Im Sommer 2017 hat Elac den kalifornischen Elektronikspezialisten Audio Alchemy übernommen – mit dem klaren Ziel, eines Tages nicht nur Lautsprecher, sondern auch Verstärker der obersten Qualitätsklasse anbieten zu können. Zwei Jahre später präsentieren die Kieler nun ein auffallend flaches Duo: DAC/Streamer/Preamp DDP-2 und Endstufe DPA-2. Ist die Transformation von Audio Alchemy zu Elac Alchemy gelungen?

Audio Alchemy war eine dieser Marken, die in Kennerkreisen einen ausgezeichneten Ruf besaßen, aber kommerziell ihr Potential nie vollständig ausreizen konnten. Ich erinnere mich noch gut an Geräte wie die kleine »DAC-In-The-Box« oder den De-Jitter/Resolution Enhancement Processor DTI-Pro32, die in den 90er-Jahren eine Optimierung des digitalen Klangs versprachen. Wohlgemerkt zu einer Zeit, als CD-Spieler das Maß aller Dinge waren und das Thema Digital im Mainstream als ausentwickelt galt. Heute wissen wir es besser. Peter Madnick wusste es schon damals. Der Kopf von Audio Alchemy ist das typische Modell-Entwickler-»Genie«, dessen elektronische Expertise naturgemäß nicht von einer gleichermaßen ausgeprägten kaufmännischen Begabung abgerundet wird. Jetzt ist er nach vielen Turbulenzen um die eigene Marke Audio Alchemy in den sicheren Hafen von Elac eingelaufen, wo der Ingenieur unter stabilen Rahmenbedingung seine Vision von exzellenten Audio-Geräten erfolgsversprechender umsetzen kann.

Das aktuelle Ergebnis dieser engagierten Bemühungen unter neuem Segel fußt auf den letzten Audio-Alchemy-Geräten aus dem Jahr 2015: DAC/PreAmp DDP-1, Netzteil PS-5, Streamer DMP-1 und Endstufe DPA-1. Auf dieser Grundlage wurde akribisch weiterentwickelt und teilweise zusammengeführt: Im neuen DDP-2 sind Wandler/Vorverstärker, Netzteil und Streamer vereint, die Endstufe DPA-2 ist solo geblieben. Ergänzend gibt es in der Serie noch einen dezidierten Phono-Vorverstärker PPA-2, der in einem gesonderten Bericht auf i-fidelity.net vorgestellt werden wird.

Optisch hat Elac die genannten Vorläufer radikal neugestaltet und versucht, eine Melange aus den technisch geprägten Gestaltungselementen der Audio-Alchemy-Historie und einem design-orientierten Ansatz zu erreichen – die Atelier-Serie von Braun stand hier sichtbar Pate. Auf den ersten veröffentlichten Bildern erschien mir diese Umsetzung nicht durchweg geglückt, doch in der Realität haben die extrem niedrigen Komponenten durchaus eine vorteilhafte Ausstrahlung: Die massive Aluminium-Frontpartie wirkt mit ihrer charakteristischen Furche sehr markant, und die auffallend tief bauenden Stahlblechgehäuse vermitteln robuste Wertigkeit. Lediglich das etwas mobile Spiel der Drucktasten aus Kunststoff und der ausnehmend leichtgängige Kombinationsregler für Pegel und Funktion beim DDP-2 entsprechen nicht ganz einem der Preisklasse gemäßen Niveau. Dieser letztgenannte Eindruck kehrt sich in das Gegenteil um, sobald man das Gerät von der Rückseite betrachtet: Buchsen und Anschlüsse signalisieren eine außergewöhnliche Funktionsvielfalt mit hohem Anspruch und interessanten Lösungsansätzen.

Der DDP-2 stellt den Mittelpunkt von Elacs Alchemy-Serie dar. Einer Kernkompetenz von Audio Alchemy entsprechend, ist die Digitalsektion höchst umfassend und elaboriert ausgefallen. Eingangsseitig lautet die Palette: 1 x USB, 2 x Optisch, 2 x Koaxial, 1 x AES/EBU sowie 2 x I2S in den Formaten Mini-DIN und HDMI. Wobei der HDMI-Port nicht zusätzlich für die Einbindung in ein TV-Umfeld via ARC ausgelegt ist und auch keine Signale eines externen Blu-ray-Players verarbeitet, sondern strikt einer spezifischen I2S-Nutzung dient. Diese wird bei Audio Alchemy traditionell präferiert, weil hier im Gegenteil zu S/PDIF die Zeit- und Signalinformationen separat versendet werden und sich infolgedessen diese Technologie prinzipiell unempfindlicher gegenüber Jitter-Einflüssen verhält. Auch deshalb werden alle einkehrenden Digital-Signale intern auf die I2S-Schiene geroutet und als I2S-Datenstrom weiterverarbeitet. Zuvor hat der DDP-2 jedes Signal auf seine native Taktrate hin untersucht – ob 44,1 oder 48 Kilohertz basiert – und wählt einen adäquaten Low-Jitter-Taktgenerator. Danach wartet ein weiterer Clock-»Cleaner«, bevor zwei symmetrisch agierende AKM-4493-Stereo-Wandler ihre Arbeit aufnehmen. Deren Signale landen an einer diskret mit Feldeffekttransistoren gleichspannungsgeregelt konzipierten Ausgangsstufe mit vier möglichen Anknüpfungspunkten: zweimal unsymmetrisch Cinch (fix oder variabel), symmetrisch XLR sowie Kopfhörer als 6,3-Millimeter-Klinke.

Die Maße der flachen Komponenten entsprechen mit einer Höheneinheit (1 HE) exakt den Vorgaben der professionellen Beschallungstechnik. Somit eignen sie sich auch für Festinstallationen. Der Endstufe liegen entsprechende Rack-Befestigungswinkel bei. Die Rückseite der Endstufe DPA-2 zeigt sich naturgemäß übersichtlich: solide Lautsprecherklemmen, symmetrische und unsymmetrische Ausgänge sowie 12 V-Anschlüsse zur simultanen Inbetriebnahme mit anderen Alchemy-Komponenten.
Derzeit sorgt noch Roon für die standesgemäße Verarbeitung von MQA-Dateien. Doch in Zukunft soll der DSP des DDP-2 nach einem entsprechenden Update diese Aufgabe übernehmen.

Der äußerst ambitionierte Konstruktionsaufwand setzt sich fort, je umfassender man in das Innenleben des DDP-2 abtaucht: So sitzt beispielsweise jedes IC auf einer eigenen regulierten gefilterten Stromversorgung, während alle digitalen Eingänge von den Platinen galvanisch getrennt wurden. Generell ist die Platinen-Erdung stets von der Gehäuse-Erdung separiert – dieser Ansatz zieht sich durch die gesamte Alchemy-Serie. Das Ziel bleibt immer das Gleiche: die Optimierung der Störabstände für einen hohen »Schwarzwert« des klanglichen Hintergrundes. Die Signalzuweisung erfolgt über hermetisch gekapselte Relais mit beidseitigen Goldkontakten – weswegen der DDP-2 jedwede diesbezügliche Änderung mit einem leisen Klacken bestätigt.

Fokus: Roon

Der DDP-2 offeriert drei Streaming-Zugangsformen: Ethernet via RJ 45-Buchse, WLAN durch eine intern platzierte Antenne und Bluetooth in der Basisform ohne aptX. Alle Streaming-Aufgaben orchestriert ein spezielles Modul, welches sich bereits im Discovery Connect-Endpoint DS-C101W-G bewährt hat. Hier agiert ein Dual Core-ARM-Prozessor auf Basis einer angepassten Linux-Software-Engine. Der DDP-2 erlaubt die Nutzung von Airplay (1) sowie Spotify Connect und kann zudem als universeller Renderer gemäß DNLA-Standard vorhandene Dateien von einem freigegebenen Computer mit dort laufender Server-Software abrufen. Wichtig: Das Elac-Alchemy-Gerät ist kein vollumfänglicher Streamer, der eine eigene App mitbringt und Musikdateien eigenständig verwaltet – der DDP-2 agiert immer als Befehlsempfänger einer übergeordneten »Macht«. Im Idealfall handelt es sich dabei um die Software Roon, auf deren Integration Elac besonderes Augenmerk gelegt hat. Hierbei agiert das flache Multitalent als sogenannter Roon-Endpoint, der alle gängigen Formate unterstützt und hochauflösende Dateien bis 384 Kilohertz (PCM) sowie DSD (256) respektive DoP verarbeitet.

Elac hat als einer der ersten Hersteller in seiner Discovery-Serie diese komfortable Player- und Verwaltungs-Software unterstützt und bietet mit dem Server Discovery DS-S 101G den entsprechenden Partner zum DDP-2 an. Der Elac Alchemy selbst weist keinen eigenen Festplattenanschluss auf. Die Musikdaten lagern stattdessen entweder auf einem universellen Netzwerkspeicher (NAS) oder ebenda, wo der zentrale Roon »Core« installiert ist: am Elac Discovery, einem alternativen Server oder separaten Rechner. Mit Hilfe von Roon ist eine Multiroom-Beschallung auf ausgesprochen komfortable Weise möglich – gesteuert via Smart Device. Die Wartung des Geräts erfolgt über einen im gleichen Netzwerk aktiven Web-Browser, in dessen Adresszeile man die IP-Adresse des DDP-2 eingibt. Das klingt für Computer-Normalverbraucher kompliziert, ist es aber nicht. Denn die benötigte Zahlenreihe lässt sich dem weißen OLED-Display entnehmen, welches trotz des begrenzten Raumes – der DDP-2 hat eben nur eine Höhe von fünf Zentimetern – informativ und zielgerichtet durch das Bedienungsmenü geleitet. Die Anzeige kommuniziert beispielsweise bei der Eingangswahl immer zusätzlich die vorangegangene und nächste Option, was ein wenig darüber hinwegtröstet, dass man sich immer durch alle vorhandenen Möglichkeiten »durchsteppen« muss, weil keine Eingänge punktuell pausieren können. Sehr schön hingegen die Tatsache, dass sich der Elac pro Input den jeweils zuletzt gewählten Pegel merkt, welcher sich sehr feinfühlig in 0,5-dB-Schritten einstellen lässt.

Das Display der DPA-2-Endstufe illustriert den abgegebenen Pegel auf sehr geschmackvolle Art mittels weißer Balken.
Die Fähigkeit zur drahtlosen Verbindung in das Heimnetzwerk muss im Menü »WIFI« gesondert aktiviert werden. Auch bei Elac präferiert man den kabel-basierten Anschluss zum Router.

Trotz der überaus umfänglichen Digitalausstattung befriedigt der DDP-2 auch die Ansprüche analog orientierter Kunden. Das gelingt durch eine diskret aufgebaute Line-Stage-Sektion mit zwei Cinch-Paaren und einem symmetrischen Stereo-Input. Die Digital- und Analog-Bereiche sind nicht nur strikt voneinander getrennt auf zwei Platinen inszeniert, individuell geerdet und nur über ein Flachband-Kabel verbunden, sondern verfügen auch über separate Stromversorgungen. Die digitale Abteilung wird über ein sehr schnelles und effizientes Schaltnetzteil gespeist, während für die analoge Sektion ein Linearnetzteil zuständig ist, welches von einem Ringkerntransformator angesteuert wird. Hier galt es, hochfrequente Störungen vom Analogteil fernzuhalten.

Ein kraftvoller Partner

Der passende Kompagnon des multifunktionalen DDP-2 hört auf den Namen DPA-2 und beschränkt sich auf seine Tätigkeit als reiner Endverstärker. Trotz der flachen Bauweise verspricht Elac bis zu 325 Watt pro Kanal an 4 Ohm. Sollte das immer noch zu wenig Leistung sein, können zwei DPA-2 jeweils auch als Monoblock betrieben werden – mit 650 Watt bei 8 Ohm auf jeder Seite. Verantwortlich für dieses immense Leistungspotential zeichnen zwei Hypex CD400LP-Module. Diese hocheffiziente und wenig Wärme erzeugende Class-D-Platinen wurden von Peter Madnick und seinem Entwicklungsteam in eine Schaltung eingebettet, die als Class-A-Konstruktion mit diskreten FET-Eingangsstufen und servo-gesteuerten Ausgangsstufen aufwartet.

Auch hier kommen wieder zwei separate Prinzipien der Stromzulieferung gleichspannungsgekoppelt zum Einsatz: ein Linearnetzteil mit Ringkerntransformator sowie ein zusätzliches Schaltnetzteil exklusiv im Class-D-Ausgangsbereich. Konsequenterweise ist der Aufbau wie schon beim DDP-2 streng symmetrisch, wovon neben den obligatorischen Cinch-Eingängen zwei XLR-Buchsen zeugen. Robuste Drehklemmen sind bereit für die Annahme von einem Paar Lautsprecher. Auf der Frontpartie lassen sich die beiden Inputs jeweils aktiv schalten sowie der generelle Ausgangspegel erhöhen (»Gain«) für den Fall, dass eine andere Vorstufe als die DDP-2 anliegt und eine zu geringe Ausgangsspannung liefert. Weiße LEDs signalisieren jeweils den Betriebszustand. Sehr hübsch: Das Display agiert als Pegelinstrument mit dezenten weißen Balken. Auch etwaiges Clipping wird über diese Anzeige gemeldet. Wie beim DDP-2 finden auch beim DPA-2 für alle Schaltfunktionen hermetisch abgeschirmte Relais mit Gold-an-Gold-Kontakten Verwendung – exzellente Langzeitstabilität ist eine der positiven Folgen.

Obgleich der DDP-2 alternativ auch für Aktiv-Lautsprecher – wie die exzellenten Elac Navis ARB-51 – prädestiniert ist, liegt für den Hörtest ein gemeinsames Auftreten mit dem Partner DPA-2 nahe. Der Anschluss erfolgt symmetrisch mittels hochwertiger XLR-Kabel von Pangea. Als Signalquelle dient mein Roon-Rock-Server. Sobald ich einen Titel bei Roon starte, schaltet der DDP-2 automatisch auf den richtigen Eingang und der Song ertönt. Die beigelegte klassische Fernbedienung des DDP-2 erlaubt eine Laufwerkssteuerung der Player-Software. Das Zusammenspiel läuft wie aus einem Guss und ist durchweg sehr komfortabel gelöst.

Robuste Drehklemmen sind bereit für die Annahme von einem Paar Lautsprecherkabeln. Wer richtig Leistung benötigt, kann zwei DPA-2 jeweils als Monoblock betreiben.

Zum Start erklingt gleich ein schweres Kaliber: die »20th Anniversary Edition« des Albums »Mezzanine« von Massive Attack als remasterte Fassung in herkömmlicher CD-Auflösung. Bei den düsteren Symphonien der Bristolians ringen wuchtige E-Bässe, abgründige Bass-Synthesizer, tief gestimmte Drums und grummelnde Sprechgesänge in einem enggefassten Frequenzband gleichermaßen um Aufmerksamkeit. Die Elac-Kombination serviert daraus keinen bassigen Brei, sondern demonstriert akribisch und präzise die feine Abstimmung der jeweiligen Anteile der Instrumente am schwergewichtigen Tieftonfundament. Diese überwältigende Bass-Melange transportieren DDP-2/DPA-2 sehnig mit sicherer Kontrolle, aber gleichsam auffälliger Kraft und Wucht, an der gerade die Endstufe ihren erheblichen Anteil hat. Interessanterweise legt das DAC/Amp-Duo sehr deutlich den puzzleartigen Charakter der Kompositionen offen.

Mit silbrigem Timbre angeboten

Ich vermeine fast die Nahtstellen der eingesetzten Samples wahrzunehmen, visualisiere quasi das »Klötzchenschieben« auf dem Pro-Tools-Bildschirm. Dass die Musik trotz dieser kompositorischen Vorgehensweise außerordentlich stimmig klingt, ist ein Beleg für die große Kunst von Massive Attack, die das Alchemy-Ensemble unmissverständlich zeigt. Hier bewährt sich dessen saubere Präsentation im wichtigen Mittenband, welche durch einen transparenten, aber nie unbotmäßig aggressiven Hochtonbereich vervollkommnet wird. Dieser Eindruck erhärtet sich durch die Reproduktion der Becken im Schlagzeugspiel von Nasheed Waits auf dem Album »Blue Dream« des Jamie Saft Quartetts, die mit silbrigem Timbre angeboten werden, ohne übertrieben brillant zu verstrahlen. Selbst als der Saxophonist Bill McHenry im Titel »Words And Deeds« plötzlich in bester Nobby-Stiles-Manier wild von der Seite reingrätscht, unterstützen die Elacs das energische Moment der Attacke, kippen aber nicht in eine zu gepfefferte Interpretation.

Das hohe Auflösungsvermögen der Alchemy-Kombination hat jedoch auch seine Schattenseiten, wie ich am neuen Album »Kiwanuka« von Michael Kiwanuka feststellen musste. Dieses an sich wunderbare Opus ist dynamisch ein Trauerspiel, weil so extrem komprimiert gemastert, dass es einem die Freude an der Musik verdirbt. Das Duo DDP-2/DPA-2 präsentiert in seiner neutralen Unerbittlichkeit konsequenterweise leider auch diese traurige Wahrheit. Da hilft keine Hi-Res-Auflösung: »Kiwanuka« klingt einfach nicht.

Fantastischer zeitgenössischer Jazz in exzellenter Aufnahmequalität: das Album »Blue Dream« vom Jamie Saft Quartett aus Brooklyn.

Dass es auch anders geht, zeigt die MQA-Version eines audiophilen Klassikers: Muddy Waters' Album »Folk Singer«, erneut eingeliefert via Roon. Bei dieser legendären Studioaufnahme begeistert die sehr gute räumliche Ausleuchtung durch die DDP-2/DPA-2-Kombination. Der besondere Live-Charakter der Session wird wirklichkeitsnah übermittelt, die leicht versetzten Positionen der Musiker sind klar definiert. Die zeitweise extrem intime Nähe zur zentral präsenten Stimme von Muddy Waters führt zu einem atemberaubenden Maß an »Echtheit«, auch weil der extrem im Pegel schwankende Gesang in seinen feinen Facetten so feinfühlig ausgegeben wird. Andererseits lässt die Darbietung auch in Sachen Impulsverarbeitung keine Wünsche übrig: Die punktuell explosive bis messerscharfe Art des Spiels der akustischen Gitarre und das Knallen der Snare transportiert das Elac-Duo ansatzlos flink und fest.

In der Folge probiere ich die vielfältigen digitalen Klang-Verbesserungsoptionen des DDP-2 aus, welche auf den Erkenntnissen basieren, die Peter Madnick und sein Team bereits für Audio Alchemy seit den 90er-Jahren erforscht haben. Zum einen offeriert das Gerät vier verschiedene Filter, die je zwei Varianten von »Linear Phase« und »Minimal Phase« mit unterschiedlichen Rolloff-Charakteristiken anbieten. Darüber hinaus hat das Gerät auch spezielle Algorithmen in petto, die unter der Überschrift »Resolution Enhancement« eine Verbesserung der Auflösung versprechen – und zwar individuell pro Eingang! Basierend auf Interpolation und Dithering werden hier beispielsweise einem 16-Bit-Signal weitere Datenbits hinzugefügt, um ein 24-Bit-Äquivalent zu erzielen. Der verwendete SHARC-DSP von Analog Devices ist in der Lage, diese Funktion bei allen unterstützten Sample-Raten einzusetzen.

Griffigkeit und Präsenz

Die Wirkung beider Finetuning-Optionen erweist sich in meiner Wahrnehmung eher als feinschleifend denn gravierend, vermag aber in Einzelfällen einen bestimmten Musiktitel aufwerten oder dem spezifischen Empfinden mancher Hörer besser entsprechen. Über die mitgelieferte Fernbedienung ließen sich sehr bequem die Auswirkungen vergleichen, da dort alle vier Filter mit und ohne »Resolution Enhancement« nacheinander durchschaltbar sind. Als dritter Weg wird vom DDP-2 ein Upsampling angeboten, bei dem sich für mich der signifikanteste Unterschied hörbar herauskristallisierte: Griffigkeit und Präsenz nahmen erkennbar zu. Aber auch dieses Verfahren wird von Fall zu Fall bei unterschiedlichen Quellen mehr oder weniger gewünscht sein. Was besser, schlechter, richtiger oder falscher ist, hängt stark von persönlichen Vorlieben und den jeweils kennzeichnenden Eigenschaften der musikalischen Vorlagen ab. So bietet sich der DDP-2 zusammen mit seinem kongenialen Partner DPA-2 auch noch als wunderbares Experimentierfeld auf dem Weg zum ganz persönlichen Musikgenuss an.

Generell bewegen wir uns bei diesen Zusatz-Features aber im »Nice-To-Have«-Bereich. Wichtiger ist die überragende Performance der Kombination beim Erfüllen der Basisaufgaben. Das Alchemy-Paar bietet – neben der exzellenten Ausstattung – eine Klangqualität, die ich in diesem Preissegment bisher nicht erlebt habe.

Messwerte Elac Alchemy DDP-2

Verstärkung:
Verstärkungsfaktor:   12,0 dB / 4-fach
max. Ausgangsspannung:   7,97 V
 
Verzerrungen:

Klirrfaktor (THD+N):   0,0093 %
IM-Verzerrungen (SMPTE):   0,054 %
IM-Verzerrungen (CCIF):   0,015 %
 
Störabstände:

Fremdspannung (- 20 kHz):   -102,6 dB
Geräuschspannung (A-bewertet):   -108,1 dB
 
Sonstige:

Obere Grenzfrequenz:   142 kHz
Kanaldifferenz:   0,006 dB
Eingangswiderstand (unsymmetrisch):   98 kOhm
Ausgangswiderstand (unsymmetrisch):   215 Ohm

Stromverbrauch-Leerlauf:   25 W

Messwerte Elac Alchemy DPA-2

Leistung:
Nennleistung @ 4 Ohm (1% THD):   386 W
Nennleistung @ 8 Ohm (1% THD):   224 W

Verzerrungen:
Klirrfaktor (THD+N, 10 Watt @ 4 Ohm):   0,0050 %
IM-Verzerrungen SMPTE (5 Watt @ 4 Ohm):   0,029 %
IM-Verzerrungen CCIF (5 Watt @ 4 Ohm):   0,0025%
 
Störabstände:

Geräuschspannung (A-bewertet):   -101,7 dB
 
Verstärkungsfaktor:   24,6 dB / 17-fach

Obere Grenzfrequenz (-3dB / 10 W @ 4 Ohm):   54 kHz

Kanaldifferenz:   0,049 dB

Empfindlichkeit (Vollaussteuerung 4 Ohm):   2,3 V

Eingangswiderstand:   19 kOhm



Stromverbrauch-Leerlauf:   28 W

Hersteller:   Elac, Kiel

Produkt:   DDP-2

Kategorie:   Vorverstärker/DA-Wandler/Streamer

Preis:   2.599 Euro

Garantie:   2 Jahre

Eingänge

  • 2 x Stereo Analog Line (Cinch)
  • 1 x Stereo Analog Line Symmetrisch (XLR)
  • 2 x Digital Koaxial
  • 2 x Digital Optisch
  • 2 x Digital I2S (HDMI/Mini-DIN)
  • 1 x USB
  • 1 x RJ 45 Netzwerk


Ausgänge

  • 1 x Stereo Pre Out Variabel (Cinch)
  • 1 x Stereo Pre Out Fix (Cinch)
  • 1 x Stereo Pre Out symmetrisch (XLR)
  • 1 x Kopfhörer 6,3 mm


Streaming

  • Bluetooth
  • WLAN (802.11 b/g/n)
  • Gigabit Ethernet
  • Airplay
  • Spotify Connect
  • Roon


Ausführung:   Schwarz

Abmessungen (H x B x T):   5 x 44,5 x 38 cm

Gewicht:   6,35 kg



Produkt:   DPA-2

Kategorie:   Endverstärker

Preis:   1.699 Euro

Garantie:   2 Jahre

Eingänge

  • 1 x Stereo Analog Line (Cinch)
  • 1 x Stereo Analog Line Symmetrisch (XLR)


Ausgänge

  • 1 x Stereo Lautsprecher


Ausführung:   Schwarz

Abmessungen (H x B x T):   5 x 44,5 x 38 cm

Gewicht:   6,35 kg

Elac Electroacustic GmbH
Fraunhoferstraße 16
24118 Kiel

Internet:   www.elac.de

Facebook:   https://www.facebook.com/ElacKiel/?fref=ts

E-Mail:    info@elac.de

Telefon:   04 31 / 64 77 4-0

Telefax:   04 31/ 68 21 01

Mit dem Alchemy-Debüt legt Elac in der High End-Klasse von Verstärker-Komponenten einen fulminanten Start hin. Durch die optimale, weil gleichberechtigte Verbindung aus hochentwickeltem Digital-Department mit DAC/Streaming-Endpoint und kompromisslos unabhängiger Line-Stage unterstreicht der DDP-2 seinen ambitionierten Anspruch. Er ist prädestiniert für den aufgeschlossenen Musikhörer alter Schule, der keinerlei Einschränkungen und »Zwangsdigitalisierungen« im Analog-Bereich akzeptiert, andererseits aber die Vorzüge moderner digitaler Möglichkeiten vollumfänglich nutzen möchte. Im Schatten dieses famosen Multitalents spielt der äußerst potente Endverstärker DPA-2 verlässlich als Diener seines Herrn. Er hält das erstklassige Niveau der Vorstufe mühelos beziehungsweise macht es durch souveränes Stehvermögen, zupackende Dynamik und allürenfreie Transparenz überhaupt erst erlebbar. In beiden Fällen handelt es sich um außerordentlich aufwendig konzipierte, bis in das letzte Detail akribisch optimierte High-End-Elektronik. Dieses Resultat von dreißig Jahren Audio-Alchemy-Erfahrung ist jetzt zu Konditionen erhältlich, die selbst für einen Normalverdiener nicht unerreichbar sind. Auch dafür verdient Elac höchstes Lob.   André Schwerdt

Elac Alchemy DDP-2
Preis: 2.599 Euro
Garantie: 2 Jahre
Elac Alchemy DPA-2
Preis: 1.699 Euro
Garantie: 2 Jahre
sehr gut
gut - sehr gut
überragend
sehr gut
sehr gut

sehr gut
gut - sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut

TEST

Verstärker:
Elac Alchemy DDP-2 / DPA-2
Autor:
André Schwerdt
Datum:
27.01.2020
Hersteller:
Elac