Dual CS 518

Mit dem Dual CS 518 kann man nach dem Auspacken sofort Schallplatten hören, nicht einmal ein Phono-Vorverstärker ist dafür notwendig.

Unbeschwertheit gehört zu den sicheren Kennzeichen des Sommers. Endlich kann man sich mit Muße statt schlechtem Gewissen verschiedenen Dingen mit Ausdauer widmen. So gelingt es mir in dieser Jahreszeit immer, mehr zu lesen. Auf meiner Bücherliste steht in diesen Ferien unter anderem »Die Kinder hören Pink Floyd« von Alexander Gorkow: eine Familiengeschichte aus den 70er-Jahren, die auch meine eigenen Erinnerungen in erstaunlichem Maße aktiviert. »The Dark Side Of The Moon« bestimmt musikalisch das Leben eines Geschwisterpaares, und schmunzelnd nehme ich zur Kenntnis, dass die LP auf einem Plattenspieler von Dual abgespielt wird. Die Marke hat sich mit ihrer bewegten Geschichte in beinahe fünf Jahrzehnten in höchstem Maße etabliert. Mir gegenüber steht jetzt der neue Dual CS 518 – und Sie dürfen nun dreimal raten, welche Platte sich auf dem Teller dreht.

Der Dual CS 518 ist ein riemengetriebener Plattenspieler, der mit einem Ortofon-Tonabnehmer 2M Red geliefert wird. Dadurch ist er mit wenigen Handgriffen spielbereit. Sollte am Verstärker kein separater Phonoeingang vorhanden sein, lässt der eigebaute Phonovorverstärker – er funktioniert nur mit Magnetsystemen – auch den Anschluss an einen Hochpegeleingang zu. So stehen dem Betrieb keinerlei Hindernisse im Weg. Der schwarz-folierte Korpus besteht aus MDF. Auf den ersten Blick scheint das Gehäuse runde Kunststofffüße zu besitzen, doch schaut man genauer hin, erkennt man, dass der CS 518 auf mit definierten Noppen versehenen Gummifüßen zur Entkopplung ruht. Der mit 12 Volt Spannung versorgte, schwingungsberuhigte Motor gestattet neben den Standard-Umdrehungsgeschwindigkeiten von 33 1/3 und 45 auch noch 78. Dabei erfolgt die Drehzahlauswahl über einen soliden Drehregler.

Herzstück des CS 518, wie sollte es bei der Traditionsfirma auch anders sein, ist der kardanisch gelagerte, gerade Tonarm. Die Basis besteht aus einem Aluminiumlager, das ein Kugellager beinhaltet und so die widerstandslose Bewegung des Arms ermöglicht. In der abnehmbaren Headshell ist der Magnet-Tonabnehmer Ortofon 2M Red bereits korrekt justiert eingebaut. Damit entfällt ein zumeist sehr zeitaufwändiger Schritt. Um die Auflagekraft von 1,8 Gramm einzustellen, wird der Arm über das Gegengewicht zunächst in die Schwebe gebracht, anschließend wird mit einer Drehbewegung gegen den Uhrzeigersinn der korrekte Wert eingestellt. Durch einen Spielraum von +/- 0,2 Gramm bei der Auflagekraft können kleinere klangliche Anpassungen vorgenommen werden. Dabei bitte nicht vergessen, dass der Wert für das Anti-Skating dem gewählten Wert für das Gewicht entspricht. 

Das Anschlusskabel des CS 518 ist austauschbar, was Flexibilität bezüglich der Länge und Qualität bietet. Auf den ersten Blick ruht der Plattenspieler auf runden Füßen aus Kunststoff, aber diese dienen nur als Sichtschutz für die eigentlichen Gummidämpfer, welche für vernünftige Entkopplung sorgen.

Ein wenig Fingerspitzengefühl ist notwendig, wenn der Plattenteller aus Alu-Druckguss auf die Stahlachse aufgesetzt und dann der Riemen durch eine Öffnung von oben per Hand auf die Antriebsspindel gelegt werden muss. Anschließend kommt eine solide Gummiauflage auf den Teller, die sogar über eine Aussparung für das Label der LP verfügt, damit sie plan aufliegt. Energie bekommt der Motor über ein externes 12-Volt-Steckernetzteil. Für den Anschluss an Phonovor- oder eben nur Verstärker stehen vergoldete Cinchbuchsen zur Verfügung. Das entsprechende Kabel inklusive separater Erdleitung gehört ebenso zum Lieferumfang wie eine Staubschutzhaube.

In Etappen zum Höhepunkt

Zunächst liefert der CS 518 sein Signal an einen Hochpegeleingang des Magnat MA 900, das heißt, der im Plattenspieler eingebaute Phono-Pre ist aktiviert. Schnellen Aufschluss über die Qualität bietet das Album »Jens Filser Meets Brenda Boykin«, denn Filsers Gitarrenspiel wird absolut authentisch zu Gehör gebracht. Die Wiedergabe ist insgesamt ein wenig matt, was aber nicht bedeutet, dass es grobe Fehler gibt, sondern dass von der dem Spiel innewohnenden Lebendigkeit nicht alles hörbar ist. Also schalte ich den Phonoverstärker des Duals aus und wähle den Phono-MM-Eingang des Magnat-Vollverstärkers – und siehe da, die Gitarre bekommt ihre Vitalität zurück. Zudem sind die räumlichen Abbildungen des Geschehens nun größer und auch klarer zu verorten.

»Life Colors« erfüllt hohe Ansprüche an Musik und Klangqualität. Lange war das Album nicht lieferbar, doch nun ist es in Form einer Doppel-LP und als HQCD wieder verfügbar.

Gewaltiges Tonfutter bietet das Fusion-Album »Life Colors« von Chuck Loeb, das ursprünglich Ende der 80er-Jahre beim für herausragende Klangqualität bekannten Label »dmp« erschienen war und jetzt wieder erhältlich ist. Es ist ein mustergültiges Beispiel für die Faszination Schallplatte, und der Dual nimmt es dankend an. Tief und konturiert grooven Bass und Schlagzeug, sie liefern das Fundament. Darüber sind feine Melodielinien wahrzunehmen und in Summe die von Vinyl erwartete organische Spielweise. Da lädt der Dual zum entspannten Zuhören ein. Für normale Ansprüche ist das deutlich mehr als ausreichend. Wer klanglich noch eine Schippe drauflegen möchte, kann den Austausch des Tonabnehmers in Betracht ziehen, schließlich gehen Tonarm und Laufwerk einen solchen Schritt locker mit.

Pivot-Kugellager und kardanische Aufhängung sorgen für reibungsfreie vertikale und horizontale Bewegungsmöglichkeiten des Tonarms. Von diesen feinmechanischen Fähigkeiten profitiert die Klangqualität.

Ausstattung

Hersteller:   Dual

Vertrieb: 
  Sintron, Iffezheim

Modell:   CS 518

Kategorie:   Plattenspieler

Preis:   649 Euro

Garantie:   5 Jahre

Konstruktion:   manuelles, riemengetriebenes Laufwerk

Besonderheiten:   eingebauter Phono-MM-Verstärker, abnehmbare Headshell,

Drehzahlen:   33,3, 45 und 78 Umdrehungen/Minute

Tonarmlänge:   221,5 Millimeter

Tonabnehmer:   Ortofon 2M Red (MM-System)

Ausführung:
  schwarz

Abmessungen (B x H x T):   43,5 x 14,5 x 36,7 Zentimeter

Gewicht:   5,9 Kilogramm

Online-Bezug

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Testergebnis

Dass das Abspielen von Schallplatten nicht mit hohem Aufwand verbunden sein muss, dafür ist der preiswerte Dual CS 518 ein sehr gutes Beispiel. Aus dem Karton heraus ist er spielfähig, dafür braucht der Verstärker nicht einmal einen Phonoeingang, weil dieser Plattenspieler einen eingebauten Vorverstärker für MM-Systeme an Bord hat. Mit dem Ortofon 2M Red wird ein ordentlicher Tonabnehmer mitgeliefert. Wenn die klanglichen Ansprüche wachsen, kann in einem ersten Schritt ein anderer Phonovorverstärker verwendet und in einem zweiten Akt der Tonabnehmer getauscht werden. Diese Schritte sind nicht zwangsweise notwendig, um gut Musik zu hören, aber für Käufer des Dual CS 518 bieten sie zusätzliche Gewissheit, die richtige Entscheidung zu treffen.   Olaf Sturm

Dual CS 518
Preis: 649 Euro
Garantie: 5 Jahre
gut - sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut

TEST

Plattenspieler:
Dual CS 518
Autor:
Olaf Sturm
Datum:
11.08.2021
Hersteller:
Dual