Hersteller: T+A Elektroakustik GmbH & Co. KG
Modell: Caruso blu
Preis: 2.990 Euro
Garantie: 2 Jahre
Audio-Formate: AAC, AIFF, ALAC, FLAC, LPCM, MP3, OGG-Vorbis, WAV, WMA
Sample-Raten: 32 - 192 Kilohertz
Schnittstellen: USB 2.0; LAN, WLAN
Video-Formate: Blu-ray, DVD, VCD, SVCD
Eingänge: USB AV, 2 x digital koaxial, 1 x digital optisch, zwei Analog-Eingänge, LAN, Blu-ray-LAN, Audio-USB
Ausgänge: Pre-Out L, R, Woofer; HDMI 1.3, Kopfhörer-Ausgang
Besonderheiten
Nein! Das Kleinod mit großem Display, das mit drei Weckern auf sich aufmerksam macht und im Stand-by-Modus die Uhrzeit anzeigt, sollte bloß nicht in der Küche landen. Dort würden allzu viele seiner Talente brachliegen. Warum beispielsweise soll der Koch/die Köchin nebenbei Blu-ray-Discs ansehen? Oder gar High-Resolution-Downloads vom Rechner streamen? Dabei bringt der Caruso mit seinen eingebauten Stereo-Lautsprechern und dem zusätzlichen, nach unten abstrahlenden Basslautsprecher allerbeste Voraussetzungen für eine exzellent klingende Hightech-Kompaktanlage mit. Das garantieren auch seine drei 50 Watt starken Digitalendstufen, welche die bordeigenen Lautsprecher ohne nennenswerte Wärmeverluste befeuern.
Für das nahtlose Zusammenspiel der Schallwandler (je eine 16-Millimeter-Hochtonkalotte, eigens entwickelte Mitteltöner und ein großhubiger Tieftöner mit Bassreflexöffnung) ließen sich die Herforder Entwickler umfangreiche Möglichkeiten zur Klangoptimierung einfallen. Sie beinhalten folglich nicht nur eine Loudness-, Höhen- oder Bass-Regelung, sondern zum Beispiel auch einen digitalen Signalprozessor, der auch standortbedingte Klangfallen korrigiert. »Regal« zähmt beispielsweise die Überbetonung tiefer Frequenzen, »Tisch« dämpft die Eigenresonanzen von größeren Holzplatten.
Bestens gewappnet gegen solcherlei akustische Unzulänglichkeiten sorgen das bordeigene UKW- und DAB-Radio, der LAN (für Local Area Network)-Dateneingang, die unzähligen Stationen vom Internet-Radio und sein Blu-ray/DVD-Laufwerk, das selbstverständlich auch DVDs und CDs wiedergibt, für ungetrübten Klang. Doch schon alleine wegen seiner Anschlussvielfalt (sogar zwei Analog-Eingänge sind vorhanden) sowie seinen Netzwerkfertigkeiten sucht der Alleskönner die Nähe zum heimischen Fernseher, zum PC oder der honorigen Stereo-Anlage.
Dafür schaltet Caruso gerne seine eigenen Schallwandler ab und sucht über seine Vorverstärker-Cinch-Ausgänge (linker und rechter Kanal plus Subwoofer) den Kleinsignal-Kontakt zum heimischen Verstärker. Nur Audio würde den Caruso blu aber hoffnungslos unterfordern. Einen Fernseher oder den Beamer bedient er mit allerfeinst digital aufbereiteten Bild- und Tonsignalen über ein High Definition Multimedia Interface, kurz HDMI. Lieferant der Daten ist das eingebaute Blu-ray/DVD-Laufwerk – und das ist nicht irgendein Platten-Dreher aus preiswerter chinesischer Großserien-Produktion. Die ausgetüftelte Abspielmechanik findet sich so auch in der markengleichen, teureren Receiver-Laufwerks-Kombi namens K2.
Filme gibt der T+A alternativ zu herkömmlichem PAL (mit 25 Bildern pro Sekunde) mit einer Bildwechselfrequenz von 24 Frames pro Sekunde (dem Standardformat für Kinofilme) wieder. Sofern sich der angeschlossene Monitor auf das Kinoformat versteht, laufen damit Spielfilme in der richtigen Länge und mit unverfälschtem Original-Ton ab. Als weiteren Bonus bei Blu-ray hält Caruso ein zusätzliches LAN-Schlupfloch offen. Steht »Blu-ray-LAN« in Kontakt zum Router, hält es nach im Internet hinterlegten Zusatzinformationen (BD-Live) Ausschau und lagert sie zunächst auf einen am frontseitigen USB-Eingang angeschlossenen Speicherstick zwischen. Bei Bedarf stellt Caruso von dort die Weichen zum angeschlossenen Monitor.
Freuen sich Cineasten über den BD-Live-Zusatzkanal, werden gestandene HiFiisten den klassischen UKW-Tuner aufrufen. Oder über das Local-Area-Netzwerk in den weltweiten Radiostationen über den softwareseitig implementierten vTuner stöbern. Das Genialste am Web-Radio sind die Sortierfunktionen, die die Stationen geordnet nach Genres, Ländern und Sprachen auflisten. Dank des großflächigen Displays des Caruso blu wird der User bei seinen Wünschen schnell und unkompliziert fündig, und seine Lieblingsstationen merkt sich der Speicher im T+A – wobei die Qualität der Musikpakete je nach übertragener Datenrate stark schwankt.
Alternativ zum Draht liegt auch ein Antennenstummel mit im Karton, über den der T+A via WLAN die vom Server oder Router gesendeten Internet-Morsezeichen drahtlos empfängt. Bei alledem darf der Rechner getrost ausgeschaltet bleiben. Via Bluetooth-Funk bedient sich der T+A sogar von auf Smartphones oder Tablet-PCs abgespeicherten Musiksammlungen. High-Ender werden sich aber schnell nach klanglich besseren Alternativen umsehen und lieber High-Resolution-Dateien vom Rechner oder dem heimischen Server empfangen. Der Streaming Client im Caruso blu versteht sich auf praktisch alle gängigen Formate und muss auch vor Datenraten bis 192 Kilohertz und 32 Bit nicht passen. Dabei dürfen die ultrahoch getakteten Audio-Daten von den Festplatten eines Servers, dem Speichersilo im Rechner oder einfach von einer über den rückwärtigen USB-Anschluss angeschlossenen Festplatte stammen. Caruso kann deren Inhalte lesen und listet die Ordner, Unterordner und Titel säuberlich getrennt nach den Abtastfrequenzen auf.
Bei den allumfassenden Wiedergabe- und Abspielvarianten folgt Caruso ohne viel Federlesens den Tastenbefehlen auf seiner Front oder auf der beigepackten Fernbedienung. Netzwerker laden sich die im Netzt hinterlegte T+A-App aufs Tablet (Android) oder iPad (iOS) und dürfen von dort aus den Caruso noch bequemer fernsteuern – und in den schwerelosen und weiträumigen Klanglandschaften schwelgen. Denn was immer der T+A aus seinen drei Kanälen an musikalischem Genuss zaubert, ist absolut erstaunlich.
Schon beim Internet-Radio gibt es kein Gezerfel, keine wummernden Bässe. Allzu dicht sollte man dem Zauberzwerg aber nicht auf die Pelle rücken. Ansonsten lässt er dem User freie Sitzplatzwahl. Überall im Raum wirkt sein Klang transparent und frisch. Trotz der eng benachbarten Stereo-Lautsprecher ist das Klangbild selbst in der hintersten Ecke noch räumlich und transparent.
Wie gut die Lautsprecher und die Verstärker sind, zeigt sich zunächst mit CDs. Im Vergleich zum Internet-Radio gewinnt der Bass deutlich an Kontur, kernige Rock- und Bläser-Einsätze kommen merklich kräftiger. Wenn etwa der Animals-Altmeister Eric Burdon auf seiner jüngsten CD »'Til Your River Runs Dry« einen düsteren Mix aus Blues und Rock'n'Roll zelebriert, glückt dem Herforder Kompaktwürfel die Wiedergabe ähnlich spannungsgeladen wie zuvor der HiFi-Anlage. Diese hart pulsierenden Rhythmen, die knurrenden E-Gitarren und der treibende Punch schlägt auch Caruso an. Dass der T+A aufgrund seines bescheidenen Volumens weniger Tiefbass-Ambitionen entwickeln kann, sieht man dem Zwerg gerne nach.
Umso mehr überrascht es, wie detailliert er die Unterschiede zwischen High Resolution und herkömmlichem PCM herausarbeitet. Stimmte Steve Strauss sein »Just Like Love« im 192 Kilohertz/24 Bit-Format an, klang die Stimme gefühlvoll und authentisch, die Begleitgitarre und der Bass sorgten für einen stimmigen Rahmen. Das Saxofon gesellte sich entfernter stehend dazu – mit dem unverwechselbaren nasalen Klang aus der Fusion aus Holz- und Blechblasinstrument. Im CD-Format wirkte schon das Tick-Tack-Intro eines Weckers kürzer angebunden. Die Gitarre spielte mechanischer, unbeteiligter, die Stimme wirkte fast etwas gelangweilt. Und das Saxofon gab sich weniger eindringlich, es dominierte eindeutig das Metall.
Ein dickes Kompliment nach Herford: Caruso zeigt fast überdeutlich die Unterschiede zwischen dem »digitalen Futter« auf. Und er macht fast süchtig. Je länger man ihm zuhört, umso unentbehrlicher wird er.
Gelingen ihm auch überzeugende Video-Darbietungen? Auch da ist die Antwort ein klares Ja! Im Vergleich zur Playstation, einer der Blu-ray-Referenzen des Autors (weil in ihrem Inneren ein PC-Herz schlägt, macht sie jedes Update mit und gibt schon mit DVDs eine brillante Vorstellung), brauchte sich Caruso nicht zu verstecken. Die vertikalen Kamera-Schwenks der Blu-ray-Sequenzen bei Tom Hanks' »Illuminati« gab der T+A mindestens genauso ruckelfrei wieder, sein Bild war ebenfalls extrem scharf und natürlich. Ein zweites, noch größeres Kompliment an die Entwickler: Mit dem perfekten Bild ist der Caruso blu der vollkommene und uneingeschränkte Kaiser unter den Kompaktanlagen.
Hersteller: T+A Elektroakustik GmbH & Co. KG
Modell: Caruso blu
Preis: 2.990 Euro
Garantie: 2 Jahre
Audio-Formate: AAC, AIFF, ALAC, FLAC, LPCM, MP3, OGG-Vorbis, WAV, WMA
Sample-Raten: 32 - 192 Kilohertz
Schnittstellen: USB 2.0; LAN, WLAN
Video-Formate: Blu-ray, DVD, VCD, SVCD
Eingänge: USB AV, 2 x digital koaxial, 1 x digital optisch, zwei Analog-Eingänge, LAN, Blu-ray-LAN, Audio-USB
Ausgänge: Pre-Out L, R, Woofer; HDMI 1.3, Kopfhörer-Ausgang
Besonderheiten
T+A Elektroakustik GmbH & Co. KG
Planckstraße 9 – 11
32052 Herford
Internet: www.ta-hifi.de
E-Mail: info@ta-hifi.com
Facebook: https://www.facebook.com/TAhifi/
Tel.: 0 52 21 / 7 67 60
Beeindruckend ist nicht nur die erstklassige Ausstattung des Caruso blu, sondern auch die technische Perfektion dahinter. Beispiele gefällig? Die eingebaute Uhr weckt nicht nur zu drei unterschiedlichen Zeiten, sondern auch mit individuell einstellbarer Lautstärke und Display-Helligkeit. Auf der Rückseite des Caruso finden sich nicht nur zwei Analog-Eingänge. Der Empfindlichkeit jedes Cinchbuchsenpaares lässt sich im 0,5-Volt Raster anpassen. Videasten freuen sich nicht nur über das tadellose Bild, sondern auch über eine einstellbare Tonverzögerung, die die Laufzeiten der Videosignalverarbeitung ausgleicht und dafür sorgt, dass der Ton synchron zum Bild läuft. Auch Bluetooth klappte auf Anhieb. Mein Samsung-Tablet loggte sich ohne zu zicken ein und funkte meine dort abgespeicherte Musiksammlung zum T+A. Perfektion gilt auch für das Bild. Das Setup für das Blu-ray-Laufwerk beinhaltet von Deep Colour (Erweiterung der Farbtiefe) bis zum CEC-Support (auf andere Geräte übergreifende Fernbedienungsfunktion) alles Sinnvolle rund um Blu-ray. Die Entwickler duldeten keine Kompromisse beim Bild und Ton. Gemessen am bescheidenen Volumen der Einbau-Lautsprecher musiziert der Caruso blu geradezu sensationell. Und mit seinem Bild kann er selbst mit ausgewachsenen Einzelkomponenten locker mithalten. Klarer lässt sich ein Referenz-Status nicht definieren. Hans-Ulrich Fessler
| T+A Caruso blu |
| Preis: 2.990 |
| Garantie: 2 Jahre |