Nach zweijähriger COVID 19-bedingter Pause konnte auch die »Audio Video Show« in Warschau unter der Führung des bewährten Teams um Veranstalter Adam Mokrzycki wieder stattfinden. Zu den Besuchern gehörte auch i-fidelity.net-Autor André Schwerdt.

Kimbolton ist nicht der Name eines britischen Popstars, sondern der eines 1.100-Seelen-Dorfes, das hundert Kilometer nördlich von London liegt. Dort werden im »Bicton Industrial Park« feinmechanische Kunstwerke zur Abtastung von Schallplatten geschaffen. Firmengründer und -inhaber Conrad Mas spricht liebevoll von einem »Hobby, das ich mir leiste«. Understatement bleibt eben eine englische Tugend. Dem Firmennamen fehlt übrigens kein »D« am Anfang, sondern AVID steht für »A Very Interesting Design«. Was mit dem Erwerb seines ersten Laufwerks vor 37 Jahren begann, hat Conrad Mas mit Leidenschaft zu einem hochprofessionellen Unternehmen weiterentwickelt.

Avids aktuelle Modellpolitik lässt sich am besten mit einer Leiter vergleichen: Das erkennbare Muster folgt der Steigerung »good«, »better« und »best«. Kunden können den klanglichen Einfluss eines Laufwerks am besten hören, wenn jeweils eine identische Tonarm-Tonabnehmer-Kombination montiert ist. Für diese Teile eines Plattenspielers ist man bei Avid bisher allerdings noch nicht zuständig, hierfür werden Fremdprodukte eingesetzt. Der vom Avid-Team betriebene Aufwand beim Plattenspielerbau ist enorm hoch. Bis auf die Einfärbungen des Metalls wird alles unter dem eigenen Dach gefertigt. Neben dem Argument der perfekten Qualitätskontrolle zählt vor allem, dass sich jeder einzelne Bestandteil eines Plattenspielers bis zur absoluten Perfektion entwickeln lässt.

Neben den Laufwerken, die mit unterschiedlichen Netzteilen ausgerüstet sind, fertigt Avid auch Phonovorverstärker. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie der Firmeninhaber tickt. Denn zum einen verfügen sie in der maximalen Einstellungsposition über einen Verstärkungsfaktor von 72 Dezibel, was 12 dB über dem Durchschnitt liegt. Zum anderen hatten sie bisher nicht einmal einen Subsonic-Filter an Bord, weil Rückkopplungen bei Avid-Plattenspielern gar nicht vorkommen. Selbst dann nicht, wenn das Laufwerk auf einer Lautsprecherbox von der Größe einer Focal Grand Utopia steht. Doch Conrad Mas beugt sich den Wünschen einiger Kunden und wird in Zukunft auch diese Funktion anbieten.

Konsequent bleibt er aber bei seiner Philosophie, die besagt, dass das erste Modell einer neuen Serie ohne Rücksicht auf Kosten und Zeit entwickelt wird. Ist dieses Produkt fertiggestellt, beginnt man von dieser Stufe aus sinnvoll abzurüsten. So wird das bei Avid seit 1997 erfolgreich gehandhabt. Und das gilt auch für die erste Vorverstärker/Monoblock-Endverstärker-Kombination, die in Kürze das Licht der Welt erblicken wird. Sie wird sündhaft teuer sein und überragend klingen, das darf man zumindest vermuten. Dass die Voraussetzungen für diesen Schritt längst geschaffen wurden, davon können Sie sich mit den Bildern auf den nächsten Seiten überzeugen.

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Reportage:
Hinter den Kulissen von Avid
Autor:
Olaf Sturm
Datum:
04.03.2015
Hersteller:
Avid