Die Freiluftsaison hat bereits begonnen und der Wunsch, auch unterwegs, auf dem Balkon oder im Garten Musik zu hören, wird immer größer. Von Tivoli Audio kommen nun zwei Akku-betriebene Lösungen, die diesen Wunsch erfüllen und sich im Vergleich zu dem, was sonst in diesem Segment angeboten wird, geradezu aufdrängen. Der wichtigste Unterschied zwischen der kompakteren SongBook-Version und dem großen Bruder MAX liegt neben einem Display und dem integrierten Digital- und UKW-Radio in der höheren Leistung. Farblich ist das Duo entweder in Beigebraun oder in einem kräftigen Grün erhältlich. Beides sind keine Standardfarben, sodass neben dem gewollten Retro-Charme auch ein reizvoller optischer Kontrapunkt zur Umgebung entsteht.
Bei der Ausstattung liegt das SongBook MAX über dem Durchschnitt. Natürlich ist Bluetooth für die kabellose Übertragung von Musik und Podcasts an Bord. Für den Anschluss eines Plattenspielers oder einer anderen Hochpegelquelle steht ein AUX-Eingang zur Verfügung. Die Ausführung als 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse verrät allerdings, dass hier auch Gitarre oder Bass angeschlossen werden können. Im »AMP«-Modus kann man dann parallel zu per Bluetooth eingespeister Musik jammen. Über einen Dreiband-Equalizer, der in Form von Schiebereglern realisiert ist, lässt sich die Klangqualität beeinflussen. Die weiteren Bedienelemente wie Lautstärkeregelung und beim MAX der Sendersuchlauf sind selbsterklärend.
Was das Tivoli MAX von typischen Bluetooth-Aktivboxen unterscheidet, ist sein stattlicheres Erscheinungsbild: 38 Zentimeter Breite und 28 Zentimeter Höhe fallen ebenso aus dem Rahmen wie die fünf Kilogramm Gewicht. Diesen Platz nutzen zwei 10-Zentimeter-Tiefmitteltöner und eine darüber sitzende 19-Millimeter-Kalotte. Für den Antrieb stellt der Verstärker insgesamt 50 Watt zur Verfügung. Das ist mehr als ordentlich, vor allem wenn man bedenkt, dass die Leistung aus einem Akku kommt, der voll aufgeladen gut zehn Stunden hält. Das gut ablesbare Display informiert ständig über den Ladezustand. Zum »Betanken« wird ein mit USB-C-Stecker ausgestattetes Kabel benötigt, eine Betriebs-LED signalisiert den Ladevorgang dann durch Blinken. Die USB-C-Buchse wird übrigens bei Nichtgebrauch mit einer Klappe verschlossen, sodass sie vor Spritzwasser und Staub geschützt ist.
Auf der Oberseite des Tivoli ist ein ausklappbarer Griff angebracht, mit dem das SongBook MAX transportiert werden kann. In Gehäusefarbe gehalten, befinden sich dort leicht versteckt insgesamt sieben Tasten; fünf davon sind Stationsspeicher für Radiosender, eine dient dem Sendersuchlauf und schließlich gibt es noch die Bluetooth-Taste, die im Standard 5.3 eine stabile Verbindung zu Smartphone, Tablet oder Computer herstellt. Für klaren Radioempfang ist eine ausziehbare Antenne eingebaut, die auch in schwierigen Empfangssituationen tadellos ihren Dienst verrichtet. So war beispielsweise das Radiohören im Souterrain problemlos möglich.
Nachdem die Sender gesucht und fünf der hörenswerten Stationen gespeichert waren, konnten wir uns einen ersten klanglichen Eindruck verschaffen. Trotz der Gehäusegröße traut man dem SongBook MAX nicht diese Kraft zu. Das Klangbild steht auf einem massiven Tieftonfundament. Das hat nichts mit dem dünnen Gesäusel zu tun, das kleinere Bluetooth-Lautsprecher liefern, sondern ist mit körperhaftem Klang korrekt beschrieben. War man vor dem Test des MAX noch der Meinung, dass ein eingebautes Radio nicht notwendig sei, weil man ja per Radio-App auch alles streamen kann, so zeigte sich in der Praxis, welchen Wert dieses Ausstattungsmerkmal hat: Man kann in Ruhe Radio hören, ohne dabei von eingehenden Nachrichten auf dem Smartphone gestört zu werden.
Angesteuert über Apple Music, Tidal oder Qobuz zeigt das SongBook MAX dann sein ganzes Können. Klangliche Anpassungen über den Equalizer waren nicht notwendig. Insbesondere bei geringen Pegeln, wie sie wohl außerhalb einer Party den Normalfall darstellen, macht dieser solide Tiefton große Freude. Da surft man dann Cafe-Del-Mar-Musik in Gedanken mit, freut sich über den im Ansatz stereophonen Klang und bemerkt im Vergleich etwa zu einem Dali Katch den deutlich höheren Informationsgehalt. Während der Dali sich müht, Bässe wiederzugeben, scheint das Tivoli MAX nur darauf zu warten, mit dem nächsten Tiefton-Punch Eindruck zu schinden. Die kompaktere Ausführung des SongBooks geht nicht ganz so vehement zur Sache, liefert aber auch eine bemerkenswerte Performance ab.
Hersteller: Tivoli Audio
Vertrieb: Sintron Distribution GmbH, Iffezheim
Modell: SongBook MAX
Kategorie: Akkubetriebenes Lautsprechersystem
Preis: 699 Euro
Garantie: 2 Jahre
Eingebaut: UKW- und DAB+Tuner
Anschlüsse: 6,3-mm-Klinke, USB-C zum Laden
Bluetoothversion: 5.3
Akkulaufzeit: 10 Stunden
Bestückung: 2 x 10,2-Zentimeter-Tief-/Mitteltöner, 1 x 19-Millimeter-Kalotte
Verstärkerleistung: 50 Watt
Ausführungen: grün, creme-braun
Abmessungen (B x H x T): 38,1 x 28 x 15,5 cm
Gewicht: 5,2 kg
Sintron Distribution GmbH
Electronic Import & Export
Südring 14
76473 Iffezheim
Internet: www.sintron.de
E-Mail: info@sintron.de
Telefon: 0 72 29 / 18 29 0
SongBook oder SongBook MAX? Nach dem Test fällt i-fidelity.net die Antwort leicht, denn das eingebaute Digital- und UKW-Radio, die höhere Leistung und die damit einhergehende eindrucksvollere Klangqualität machen die 200 Euro Aufpreis für das SongBook MAX mehr als wett. Neben dem markanten Design und den beiden attraktiven Farbausführungen überraschen beide Modelle mit ihrer überdurchschnittlichen Performance. Dank des eingebauten Akkus gibt es quasi keine Grenzen bei der Wahl des Aufstellungsortes. Die Bluetooth-Verbindung ist stabil und wer seine Lieblingskünstler auf Gitarre oder Bass begleiten will, kommt auch zum Zug. Olaf Sturm
| Tivoli Audio SongBook MAX |
| Preis: 699 Euro |
| Garantie: 2 Jahre |