Triangle will in Gestalt der Comete Ez die Stärken einer hochwertigen Kompaktbox mit klarem Durchsetzungsvermögen vereinen. i-fidelity.net hat sich angehört, ob die Französin über sich hinauswachsen und dieses vollmundige Versprechen einlösen kann.

Es gab Zeiten, da war ich auf gekonnt abgestimmte Zweiwege-Monitore eingeschworen, weil sie mit ihrer Abbildungspräzision und Geschlossenheit so manchem Standlautsprecher das Leben schwer machen. Eingedenk dessen haben »ausgewachsene« Exemplare gegenüber Kompaktboxen für mich bis heute nur dann Bestand, wenn sie sich durch konkurrenzfähige Homogenität auszeichnen. Nach jenem Feuereifer für hochwertige Schuhkartons rückte sich jedoch die Perspektive wieder zurecht und ich begann, den souveränen Charakter und das Bassvolumen größerer Standlautsprecher zu vermissen. Besonders wenn man sich an erschwinglichen Preisregionen orientiert, muss jeder Hörer bei der Wahl zwischen diesen Lautsprechergattungen für sich abwägen, ob die Priorität auf dem letzten Quäntchen Homogenität oder auf spürbar mehr Substanz liegt. Ließen sich derlei Unterschiede quantifizieren, würden Standlautsprecher im Allgemeinen besser dastehen, denn während sich beide Bauformen dank neuerer Entwicklungen den Schokoladenseiten der jeweils anderen annähern konnten, wirkt die Physik immer zugunsten des größeren Innenvolumens.

Allerdings darf eine solche Rechnung nicht ohne den Hörraum gemacht werden, dessen Volumen und Geometrie sich unweigerlich auf das Gesamtergebnis auswirken. Daher kann eine sinnvolle Entscheidung für eine Standbox oder einen Kompaktlautsprecher nur unter Berücksichtigung des fraglichen Umfeldes getroffen werden. Dementsprechend empfiehlt Triangle die Comete Ez für Räume von etwa fünfzehn bis dreißig Quadratmetern Größe; mein Hörraum liegt somit genau an der Obergrenze ihrer »operablen Zone«. Wohl wissend, dass kompakte Schallwandler häufig wegen ihres geringeren Platzbedarfs bevorzugt werden, spricht Triangle auch von einer Positionierung auf einem Möbel und liefert anstelle von Spikes dafür geeignete Gummifüße mit. Diese unaufdringliche Variante mag attraktiv erscheinen, aber dafür ist ausgerechnet die Comete Ez wirklich zu schade. Wer das klangliche Maximum aus ihr herausholen möchte, sollte besagte Gummifüße verwenden und ihr hochwertige, passende Stative gönnen. Mit denen wirkt sie immerhin dezenter als ein Standlautsprecher, und diesen Umstand sollten auch stilbewusste Hörer nutzen, um gleich Nägel mit Köpfen zu machen: Wenn Sie die Comete Ez frei im Raum aufstellen, wird sie Sie reichlich dafür belohnen.

Die Esprit-Serie ist genau in der Mitte des Triangle-Portfolios angesiedelt und bildet auch mit ihrem Preispunkt das bodenständige Credo des Herstellers exemplarisch ab. Nichtsdestoweniger sind in ihre aktuelle Auflage auch Erkenntnisse aus der Entwicklung der zweiten Magellan-Generation eingeflossen, die vor sieben Jahren eingeführt wurde. Seither hatte sich Triangle daran gesetzt, wesentliche technologische Merkmale der Referenzlinie kostengünstiger zu realisieren und zunächst die Modelle der Signature-Reihe davon profitieren lassen, bis schließlich vor zwei Jahren die Esprit-Serie einer erneuten Modellpflege unterzogen wurde. Sie umfasst außer der Comete Ez die beiden Kompaktboxen Titus Ez und Heyda Ez, die drei Standlautsprecher Australe Ez, Antal Ez und Gaia Ez sowie den Center Voce Ez. Alle Modelle weisen für die jeweiligen Frequenzbereiche eine identische Chassis-Bestückung auf, sodass sie frei miteinander kombiniert werden können, ohne die einheitliche Klangcharakteristik eines mehrkanaligen Setups zu kompromittieren. In einem solchen Szenario empfiehlt sich die flache, zur Montage an der Wand geeignete Heyda Ez für die rückwärtige Beschallung.

Das Anschlussfeld der Comete Ez ist für Single-Wiring ausgelegt; die selbst entwickelten, in makellos gebürstetem Aluminium ausgeführten Lautsprecheranschlüsse sind äußerst solide und sehen beileibe nicht nach einem Lautsprecher dieser Preisklasse aus.
Die Kalotte ist mit 22 Millimetern Durchmesser ein eher kleines und damit schnelles Exemplar. Als Membranmaterial kommt Titan zum Einsatz.

Mit Blick auf unterschiedliche Einrichtungsstile erweisen sich die Esprit-Modelle ebenfalls als ganz unkompliziert: Neben klassischem Nussbaum-Furnier, das gegenwärtig eine Renaissance erfährt, sind gegen einen Aufpreis von 140 Euro pro Paar moderne Hochglanz-Ausführungen in Weiß und Schwarz erhältlich. Ganz im Sinne einer zeitgemäßen Optik sind die Chassis mit Hilfe innenliegender Schrauben fixiert, das nach alter Schule rechteckig geformte Gehäuse der Comete Ez wird aus hochdichten Faserplatten in Wandstärken von bis 21 Millimetern hergestellt. Um die Konstruktion weiter zu versteifen und so möglichst resistent gegenüber von den Treibern ausgehenden Schwingungen zu machen, befinden sich an kritischen Stellen im Inneren des Korpus Stabilisierungen. Einen Gutteil des Innenvolumens beansprucht allerdings ein Bassreflex-Kanal, der über zwei frontseitige, unterhalb des Tiefmitteltöners positionierte Austrittsöffnungen ventiliert und der Comete Ez nicht nur in tiefen Registern auf die Sprünge hilft: Er mindert auch Kompressionseffekte und trägt zu ihrem hohen Wirkungsgrad bei.

Die Zweiwege-Frequenzweiche wurde bewusst so einfach wie möglich gestaltet, um den Signalweg kurz zu halten. Ihre Bauteile, zu denen 1-Millimeter-Kupferspulen und Metall-Kondenstoren zählen, sind mit einem hauseigenen Kabel verdrahtet, das aus sauerstofffreien Kupferlitzen hergestellt wird. Für den Hochtonbereich ist ein eigens für die Esprit-Serie entwickeltes Chassis zuständig, dessen prinzipieller Aufbau bereits zuvor ein Kennzeichen von Triangle-Lautsprechern war: Der Treiber mit der internen Bezeichnung »T2500B« arbeitet in einer Druckkammer, deren Vorderseite in einem Aluminium-Horntrichter mündet. Selbiger erhöht den Wirkungsgrad der nur 22 Millimeter durchmessenden Kalotte, die aus Titan gefertigt wird und daher sehr verwindungssteif ist.

Der Tiefmitteltöner hat einen Durchmesser von 165 Millimetern und wurde ebenfalls für die Serie weiterentwickelt; seine weiß gefärbte, in einer weichen Rundsicke aufgehängte Membran und die Staubschutzkappe werden aus Zellulosebrei hergestellt. Während diesem Naturmaterial gern eine für den Einsatz in Mitteltönern ideale Klangcharakteristik attestiert wird, geben ihm die Verantwortlichen bei Triangle wegen seines geringen Gewichts gegenüber dem für die Tieftöner der Standmodelle verwendeten glasfaserverstärkten Kunststoff den Vorzug. Das Anschlussfeld der Comete Ez ist für Single-Wiring ausgelegt; die selbst entwickelten, in makellos gebürstetem Aluminium ausgeführten Lautsprecheranschlüsse sind äußerst solide und sehen beileibe nicht nach einem Lautsprecher dieser Preisklasse aus.

Holographisch wirkende Kontur

Ob sich die Comete Ez akustisch ähnlich eindrucksvoll profilieren kann, will ich zunächst mit »Moonglow« aus dem ausgezeichnet produzierten Albums »Turn Up The Quiet« erkunden. Die Comete Ez lässt bei diesem Titel schon aufhorchen, bevor Diana Krall ihren Gesang anstimmt: Sie zeichnet eine sehr weitläufig ausgedehnte, hervorragend durchhörbare Bühne, auf der die Instrumente mit gebührendem Abstand zueinander platziert sind. Und dann setzt Diana Krall ein, gut zwei Schritte vor der Band stehend und mit fast holographisch wirkender Kontur abgebildet – da fügt sich unweigerlich die zur Stimme gehörende Gestalt im Kopf zusammen.

»Mich erstaunt mittlerweile, was der ein oder andere Lautsprecher kosten soll. Unerschwinglichkeit ist eine Hürde, die keiner übersrpringt. Wir haben mit Triangle einen Hersteller im Vertrieb, der insbesondere mit der Esprit-EZ-Serie untermauert, welche Leistung an einem definierten Preispunkt möglich ist. Das ist eine vertrauensbildende Maßnahme, die ganz nach meinem Geschmack ist«, sagt Jürgen Reichmann, der in Deutschland für den Vertrieb zuständig ist.

Gleichzeitig fördert die Comete Ez jede Modulation ihres Vortrags deutlich zu Tage und lässt ihr dunkles Timbre beinahe irritierend natürlich klingen. Auch dem markanten, besonders kraftvollen Ausdruck von Ninet Tayeb zeigt sich die Comete Ez mehr als nur gewachsen, die israelische Sängerin scheint bei den Hardrock-Songs ihres Albums »Paper Parachute« extratief Luft zu holen. Überdies kann die Comete Ez bei »Subservient« dem Bass ordentlich Nachdruck verleihen und bleibt selbst bei den tiefen Oktaven knochentrocken und fest zupackend.

Stephanie Proot schlägt zartere Töne an, die belgische Pianistin spielt Beethovens »Mondscheinsonate« Nr. 14 in cis-Moll in einer bemerkenswert gelungenen Aufnahme des kleinen Klassiklabels Aliud Records. Die Comete Ez bildet hierbei die Dimension des Flügels mit der gleichen, nachgerade frappierenden Plastizität ab wie zuvor die Sängerinnen und kann zudem die Dynamik des Instruments tatsächlich realitätsnah vermitteln. Sie setzt eine solche Menge Energie derart mühelos frei, dass man mit verbundenen Augen nie auf die Idee käme, einen kompakten Schallwandler zu hören.

Souveräne Vorstellung

Zugleich löst sie feinste tonale Schattierungen auf und widmet sich dem sanften Fluss des Adagio sostenuto voller Feingefühl für rhythmische Akzente. Spätestens jetzt bedarf es für mich keiner weiteren Demonstration der außerordentlichen Güte dieser Monitorbox, aber warum sich länger zurückhalten, wenn man mit herausragenden Elektro-Stücken wie »Stay With Me« von Amelie Lens ihre Nehmerqualitäten ultimativ fordern kann? Die nachfolgende Synthiebass-Orgie war wirklich rücksichtslos laut, doch es genügt wohl zu sagen: Mit dieser souveränen Vorstellung hat die temperamentvolle Französin meinen Feuereifer für Kompaktlautsprecher vollends neu entfacht.

Amelie Lens liefert auf »Stay With Me« hochenergetischen Techno, der nicht sorgfältig konstruierten Lautsprechern sofort ihre Grenzen aufzeigt. Trotz rücksichtslosem Druck im Bass lässt sich die Comete Ez nicht aus der Fassung bringen.

Lautsprecher Triangle Comete EZ

Impedanzminimum:   3,5 Ohm @ 198 Hz

Nennimpedanz (± 20% Toleranz):   4 Ohm

Empfindlichkeit:   88,5 dB (2,83 V / 1m; 500-5.000 Hz)

Hersteller:   Triangle, Villeneuve-Saint-Germain / Frankreich

Vertrieb:   Reichmann Audiosysteme, Niedereschach

Modell:   Comete EZ

Paarpreis:   ab 1.058 Euro

Garantie:   5 Jahre

Kategorie:   Kompaktlautsprecher

Prinzip:   2-Wege-System, passiv, Bassreflex-Abstimmung

Chassisbestückung:
   1 x 22-Millimeter-Titan-Kalotte, 1 x 165-Millimeter-Papier-Konus

Anschlussfeld:   Single-Wiring

Lieferumfang:   Textilbespannungen, Gummifüße, Bedienungsanleitung, Garantieanforderungskarte

Ausführungen:   Nussbaum, Hochglanz Schwarz, Hochglanz Weiß

Abmessungen (B x H x T):   20 x 40 x 33 cm

Gewicht:    9,3 Kg

Reichmann Audiosysteme

Graneggstraße 4

78078 Niedereschach


Internet:   www.reichmann-audiosysteme.de

E-Mail:   info@reichmann-audiosysteme.de

Telefon:   0 77 28 / 10 64

Die Triangle Comete Ez ist tadellos verarbeitet und kommt dank ihres hohen Wirkungsgrades auch mit kleinen Verstärkern bestens zurecht. Die Qualität der ihr vorgeschalteten Elektronik zeigt sie indes sehr deutlich auf, und um ihr ganzes Potential zu entfalten, sollte die Comete Ez mit Stativen frei im Raum aufgestellt werden. Dann wächst diese Kompaktbox über ihre Physis und ihr Preisschild hinaus: Stimmen klingen faszinierend natürlich, Instrumente haben Körper und ein reichhaltiges, äußerst fein differenziertes Klangfarbenspektrum. Ihre großformatige Bühnenabbildung gelingt dreidimensional und ist hervorragend durchhörbar, zudem ist die Spielweise der Comete Ez rhythmisch sehr akzentuiert, agil und außerordentlich dynamisch.   Marius Donadello

Triangle Comete Ez
Paarpreis: 1.058 Euro
Garantie: 5 Jahre
sehr gut
gut
gut - sehr gut
sehr gut
sehr gut

TEST

Lautsprecher:
Triangle Comete EZ
Autor:
Marius Donadello
Datum:
07.05.2019
Hersteller:
Triangle