T+A komplettiert mit dem Kompaktlautsprecher B 8 die vor sieben Jahren gestartete Serie 8, deren Elektronik-Komponenten audiophile Ansprüche bedienen. i-fidelity.net hat die Einführung der B 8 zum Anlass genommen, sie zusammen mit ihren Teamkollegen aufspielen zu lassen.

Hin und wieder merke ich, wie zwei Herzen in meiner Brust schlagen: das eines Klangenthusiasten und das eines zumindest ansatzweise kompromissbereiten Pragmatikers. Das eine sagt mir, dass man bei sehr kompakt gehaltenen Geräten zumeist gewisse Abstriche bei der Klangqualität machen muss. Das andere hingegen erinnert mich daran, dass der mit Preisgefügen einhergehende technische Aufwand von größerer Bedeutung für das klangliche Resultat sein kann als die Bauform. Gut zu wissen, mit solchen zwiespältigen Anwandlungen nicht alleine dazustehen: Schließlich hätte sich ohne entsprechende Nachfrage manch Hersteller nicht über Jahre hinweg damit befasst, die Entwicklung kleiner, aber feiner Lautsprecher und Elektronik voranzutreiben.

Diese Ambitionen haben mittlerweile Multitalente und kompakte Komponenten hervorgebracht, die sich nicht mehr per se als »Convenience-HiFi« abstempeln lassen. T+A gehörte einst zu den Vorreitern in diesem Segment und läutete mit der Einführung des ursprünglichen DAC 8 vor nunmehr sieben Jahren das eigene Angebot betreffend eine neue Ära ein. Kurz zuvor waren zwar das portable All-In-One-System Caruso und der Design-Receiver Cala vorgestellt worden, doch die sukzessive auf den Plan getretenen 8er-Komponenten sollten den Beweis antreten, dass zierliche Geräte auch bei sehr wählerischen Hörern Herz und Vernunft in Einklang bringen können.

Die Aufgabe, »richtiges« High End mit kleinen Gehäusen zu realisieren, stellt sich im Falle eines Digital-Analog-Wandlers noch vergleichsweise einfach dar, wie auch das reichhaltige Angebot kompakter DACs im gehobenen Segment zeigt. Bei Verstärkern wird die Sache freilich anspruchsvoller, sofern man das unter klanglichen Aspekten nach wie vor diskutierte Prinzip einer Schaltverstärkung außen vor lässt. T+A hat sich dennoch bei der Stereo-Endstufe Amp 8 (2.100 Euro) für einen klassischen Aufbau in Class-A/B-Topologie entschieden, ihre durchgehend vollsymmetrisch angelegte Schaltung basiert auf den für die R-Serie und die Referenzlinie HV verwendeten Layouts und wird von einem stabilen Netzteil gespeist. Die Ausgangsstufe ist mit bipolaren »ThermalTrak«-Leistungstransistoren von ON Semiconductor bestückt, sie regulieren den Ruhestrom temperaturabhängig mit Hilfe einer integrierten Bias-Diode. Um die Wärmeentwicklung in den Griff zu bekommen, verwendet T+A einen langsam laufenden Lüfter, der abhängig von der Temperatur und der anliegenden Last per Mikroprozessor gesteuert wird.

Der für 3.150 Euro erhältliche MP 8 bildet die Tonquelle der Serie 8-Anlage und präsentiert sich als solche äußerst vielseitig: Neben einem schwimmend gelagerten CD-Laufwerk enthält der MP 8 ein selbst entwickeltes Streaming-Modul, das per LAN und WLAN Musik von UPnP-Servern streamt. Das Roon Ready-zertifizierte Board unterstützt zudem die Musikdienste Qobuz und Tidal, des Weiteren kann der MP 8 auch Musik von mobilen Endgeräten über Bluetooth aptX abspielen. Zusätzlich erschließen der Internetradio-Dienst Airable und ein FM-HD/DAB-Tuner die große, weite Welt des Radios. Somit bietet der MP 8 von sich aus praktisch alle erdenklichen Möglichkeiten; nichtsdestotrotz können externe Tonquellen über zwei Koaxialbuchsen und eine optische TosLink-Schnittstelle angeschlossen werden, während für USB-Speichermedien zwei Ports bereit stehen. Eine dritte USB-Schnittstelle arbeitet im Gerätemodus und gibt das Eingangssignal direkt an den DAC 8 DSD aus; ein koaxialer S/PDIF-Ausgang leitet die Signale klassischer Digitalquellen an externe D/A-Wandler anderer Hersteller weiter.

Das mit WBT-Polklemmen ausgestattete Anschlussfeld der T+A B 8 ist für Single-Wiring-Betrieb ausgelegt; die Ankopplung an den Untergrund erfolgt mit Filzfüßen, die auch empfindliche Oberflächen schonen.
Das aufwendige Konzept der Serie 8 setzte für Siegfried Amft, der die B 8 entwickelt hat, die Messlatte hoch an, schließlich sollte der Lautsprecher die Güte der Elektronik uneingeschränkt transportieren.

In Sachen Bedienkomfort nimmt der MP 8 ebenfalls eine zentrale Rolle ein: Er steuert mit Hilfe der für iOS und Android verfügbaren T+A-App auch die übrigen Komponenten. Für das Zusammenspiel mit dem DAC 8 DSD (3.100 Euro) ist darüber hinaus eine Möglichkeit vorgesehen, die klangliche Aspekte betrifft: Die »DAC 8 Link«-Schnittstelle des MP 8 kann mit einem USB-Eingang des Wandlers verbunden werden, um die Übertragung des Musiksignals zu optimieren. Der DAC 8 DSD nimmt seinerseits den Systemgedanken mit einer analogen Lautstärkeregelung auf, die es ermöglicht, Endverstärker und Aktiv-Lautsprecher direkt anzusteuern. Mit Blick auf seine primäre Funktion als D/A-Wandler wurde bei der zweiten Auflage des Serie 8-Debüts großer Aufwand betrieben, damit sowohl bei PCM-Datenströmen als auch bei DSD-Files eine möglichst akkurate Signalverarbeitung erreicht wird: Der DAC 8 DSD bringt für beide Formate völlig separate Wandlersektionen mit. Während im PCM-Trakt acht 32-Bit-DAC-Chips von Texas Instruments in doppelt symmetrischer Anordnung arbeiten, hat Elektronik-Chefentwickler Lothar Wiemann für die einbittigen Datenströme einen analog aufgebauten 1-Bit-Wandler entworfen, um auf den konvertierenden DSD-Modus von PCM-Chips verzichten zu können.

Kühle Anmutung

Das aufwendige Konzept der Serie 8 setzte für Siegfried Amft, der die B 8 entwickelt hat, die Messlatte hoch an, schließlich sollte der Lautsprecher die Güte der Elektronik uneingeschränkt transportieren. Dabei stehen Lautsprecher-Konstrukteure ohnehin vor einer Herausforderung, wenn das Pflichtenheft möglichst kompakte Abmessungen vorsieht, denn um diese mit Durchsetzungsvermögen und einem soliden Tieftonfundament zu verbinden, ist ihr ganzes Können gefragt. Gestalterisch passt die B 8 zweifelsohne perfekt zu den Geräten, ihr Design wurde exakt auf das Gesicht der Serie abgestimmt: Die kühle Anmutung schwarz und silberfarben eloxierten, von Hand gebürsteten Aluminiums wird von sanft abgerundeten Ecken um eine spielerische Note ergänzt. Alle Gehäuseteile werden aus Aluminium im Strangpressverfahren hergestellt, das Material wird hier allerdings nicht seiner reizvollen Optik wegen durchgehend verwendet, sondern aufgrund seiner Festigkeit. Die ermöglicht es, die Gehäusewände dünner auszuführen und so mehr Innenvolumen für den Tiefmitteltöner bereitzustellen. Zudem verhindert das steife Material, dass der Korpus durch die Chassis zu Schwingungen angeregt wird und dämpft von außen einwirkenden Körperschall. Die Innenseiten des Gehäuses sind mit speziellem Absorbermaterial ausgekleidet, um stehenden Wellen und unerwünschten Reflexionen entgegenzuwirken.

Wegen der nicht abnehmbaren Metall-Frontblende bleibt ein wesentliches technisches Merkmal dieses Zweiwege-Systems dem Blick verborgen: Die B 8 hat eine Bassreflex-Abstimmung, die über zwei frontseitige, unterhalb des Tiefmitteltöners positionierte Austrittsöffnungen ventiliert. Die Chassis basieren auf den für die Criterion-Lautsprecher verwendeten Exemplaren; für Frequenzen oberhalb von zwei Kilohertz kommt ein lediglich zwanzig Millimeter durchmessender Hochtöner mit Seidenkalotte zum Einsatz. Um die tieferen Lagen kümmert sich ein 15-Zentimeter-Treiber mit strömungsoptimiertem Aluminium-Druckgusskorb, dessen Konusmembran aus Papier geformt wird. Dem noch flüssigen Papierbrei wird zwecks Bedämpfung der Membran Kohlefaser beigemischt, anschließend trocknet die Materialmischung an der Luft aus. Das mit WBT-Polklemmen ausgestattete Anschlussfeld ist für Single-Wiring-Betrieb ausgelegt; die Ankopplung an den Untergrund erfolgt mit Filzfüßen, die auch empfindliche Oberflächen schonen. Doch so verlockend es ist, die B 8 auf einem schicken Möbel »anzurichten«, kann der Enthusiast in mir nur empfehlen, sie auf geeigneten Stativen zu platzieren. Im Zuge dessen sollte man auch eine recht freie Aufstellung wählen, um ihr Potential vor allem hinsichtlich der räumlichen Abbildung ganz auszuschöpfen.

»Belonging« wurde zur Initialzündung für den Riesenerfolg von Keith Jarrett und Jan Garbarek. Die Bedeutung des Albums hatte ECM 2015 schließlich dazu bewogen, eine digitale Nachbearbeitung des originalen Masterbandes anzufertigen, dessen Klangpotential die B 8 in aller Deutlichkeit aufzeigt.

Das Album »Belonging« ist ein Jazz-Klassiker aus dem Jahr 1974, der im Rahmen der seinerzeit ersten Kollaboration des Pianisten Keith Jarrett und des Saxophonisten Jan Garbarek mit Palle Danielsson am Bass und Jon Christensen an den Drums entstand. Eigentlich sollte dieses Quartett ein einmaliges Projekt sein, doch »Belonging« wurde zur Initialzündung für einen Riesenerfolg. Die historische Bedeutung des Werks hatte ECM 2015 schließlich dazu bewogen, eine digitale Nachbearbeitung des originalen Masterbandes zu veröffentlichen. Die B 8 outet sich bei »Blossom« sofort als hochauflösender Monitor und gewährt den Musikern viel Freiraum auf einer weitläufigen, minutiös gestaffelten Bühne, die sich im Geiste mühelos abschreiten lässt. Zugleich trifft sie die Tonlage des Tenorsaxophons präzise auf den Punkt und kann auch den sonoren Charakter des Kontrabasses glaubhaft vermitteln.

Auf welch hingebungsvolle Weise Stephanie Proot Beethovens Klaviersonate Nr. 13 in Es-dur und die »Mondscheinsonate« Nr. 14 in cis-moll interpretiert, ist immer wieder hörenswert, zudem klingt die DSD256-Produktion wirklich hervorragend. Die B 8 bildet hier die Silhouette des Instrumentenkörpers messerscharf ab und entfaltet den ganzen Klangfarbenreichtum des Flügels mit all seinen Schattierungen. Beim Adagio con espressione spielt sie überdies ihre Agilität voll aus, folgt dessen abrupten Tempowechseln blitzschnell und akzentuiert im nächsten Moment selbst subtile rhythmische Variationen.

»In Silence« von Amelie Lens...

... ist ein ultimativer Prüfstein für die schon angesprochene Durchsetzungsstärke, der bei kleinen Lautsprechern naturgemäß engere Grenzen gesteckt sind. Allerdings können die außerordentlich tiefen Synthesizer-Sequenzen dieses Techno-Tracks auch ausgewachsene Schallwandler in Schwierigkeiten bringen. Kompakt-Monitoren bleibt da nur die Chance, rechtzeitig auszusteigen, und genau diese Strategie verfolgt die B 8. Was sie zuvor jedoch leistet, täuscht fast über ihr Gehäusevolumen hinweg: Sie meistert diese Passagen verblüffend souverän, indem sie die Bassläufe kontrolliert und voluminös zum Besten gibt – Kompliment an T+A für einen rundum gelungenen Monitor.

Lautsprecher T+A B 8

Impedanzminimum:   2,8 Ohm @ 3.900 Hz

Nennimpedanz (± 20% Toleranz):   3 Ohm

Empfindlichkeit:   86,5 dB (2,83 V / 1m; 500-5.000 Hz)

Hersteller und Vertrieb:   T+A Elektroakustik GmbH & Co. KG, Herford

Modell:   B 8

Kategorie:   Kompakt-Lautsprecher

Paarpreis:   1.980 Euro

Garantie:   5 Jahre

Prinzip:   Zweiwege-System, passiv, Bassreflex

Chassisbestückung:   1 x 20-Millimeter-Hochtöner mit Gewebekalotte, 1 x 15-Zentimeter-Tiefmitteltöner mit Papier-Konusmembran

Trennfrequenz:   2 kHz

Terminal:   Single-Wiring-Anschlussfeld

Lieferumfang: Bedienungsanleitung, Garantieanforderungskarte

Ausführungen:
   Aluminium schwarz / silberfarben eloxiert

Abmessungen (B x H x T):   19 x 30 x 27 cm

Gewicht:   8 kg (Stk.)

T+A Elektroakustik GmbH & Co. KG
Planckstraße 9 – 11
32052 Herford

Internet:   www.ta-hifi.de

E-Mail:   info@ta-hifi.com

Facebook:   https://www.facebook.com/TAhifi/

Tel.:   0 52 21 / 7 67 60

T+As B 8 knüpft nahtlos an die reizvolle Optik der Serie 8-Elektronik an und ist ausgezeichnet verarbeitet. Klanglich kann sie sich als würdiger Spielpartner für ihre Teamkollegen erweisen: Die B 8 zeichnet sich durch eine feindynamisch und tonal äußerst differenzierte, quicklebendige Spielweise aus. Ihre scharf fokussierte Abbildung verleiht Instrumenten und Stimmen Plastizität und eröffnet gleichzeitig den Blick auf eine weitläufige, akkurat gestaffelte Bühne. Zudem relativiert die B 8 mit bemerkenswertem Durchsetzungsvermögen auch das Größenargument und empfiehlt sich so vorbehaltlos als Monitor für gehobene Ansprüche.   Marius Donadello

T+A B 8
Paarpreis: 1.980 Euro
Garantie: 5 Jahre
sehr gut
gut - sehr gut
gut - sehr gut
sehr gut
sehr gut

TEST

Lautsprecher:
T+A B 8
Autor:
Marius Donadello
Datum:
01.07.2019
Hersteller:
T+A Elektroakustik