Der Bose SoundLink Wireless Mobile Speaker erinnert an ein ordentlich gebundenes Buch. Was auch daran liegt, dass sich sein wahlweise in Leder oder Nylon erhältliches Cover quasi aufschlagen lässt. Dann kommen allerdings keine bedruckten Seiten zum Vorschein, sondern ein aktiver Stereolautsprecher, dessen komplexer Aufbau für beste Wiedergabequalität sorgen soll. Der Clou dabei: Wem Bluetooth als drahtloser Übertragungsweg zur Verfügung steht, kann den SoundLink auch aus der Distanz mit Musik versorgen.
Die Faszination dieses Produkts basiert nicht allein darauf, dass es eine absolut neue Technik einführt, sondern vielmehr auf der wohl perfekten Mischung aus Bedienkomfort, geringer Baugröße, Klangqualität und Alltagstauglichkeit – es ist also »typisch Bose«. Bei der Entwicklung hat sicher eine Rolle gespielt, dass die Absatzzahlen bluetooth-fähiger Geräte, insbesondere von Smartphones und den Apple-Produkten iPhone und iPad inzwischen rekordverdächtige Höhen erreicht hat. Mit anderen Worten: Viele von uns tragen die halbe Musikanlage permanent mit sich herum.
In erster Linie hören wir unsere auf Smartphones gespeicherte Musik aber via Kopfhörer, wenn wir unterwegs sind, und zu Hause über eine Dockingstation, die das Gerät auch gleichzeitig lädt. Ruft dann jemand an, stürzt man kurz zum Dock, um im Moment des Herausziehens festzustellen, dass der Anrufer bereits aufgelegt hat. Richtig perfekt ist das also nicht. Nun gibt es zur Abhilfe ja schon Docks, die sich per AirPlay ansprechen lassen. Eine angenehme Sache, die aber natürlich stationär ist, weil fast alle überdurchschnittlich klingenden Docks einen 230-Volt-Anschluss benötigen.
Konsequenz für den SoundLink? Ein eingebauter Akku, der bei höchster Belastung bis zu acht Stunden durchhalten soll. Das i-fidelity.net-Testmodell, das stets mit moderater Lautstärke aufspielte, war auch nach exakt 15 Stunden immer noch im Einsatz. Das bedeutet, man kann das klingende »Bose-Buch« auch gut mit auf eine Reise nehmen, ohne dass man zwangsweise das Ladekabel dabei haben muss. Und nun stellen Sie sich bitte einmal kurz vor, dass Sie ein Hörbuch unterwegs nicht per Kopfhörer, sondern mit einem ordentlich klingenden Lautsprecher genießen können – ist das nicht verlockend?
Was sich so leicht und logisch anhört, ist in Wahrheit mit sehr hohem technischen Aufwand verbunden. Pro Kanal arbeiten zwei mechanisch optimierte Breitbänder, die mit Neodym-Magneten bestückt sind. Bei der Verlagerung des Signals von links nach rechts kann man die Positionierung innerhalb des Gehäuses gut nachvollziehen. In der Mitte sind zwei an ein Trampolin erinnernde Membrane aktiv, die für die Abstrahlung tiefer Frequenzen verantwortlich sind. Sie sind so konzipiert, dass sich der SoundLink selbst bei hoher Lautstärke nicht in Bewegung setzt. Damit ist ein bekanntes Problem elegant gelöst.
Nun gibt es auch andere Hersteller, die 2.1-Systeme auf kleinem Raum anbieten, deren Klangqualität trotz größerer Gehäuse aber kaum an den SoundLink heranreicht. Woran liegt das? Bose setzt vor der Verstärkung einen digital arbeitenden Prozessor ein (DSP), der – gefüttert mit den Parametern der Chassis – dafür sorgt, dass diese bis an ihre physikalischen Grenzen arbeiten können, aber eben keinen Deut darüber. Ergebnis ist eine räumliche Klangqualität, die von einem Punkt abgestrahlt wird und so bisher nicht realisiert worden ist.
Neben der Übertragung per Bluetooth kann zudem eine weitere Quelle mit Hilfe eines 3,5-mm-Klinkensteckers eingebracht werden. Gut zu wissen, dass es das gibt – aber wer einmal drahtlos an den auch ansonsten kabelfreien Soundlink gesendet hat, wird kaum auf die Idee kommen, das im Lieferumfang befindliche Kabel zur Übertragung zu nutzen.
Auf der Topseite des SoundLink befinden sich die Bedienelemente. Mit ganzen sechs Tasten kommt man dabei aus. Drei dienen der Lautstärkeregelung: lauter, leiser und Mute. Hinzu kommen der Ein-/Ausschalter, die Aux-Eingangswahl und die Bluetooth-Taste. Um den SoundLink zum Beispiel mit dem iPhone zu verbinden, wird die Bluetooth-Taste einfach drei Sekunden lang gedrückt. Ein blinkendes Symbol, das hinter der verspiegelten oberen Kante deutlich sichtbar ist, markiert die Bereitschaft zur Verbindungsaufnahme mit einem iPhone/iPad oder dem Laptop. Zuverlässig und schnell wurde der Bose in jeder von uns getesteten Kombination gefunden. Ein Signalton sagt uns, wenn die Verbindung erfolgreich hergestellt wurde. Dient ein Smartphone als Quelle, reduziert sich die Lautstärke des SoundLink bei einem eingehenden Anruf automatisch auf Null. Nach dem Ende des Telefonats geht es mit dem ursprünglichen Pegel weiter, was allerdings sanfter geschehen könnte.
Die Regelung des Pegels kann dann zweigleisig erfolgen, sowohl am Gerät als auch an der Quelle. Das ist zum Beispiel dann klasse, wenn man in der Badewanne liegt, gerne lauter oder leiser hören möchte und sich das Smartphone im Nebenraum befindet. Apropos Badewanne: Die Schönheit des SoundLink sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er hart im Nehmen ist. Gegen das Eindringen von Sand beispielsweise ist er hervorragend geschützt. Gegen einen musikbegleiteten Ausflug ans Meer spricht also nichts. Dabei kann man sich mit dem iPhone/iPad rund zehn Meter von dem Bose entfernen, ohne dass Signalstörungen die Folge sind. Wer den Abstand weiter vergrößert, sorgt für teilweisen oder vollständigen Tonausfall.
All der Komfort, die leichte Bedienbarkeit und die robuste Hülle nützen allerdings nichts, wenn das klangliche Resultat nicht stimmt. Beruhigt nehmen wir daher zur Kenntnis, dass die einhellige Redaktionsmeinung zusammengefasst lautete: »Das ist weitaus mehr, als ich anhand der Größe vermutet hätte.« Schon im Bereich normaler Wiedergabepegel ist der SoundLink in der Lage, einen Raum ausreichend mit Klang zu versorgen. Verblüffend ist dabei das Tieftonfundament, das aufgrund der physischen Größe des Geräts eigentlich nicht möglich sein sollte.
Hinzu kommt der typische Charme von Breitbändern, die das musikalische Geschehen geschlossen abbilden. Bei sehr hohen Pegeln wird das Ganze zwar in zunehmendem Maße anstrengend, aber dafür ist der SoundLink auch nicht gebaut. Vielmehr dient er als Alternative zu einem gut klingenden Kopfhörer. Musik lässt sich auf diese Weise leichter teilen und zwar an jedem beliebigen Ort.
Konstruktion: Aktives 2.1-System
Lieferumfang: 1 x SoundLink Wireless Mobile Speaker, 1 x Netzteil mit variablem Anschlussstück, 1 x 3,5-mm-Stereoklinkenkabel, 1 x deutschsprachige Bedienungsanleitung, 1 x Garantiekarte
Anschlüsse: 1 x Netzbuchse 17 - 20 Volt, 1 x 3,5-mm-Klinkenbuchse, 1 x Mini-USB für Servicezwecke, 1 x leistungsstarke Bluetooth-Antenne für drahtlosen Signalempfang
Laufzeit mit Akku: Bei hoher Auslastung circa acht Stunden, bei mittleren Pegeln programmabhängig länger
Abmessungen (B x H x T): 25 x 13 x 5 Zentimeter
Gewicht: 1,3 Kilogramm
Preise
299 Euro für die Standardausführung
349 Euro für Premiumausführung (Lederabdeckung)
Garantie: 2 Jahre
Optionen
Es stehen weitere Wechselcover zur Verfügung
Bose GmbH
Max-Planck-Straße 36
61381 Friedrichsdorf
Telefon:
08 00 / 2 67 34 44 oder
0 59 21 / 3 03 04 00
Internet: www.bose.de
Der Bose SoundLink ist ein per Bluetooth ansteuerbarer Aktivlautsprecher. Dank des eingebauten Akkus, der bei hohen Pegeln acht und bei mittleren Pegeln rund 15 Stunden hält, kann man auch fernab einer Steckdose in sehr ansprechender Klangqualität Musik hören. Insbesondere die vielen Smartphone-Besitzer können in Verbindung mit dem Bose SoundLink Wireless Mobile Speaker in kürzester Zeit und ohne Aufwand eine kleine, feine und selten attraktive Anlage aufbauen – wo auch immer sie sich befinden, ob unterwegs, zu Hause, im Hotel… Der Preis ab 299 Euro für diese echte Highlight-Leistung geht vollkommen in Ordnung, der SoundLink wird sicher ein Publikums-Magnet. Herr Dr. Bose, die Rechnung bitte. Olaf Sturm
| Bose SoundLink |
| Preis: ab 299 Euro |
| Garantie: 2 Jahre |