Noch selten hat ein Hersteller von HiFi-Lautsprechern die Bedürfnisse und Möglichkeiten seiner Kunden so realistisch eingeschätzt, wie Q Acoustics es seit den Anfangstagen tut. Mit der neuen 3000i-Serie ist der Einstieg in gutes Musikhören so leicht und so günstig wie nie zuvor.

Unsere Bequemlichkeit geht allzu oft auf Kosten der Qualität. Ob es beim Essen die in heißem Wasser aufgewärmten Instantgerichte sind, das schnell zu verzehrende Fast Food oder die aus dem Tiefkühler kommende Pizza spielt dabei keine Rolle, denn es geht um die Kürze der Zubereitungszeit und vor allem um den Verzicht auf jegliche Planung. Heute muss alles ad hoc gehen, Qualität hat keine Priorität. Auch das Hören von Musik ist von dieser Entwicklung betroffen, schließlich ist diese heute auf den Speichern in Telefonen oder Tablets zu finden, wenn überhaupt. Der Komfort von Streaming-Diensten scheint ja  schließlich unschlagbar zu sein. Doch arbeiten viele von ihnen wie beispielsweise Spotify mit begrenztem Dynamikumfang. Und wer seine Musik über das Telefon, einen billigen Ohrstöpselkopfhörer oder einen Bluetooth-Mono-Breitbänder hört, wird das sicher nicht einmal bemerken.

Was aber, wenn die Ansprüche an das tonale Niveau höher sind? In der Regel wird es dann teuer, für viele unbezahlbar. Genau hier setzt Q Acoustics seit Jahren den Kontrapunkt: technisch hochwertige Lautsprecher zum niedrigen Tarif. Mit der neuen 3000i-Serie gehen die Engländer jetzt einen entscheidenden Schritt weiter, denn zum einen wurden sinnvolle Verbesserungen gegenüber den Vorgängern umgesetzt, und zum anderen ist die Verwechslung von Paar- und Stückpreis nach wie vor gegeben. i-fidelity.net hat sich das kompakte Modell 3010i aus der aktuell aus fünf Modellen bestehenden Serie herausgepickt. Da es auch Center und Subwoofer gibt, kann mit den neuen Schallwandlern sowohl ein Stereo- als auch ein Mehrkanal-Set-up realisiert werden.

Das knapp über 25 Zentimeter hohe und gut vier Kilogramm wiegende Gehäuse ist in den Farbvarianten Schwarz, Weiß, Grau und Walnuss zu bekommen. Auf der Unterseite sind vier schwingungsdämpfende Füßchen bereits angebracht, es muss also nicht wie beim Vorgänger selbst Hand angelegt werden. Mittels dort ebenfalls angebrachter Gewinde lässt sich die Box mit dem optionalen und durchaus empfehlenswerten Standfuß Q 3000FSi (in den Ausführungen Schwarz und Weiß, 178 Euro Paarpreis) verschrauben. Frei aufgestellt kann die 3010i dann nämlich in puncto Raumabbildung ihr Maximum abrufen. Sollte die Platzierung auf einem ebenfalls optional erhältlichen Wandhalter und nahe vor einer Rückwand erfolgen, kann die Bassreflexöffnung mit einem Schaumstoffkorken verschlossen werden, um einen zu hohen Bassanteil zu vermeiden. Lautsprecherkabel finden bestens Anschluss per Bananenstecker im versenkten Terminal.

Die kompakte Q Acoustics präsentiert eine erstaunliche Liste technischer Zutaten. Nimmt man die magnetische Bespannung ab, kommen statt irgendwelcher 08/15-Chassis individuell entwickelte Treiber zum Vorschein. So verfügt der Zehn-Zentimeter-Tief-Mitteltöner über eine beschichtete Papiermembran, welche an einer ebenfalls neu konzipierten Sicke präzise schwingen soll. Der aus Stahl gefertigte Korb ist sehr verwindungssteif, was der Genauigkeit der Abbildung zugute kommt. Mit 22 Millimetern Durchmesser ist die für den Hochton zuständige Kalotte eher klein. Sie überträgt den Frequenzbereich ab 2.600 Hertz. Für eine Steigerung der Abbildungsfähigkeit im Tieftonbereich ist das Gehäusevolumen auf jetzt vier Liter vergrößert worden.

HiFi hat Bestand

Zur Ansteuerung nutzen wir zunächst den hervorragend ausgestatteten Marantz M-CR611, der nicht nur CDs abspielt, sondern auch Internet-Radio und HighRes-File-Verarbeitung vom Rechner bietet. »Smoothjazz.com« ist ein Internet-Radiosender, der mit einer Übertragungsrate von 256 kBit/s arbeitet. Parallel zu dieser Anlage läuft der Sender vom iPhone gestreamt auf einen Teufel Boomster. Die letztgenannte Kombi hat klanglich aber keine Chance, weil sie nicht einmal im Ansatz an die Performance der Q Acoustics 3010i heranreicht. Diese bietet eine stabile Bühnenabbildung und vor allem einen sonoren Tiefton, der mit der mobilen Kombination nicht vergleichbar ist, weil diese ihn einfach gar nicht überträgt. Und wir sind bei der Q Acoustics erst am Anfang.

Liegt eine CD im Player, dann sprengt der Lautsprecher seinen preislichen Rahmen gewaltig. Vor allem seine Fähigkeit zur räumlichen Abbildung ist enorm. Viele Hörer kennen das heute wohl gar nicht mehr, dass sich ein Klangbild von den Schallwandlern löst und man eine Stimme exakt fokussiert dazwischen vernimmt – also dort, wo sich keine physische Schallquelle befindet. Was die 3010i aber so wertvoll macht, ist die Klarheit, die Transparenz und die Plastizität der Wiedergabe, die es so in dieser Preisklasse noch nicht gegeben hat. Dafür braucht es nur »Ain't No Sunshine« in der Interpretation von Eva Cassidy: die Stimme mit Ausdruckskraft, die Gitarre akkurat und wieder eine phänomenale Abbildung des Aufnahmeraums. Wer die vielen akustischen Details dieser Einspielung entdeckt, wird süchtig danach.

Erstaunliches gibt es auch von der Wiedergabe des Titels »Trip Trap« zu berichten. Bassist Marcus Miller – ja, genau der, der auf dem 1982er-Album »The Nightfly« von Donald Fagen bereits Bass spielte – hat ihn auf seinem aktuellen, sehr empfehlenswerten Album »Laid Back« veröffentlicht. Andere Lautsprecher scheppern angesichts dieser musikalischen Energie gerne vor sich hin, was auf die Dauer entnervend ist. Die Q Acoustics behält trotz komplexer Signale die Übersicht und arbeitet das filigrane und dennoch druckvolle Saitenspiel klar heraus. Kommen die Bläser hinzu, wird der Bass nicht etwa leiser oder verfärbt sich klanglich, sondern alles behält seine Ordnung. Natürlich darf man bei dieser Gehäusegröße keine physische Bassorgie erwarten. Wer die aber braucht, kann die Anlage einfach um den Subwoofer Q 3060S ergänzen. Für unsere Ansprüche reichte die Solo-Performance allemal aus, zumal der Preis weit unter dem klanglich gelieferten Wert liegt.

Lautsprecher Q Acoustics Q 3010i

Impedanzminimum:   3,8 Ohm @ 268 Hz

Nennimpedanz (± 20% Toleranz):   4 Ohm

Empfindlichkeit:   85,5 dB (2,83 V / 1m; 500-5.000 Hz)

Hersteller:   Q Acoustics, England

Vertrieb:   IDC-Klaassen, Lünen

Modell:   Q 3010i

Kategorie:   Kompaktlautsprecher

Paarpreis:   249 Euro

Garantie:
   5 Jahre

Konstruktion:   Zwei-Wege-Bassreflex

Bestückung:   1 x 10-cm-Tief-Mitteltöner, 1 x 22-mm-Kalotte

Optionen:   Wandhalter, Ständer, Subwoofer

Ausführungen:   Walnuss, schwarz, weiß und grau

Abmessungen (B x H x T):   15 x 26 x 25 cm

Gewicht:   4,1 kg

IDC Klaassen
International Distribution & Consulting oHG
Am Brambusch 22
44536 Lünen

Internet:   www.idc-klaassen.com

IDC Klaassen auf Facebook.

E-Mail:   info@mkidc.eu

Telefon:   02 31 / 98 60 - 285

Ohne Wenn und Aber sind die neuen Q Acoustics 3010i weitaus mehr als ein weiterer einfacher Beitrag zum Lautsprecher-Markt. Zum einen liefern sie ein Klangbild, das nicht nur an diesem, sondern auch am doppelten Preispunkt  immer noch mit »überragend« beurteilt werden muss. Deshalb wird die 3010i folgerichtig auch i-fidelity.net-Arbeitsgerät. Zum anderen stellen sich diese Q Acoustics-Lautsprecher dem Meer von komfortablen, aber schlecht klingenden Drahtlos-Mono-Boxen breitschultrig als Alternative in den Weg. Man kann sich nur wünschen, dass möglichst viele Hörer erkennen, wie gravierend die klanglichen Unterschiede sind. Mit dieser neuen Q Acoustics-»i«Serie bekommen die Händler ein wertvolles Werkzeug an die Hand, um den Wert von HiFi und guter Musik zu demonstrieren. Die Preisgestaltung darf dabei durchaus im positiven Sinne als angriffslustig bezeichnet werden.    Olaf Sturm

Q Acoustics Q 3010i
Paarpreis: 249 Euro
Garantie: 5 Jahre
überragend
gut - sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut

TEST

Lautsprecher:
Q Acoustics Q 3010i
Autor:
Olaf Sturm
Datum:
09.07.2018
Hersteller:
Q Acoustics