsichtiger Schönklang vermittelt wird. Nicht so beim M8x DAC. Hier sind die im weiten Panorama aufziehenden, an und abschwellenden Streicher nicht nur eine amorphe Masse, sondern ein Konglomerat aus Einzelinstrumenten. Sogar eine verschämte Harfe ließ sich am Ende des Motivs entdecken. Mit dem Musical-Fidelity-DAC hören wir die feinen Einzelaspekte heraus – wenn wir wollen. Die Übermittlung der Details torpediert nicht die intendierte Gesamtwirkung der Musik. Das hilft »auf Strecke«: Seine organisch orientierte Charakteristik ermöglicht lang andauernden, weil ermüdungsfreien Musikgenuss.

Bevor ich bei »Still Moorings« tief im kokonhaften Wohlgefühl der Sven-Wunder-Welt versinke, ziehe ich metaphorisch gesprochen den Stecker und höre Toshiyuki Miyama & The New Herd aus dem famosen Sampler »WaJazz: Japanese Jazz Spectacle Vol.1 – Deep, Heavy And Meaningful Jazz From Japan 1968 - 1988«. Der im Stil der Filmmusik eines US-TV-Krimis der 1970er-Jahre arrangierte Musiktitel fordert den Hörer durch scharf akzentuierte Bläser, die der DAC als ebensolche auch schneidend spitz darstellt. Bei »Mago-Uta« von Count Buffalo & The Jazz Rock Band kann der M8x DAC noch einmal sein dynamisches Pfund ins Spiel bringen: Wenn der Schlagzeuger bei 01:21 sehr geradeaus losknüppelt, geht der Wandler stoisch mit und zeigt sein Potential in den Feldern Druck und Dynamik. Spätestens jetzt ziehen sich des Redakteurs Mundwinkel steil nach oben zu einem breiten Grinsen. So macht HiFi Spaß.

Ausstattung

Hersteller:   Musical Fidelity

Vertrieb:    Reichmann Audiosysteme, Niedereschach

Modell:   M8x DAC

Kategorie:   D/A-Wandler

Preis:    3.990 Euro

Garantie:   3 Jahre Garantie (nach Registrierung)

Eingänge:

  • 1 x USB-B 2.0 asynchron
  • 1 x S/P-DIF Koaxial (RCA)
  • 3 x S/P-Optisch (Toslink)
  • 1 x AES/EBU (XLR)
  • 1 x I2S (HDMI, properietär)

Ausgänge:

  • 2 x Analog Symmetrisch (XLR)
  • 2 x Analog Unsymmetrisch (RCA)
  • 2 x Kopfhörer (6,3 mm Klinke; 4 PIN XLR symmetrisch)

Ausführungen:   Schwarz oder Silber

Abmessungen (B x H x T):   483 x 102 x 381 mm

Gewicht:   10,6 kg

 

Kontakt

Reichmann Audiosysteme

Graneggstraße 4

78078 Niedereschach

 

Internet:   www.reichmann-audiosysteme.de

E-Mail:   info@reichmann-audiosysteme.de

Telefon:   0 77 28 / 10 64

Testergebnis

Der M8x DAC ist ein würdiger Anführer innerhalb der M-Linie von Musical Fidelity. Das massive Gerät mit über zehn Kilogramm Gewicht ist in vertrauensbildender Qualität in Europa gefertigt und führt durch fokussierte Maßnahmen in den Bereichen Stromversorgung, Verstärkerstufe und Störfelderschutz/Vibrationsdämmung die bewährte Digitaltechnik der M-Serien-Wandler auf ein neues Level. Seine für nahezu alle Anforderungen vorbereitete, zielgerichtete Ausstattung bietet mit Reclocking und Upsampling zusätzliche, die Tonqualität fördernde Features, welche dem ohnehin beeindruckenden Klangniveau weitere Nuancen zufügen können. Gerade der Verzicht auf dem Trend ausgelieferte Streaming-Funktionen macht den Musical Fidelity M8x DAC wertbeständig und zeitlos gut. Wer sich für ihn entscheidet, kann das Thema D/A-Wandler mit einem beruhigenden Gefühl als abgeschlossen betrachten und sich stattdessen anderen Stellschrauben in seinem High-End-Setup zuwenden. Oder ganz entspannt einfach nur digital aufgezeichnete Musik in hervorragender Qualität genießen.   André Schwerdt

Musical Fidelity M8x DAC
Preis: 3.990 Euro
Garantie: 3 Jahre (Registrierung erforderlich)
überragend
sehr gut
sehr gut
sehr gut

TEST

D/A-Wandler:
Musical Fidelity M8x DAC
Autor:
André Schwerdt
Datum:
29.04.2026
Hersteller:
Musical Fidelity