Bequemlichkeit ist nicht unbedingt der Freund bester Klangqualität. Einfach auspacken, hinstellen und anschließen führt sicher nicht zum besten Ergebnis, vor allem, wenn es sich um Lautsprecher handelt. Q Acoustics' Modell Concept 40 erfordert sogar noch einen Montageschritt dazwischen, denn sonst steht der elegante Schallwandler nur auf einem Bein, womit es sich bekanntlich nicht so gut läuft.
Im Lieferumfang befindet sich ein gläserner Flügel, der an seinen Enden mit zwei weiteren Spike-Füßen bestückt ist. Diese Tragfläche wird vertikal auf der Rückseite des Lautsprechers mit vier Schrauben fixiert. Dass es sich bei dem Glas um Sicherheitsglas handelt, fand i-fidelity.net gleich beim ersten Versuch heraus: Statt entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wurde einfach drauflos geschraubt – und die Platte zerbröselte nach dem Fall in Hunderte kleine Stücke.
Glück im Unglück war allerdings, dass wir so den Service von IDC Klaassen, dem deutschen Q-Acoustics-Vertrieb, überprüfen konnten. Und siehe da, nach nur 48 Stunden war der Ersatz im Haus und die Concept 40 standen stabil auf ihren drei Spike-Füßen. Für die Ansehnlichkeit des Lautsprechers sorgen neben den harmonischen Proportionen auch die Chassis, deren Befestigungen dank einer Zierblende nicht sichtbar sind. Die in die Aluminium-Oberfläche eingearbeiteten Profile erwecken den Eindruck moderner Architektur. Mit rund 19 Kilogramm Gewicht gehören die Concept 40 zu den soliden Vertretern der 1.400-Euro-Klasse.
Die Q Acoustics Concept 40 ist eine Zweiwege-Bassreflexkonstruktion, an deren Entwicklung der Essener Lautsprecherspezialist Karl-Heinz Fink mitgewirkt hat. Ganz offensichtlich sind denn auch zahlreiche Zutaten aus seiner »Klangküche« enthalten. So sind die Chassis in puncto Verzerrungsarmut minimiert, ferner sollen leistungsstarke Antriebe für schnelle und präzise Bewegungen der Membranen sorgen. Gut, dass i-fidelity.net ein Labor besitzt, um solche Angaben zu überprüfen – und um es vorwegzunehmen: Die Concept 40 hat als einer von ganz wenigen Schallwandlern die Messkammer mit der Note »sehr gut« verlassen.
Neben Chassis und Weiche ist selbstverständlich das Gehäuse relevant. Auch hier ist Finks Handschrift zu finden, denn Kautschuk hilft dabei, den Korpus zu beruhigen, ihn resonanzarm zu halten. So bekommen wir auch beim Klopftest keine klingelnde Antwort, sondern nur ein kurzes, dunkles »Plopp« zu hören. Auf der Rückseite findet sich das Bi-Wiring-Terminal, das für den wahrscheinlichsten Fall des Single-Wiring-Betriebs mit Drahtbrücken verschlossen ist.
Aufgrund eines ordentlichen Wirkungsgrads von 90 Dezibel braucht die Concept 40 keinen Leistungsboliden für den Betrieb. Passend ist beispielsweise ein Vollverstärker wie der Marantz PM7005, um ein klanglich stimmiges Gespann zu erhalten. In unserem Hörraum stellten wir die Concept 40 mit Hilfe der Isotek-Set-Up-CD korrekt auf. Dabei hilft unter anderem ein 360°-Signal, das wirklich kreisrund um den Kopf laufen muss. Schon im Rahmen dieser Prozedur stellte sich eine erste Ahnung in Bezug auf die klangliche Leistungsfähigkeit der Boxen ein. Bei der Verkabelung sollte auch auf gutes Material geachtet werden. Mit dem HMS »Al Cinema« funktionierten sie jedenfalls exzellent.
Die NDR-Bigband unterstützt die Jazzkantine auf dem »Ohne Stecker«-Album. Bei »Kohldampf« muss die Concept 40 sofort alles aufbieten, um den Titel zu bewältigen. Zunächst geht sie trocken und präzise mit dem Schlagwerk um, erstaunlich ist ihr Auflösungsvermögen des aus Saxophonen bestehenden Chores. Sie nimmt diese Hürden locker, weil es vor allem keine der typischen Dröhn- oder Wummereffekt gibt, die häufig kennzeichnend für diese Preisklasse sind. Souverän, was die Engländerin hier abliefert.
Till Brönner widmet sich auf »The Movie Album« einer selbst ausgewählten Zusammenstellung von TV- und Filmmusiken. Unter anderem gibt es die Interpretation von »Crockett's Theme«, deren Reiz im Kontrast zwischen den perkussiven Elementen und Brönners Trompete entsteht. Nicht nur, dass die Klangqualität an sich stimmt, auch das räumliche Auflösungsvermögen passt. Geht da noch mehr? Schnell ist der Audionet-Vollverstärker SAM G2 in Betrieb genommen – die Concept 40 dankt dies mit einem gesteigerten Maß an Dynamik, spürbar mehr Transparenz und vor allem einem Maß an Plastizität, dass in dieser Preisklasse zu den Ausnahmen gehört.
Nach Zurückstecken auf den Marantz fiel uns »Ruhe« von Schiller in die Hände. Hier zeigt die Concept 40, dass sie zu den schnelleren Vertretern ihrer Art gehört. So läuft der Nachhall präzise durch das Zentrum nach hinten aus und wabert nicht unkontrolliert durch die Stereobühne. Auch ein Zeichen dafür, dass die Präzision der Chassis stimmt. Spätestens wenn zu Beginn von »Children Of The Sun« von Dead Can Dance eine elektronische Keyboard-Wand ertönt, die sich über die volle Breite der Stereofront erstreckt, ist klar, dass der einzige Fehler der Concept 40 eigentlich darin besteht, dass sie für die gebotene Qualität fast schon zu günstig ist.
i-fidelity.net: Herr Klaassen, weshalb hat Q Acoustics in Anbetracht der gebotenen Qualität bisher ein Schattendasein in Deutschland geführt?
Martin Klaassen: Q Acoustics hat lange nach einem passenden Partner gesucht. Das Augenmerk lag dabei auf einer intensiven Fachhandelsausrichtung mit langjähriger Erfahrung. Dieser Wunsch nach langfristigem gemeinsamen Erfolg durch intensive Betreuung des Fachhandels hat uns zusammengebracht. Durch Optimierung der Logistik können wir jetzt auch ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis liefern, von dem ich denke, dass dies die Verbraucher nicht nur freuen, sondern vor allem den entscheidenden Kaufanreiz liefern wird.
i-fidelity.net: Ist denn bei Ihren Vertriebsaktivitäten das Preis-Leistungsverhältnis der Produkte ein wesentlicher Ansporn?
Martin Klaassen: Ja klar, wobei die Qualität immer im Vordergrund steht. Nur Produkte, die ich mir auch selber kaufen und leisten kann, werden wir anbieten. Preis-Leistungsverhältnisse, die die Augen leuchten lassen, sind ganz wichtig.
i-fidelity.net: Welche Kriterien spielen bei der Auswahl Ihrer Fachhandelspartner eine Rolle?
Martin Klaassen: Das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Engagement für die Zufriedenheit des Endkunden ist das oberste Gebot. Dazu kommen faire Beratung und angemessene Präsentation der Produkte, die fachliche Qualifikation ist natürlich selbstverständlich.
i-fidelity.net: Sie werden nicht müde, sich auch über die eigene Vertriebsunternehmung hinweg für die Branche zu engagieren. An welchen Stellen sind Sie gegenwärtig aktiv?
Martin Klaassen: Seit vielen Jahren bin ich Vorstandsmitglied der High End Society, in Deutschland dem Verbraucher sicher in erster Linie als Veranstalter der High-End-Messe in München bekannt. Des Weiteren bin ich bei der SAA »Smart Audio Alliance« Mitglied im Produktausschuss. Die SAA kümmert sich intensiv um Schulungen für den Fachhandel.
Lautsprecher Q Acoustics Concept 40
Impedanzminimum: 4,0 Ohm @ 223 Hz
Nennimpedanz (± 20% Toleranz): 4 Ohm
Empfindlichkeit: 90 dB (2,83 V / 1m; 500-5.000 Hz
Hersteller: Q Acoustics, England
Vertrieb: IDC Klaassen, Lünen
Modell: Concept 40
Kategorie: Standlautsprecher
Paarpreis: 1.398 Euro
Garantie: 5 Jahre
Konstruktion: Zwei-Wege-Bassreflex
Bestückung: 2 x 12,5-cm-Tief-/Mitteltöner, 1 x 25-mm-Hochtonkalotte
Übergangsfrequenz: 2.300 Hz
Ausführungen: Hochglanz weiß, Hochglanz schwarz
Abmessungen (B x H x T): 98 x 17 x 29 cm
Gewicht: 19 kg
IDC Klaassen
International Distribution & Consulting oHG
Am Brambusch 22
44536 Lünen
Internet: www.idc-klaassen.com
E-Mail: info@mkidc.eu
Telefon: 02 31 / 98 60 - 285
Die Q Acoustics Concept 40 sind gleich in mehrfacher Hinsicht attraktiv. Sie sind technisch ausgereift, verfügen über sehr gute Chassis, die in einem resonanzarmen Gehäuse arbeiten dürfen. Die Optik des in Hochglanz Schwarz oder Weiß erhältlichen Lautsprechers ist modern, zeitlos und harmonisch. Dank der gläsernen Flügel wirkt die Concept 40 leicht schwebend, obwohl der Lautsprecher gerade dadurch seine hohe Standstabilität bekommt. Gekrönt wird diese Positivliste allerdings von der überragenden Klangqualität, die für Lautsprecher dieser Preisklasse die Ausnahme ist. Olaf Sturm
| Q Acoustics Concept 40 |
| Paarpreis: 1.398 Euro |
| Garantie: 5 Jahre |