Die Kombination Denon D-X1000BD bestehend aus Blu-ray-Receiver und passenden Lautsprechern kann ihren Besitzer sogar wecken. Nur ein Detail der faszinierenden Anlage.

Die schnuckelige Kompaktanlage, wie man solch eine universelle Komplettkomponente früher genannt hätte, besteht eigentlich aus zwei Denon-Produkten. Hirn und Muskeln stellt der Stereo-Receiver RDB-X1000 mit integriertem Blu-ray Player. Dazu passend kommunizieren die Lautsprecher SC-X1000 mit dem Raum. Die beiden Produkte lassen sich auch einzeln für 949 beziehungsweise 250 Euro erwerben. Als Paket kosten sie zwar dasselbe, nämlich 1.199 Euro, doch der Name verkürzt sich auf Denon D-X1000BD.

Was man dafür bekommt, ist zunächst ein Receiver in typischer Denon-Optik und -Verarbeitung statt der aus anderen Teilen Asiens gewöhnten Plastikbomber. Beispiel gefällig? Alles, was hier nach feinem, gebürstetem Aluminium aussieht, fühlt sich auch so an, denn es besteht tatsächlich aus dem Metall. Auch sonst wackeln hier keine Tasten, und selbst die Lade des Blu-ray Players wirkt robust und gut gelagert. Das alles steckt übrigens in einem Gehäuse, das kleiner ist als eine Schuhschachtel. Auch die Rückseite verheißt mit den ordentlichen Schraubanschlüssen für die Lautsprecherausgänge gute Verarbeitung, und  die Fernbedienung bietet trotz der unvermeidbar großen Anzahl an Tasten gute Übersichtlichkeit. Ein pfiffiger Ständer nach Vorbild eines Liegestuhls stützt zudem den anschließbaren iPod.

Nicht auf Kosten von Qualität gespart

Einen noch besseren ersten Eindruck erwecken die Lautsprecher. Sie verblüfften bereits beim Auspacken. Selten finden Tester Produkte vor, die in der Realität spürbar hochwertiger erscheinen, als es die vorher gesehenen, professionellen Bilder vermuten ließen. Kaum zu fassen, dass man heute Lautsprecher von solch edler Verarbeitung für so wenig Geld herstellen kann. Die klavierlack-ähnliche Oberfläche wirkt edel und dezent, vom darunter verarbeiteten Holz keine Spur. Die Lautsprecherchassis sind mit immerhin zehn vertrauenserweckend hochwertigen Inbusschrauben befestigt, selbst das Anschlussfeld könnte von einer viermal so teuren Box stammen.

Das im Anschlussfeld integrierte Bassreflexrohr endet in einem eleganten Radius zur Minderung von Strömungsgeräuschen und ist mit einem dämpfenden und schützenden, offenporigen Akustikschaum versiegelt. Das Einzige, was dann wieder offensichtlich zum Preisschild passt, ist der beiliegende Klingeldraht als Lautsprecherkabel. Den sollte man am besten stante pede durch ein ordentliches Standardkabel tauschen, denn auch in dieser Preisklasse wirkt sich ein gutes Kabel sofort hörbar positiv aus.

Denken bis zum Schluss

Die Front des Receivers wirkt trotz ihrer kompakten Abmessungen und mit ihrer symmetrischen Gestaltung sehr erwachsen und übersichtlich. Praktisch alle Elemente erklären sich von selbst, und alle mehrfach belegten Tasten zeigen ihre Parameter im angenehm klaren, alphanumerischen Display, das sich zudem dimmen und sogar abschalten lässt. Neben Laufwerks- und Funktionstasten und dem schön satt und spielfrei laufenden Lautstärkeregler befinden sich noch drei Anschlüsse unten auf der Front. Die USB-Buchse ist spezialisiert auf iOS-Geräte wie iPod- und iPhone. Auch das iPad der Tester musizierte an diesem Anschluss auf Anhieb und ließ sich auch mit der Denon-Fernbedienung kontrollieren. Nur die pfiffige Klapphalterung vermag das große Tablett nicht zu halten. Die kleinen Handhelds wie iPhone oder iPod beherbergt sie hingegen sicher und gemütlich wie ein Liegestuhl. Über den Miniklinken-Eingang lassen sich vorne aber auch mobile Player anderer Marken anschließen, denn nicht jeder vertraut auf die Marke mit dem angebissenen Apfel. Schließlich finden Fans von Kopfhörern ihre Buchse, die bei Filmwiedergabe per Algorithmus von Dolby sogar Headphone-Surround ausgibt und damit eine Außer-Kopf-Ortung mit brauchbarem Surroundeindruck vermittelt. Das funktioniert mit jedem stereophonen Kopf- oder Ohrhörer.

Zwei Merkmale dominieren die Rückseite. Zum einen die robusten Lautsprecher-Anschlussklemmen und zum anderen die Austrittsöffnung der Zwangskühlung in Form eines vergitterten Ventilators. Dieser dreht konstant und langsam und erzeugt daher nur ein kaum merkliches Arbeitsgeräusch. Der integrierte RDS-Tuner möchte seine UKW- und Mittelwellen-Antenne angeschlossen bekommen. Der Blu-ray Player kommuniziert mittels HDMI-Ausgang mit dem Fernseher und per LAN-Anschluss für BD-Live mit dem Internet. Firmware-Updates lassen sich per USB-Stick über die hintere Buchse einspielen. Hier muss auch ein Speicher eingesteckt sein, möchte man BD-Live für die Extras einer Blu-ray Disc oder etwa einem Streaming-Dienst wie Videociety nutzen.

Zur Not erhält man für ältere TV-Geräte auch aus der FBAS-Video-Cinchbuchse ein Bildsignal. Ein Paar Stereo-Analoganschlüsse ergänzen die Zuspiel-Möglichkeiten, und wer ein richtiges iPod-Dock von Denon verwendet, kann dieses über eine Fernsteuerleitung per Dock-Control-Anschluss fernbedienen. Zu guter Letzt bietet der Receiver zur Ergänzung seiner Lautsprecher einem Subwoofer Anschluss, was insbesondere bei Filmwiedergabe den Spaßfaktor dramatisch anzuheben vermag. Das einzige wirkliche Manko ist hier, dass die Internet-Anbindung nur der Blu-ray dient und leider kein Streaming oder Internetradio erlaubt.

Auch für Komfort ist gesorgt

Die Fernbedienung wirkt trotz der großen Zahl notwendiger Tasten recht übersichtlich und geordnet. Es gibt kaum Doppelbelegungen, was zusammen mit der klaren grafischen Struktur die Eingewöhnung beschleunigt – zumal Doppelbelegungen nie innerhalb einer Quelle vorkommen. Kompliment, das haben die Entwickler wirklich gut durchdacht. Das merkt man auch an solchen Kleinigkeiten wie getrennten Tasten für das Ein- und Ausschalten. Mitgedacht: Der Fernseher lässt sich ein- und ausschalten und dessen Quelle umschalten. So kommt man im Zusammenspiel mit dem D-X1000BD mit nur einer Fernbedienung aus.

Ein Blick unter die Haube verdeutlicht die Klasse der erstaunlich dicht mit Platinen gepackten Komponente. Da gibt es beispielsweise getrennte Transformatoren für die digitalen Bestandteile, die analoge Signalverarbeitung und wiederum einen eigenen Trafo für die Endstufen. Diverse, massive Bleche schirmen die verschiedenen Baugruppen gegenseitig elektrisch ab, um unerwünschte Störeinstreuungen zu vermeiden.

Man kann sie bedienen ...

Im Gegensatz zu vielen typischen Surround-Komponenten, etwa der Denon Cara (S-5BD), der großen Schwester des RBD-X1000, gibt es hier nicht viel voreinzustellen, und das ist äußerst angenehm und anwenderfreundlich. Nur der Player benötigt etwas Fürsorge. Alles Weitere lässt sich fast komplett im laufenden Betrieb umstellen. Auf Surround-Sound braucht man trotzdem nicht vollständig zu verzichten. Das zuschaltbare, integrierte Dolby Virtual Surround funktioniert, wenn die Lautsprecher nicht allzu weit auseinanderstehen, recht ordentlich. Es vermittelt vor allem bei der Filmwiedergabe einen nicht zu unterschätzenden Gewinn an Tiefenwirkung, wenngleich derlei psychoakustische Trickserei diskrete Surround-Lautsprecher zwar nicht ersetzen kann, aber immerhin einen merklichen Gewinn gegenüber reinem Stereo darstellt. Bei Musik von CD und aus dem Radio gefiel die Schaltung den Testern nicht so sehr und sollte eher abgeschaltet bleiben. Bei Surround-Material aber vermisste man ohne Dolby Virtual Surround schnell etwas.

Der integrierte Blu-ray Player ist auch nicht gerade ein Billigprodukt und basiert auf den bewährten Broadcom-Chipsätzen die auch in diversen High-End-Playern ihren Dienst verrichten. Entsprechend kompatibel und vergleichsweise flott agierte das System, die Bildqualität liegt auf sehr hohem Niveau. Verblüffend ist die Qualität, die der integrierte Player aus »alten« DVDs zaubert, die hier erstaunlich scharf und plastisch auf dem Display erschienen und erst auf den zweiten Blick von hochauflösenden Blu-rays zu unterscheiden waren.

Das System erlaubt ein gewisses klangliches Feintuning auf die zugehörenden Boxen. Mittels der richtigen Tastenkombination lässt sich eine entsprechende Entzerrung aktivieren. Mit Speaker-EQ kann den winzigen Böxlein ein wenig Mehr Grundton und Substanz entlockt werden. Trotzdem: Die kleinen Tieftöner können keinen Tanzsaal beschallen und reichen auch nicht sehr tief. Mindestens eine Grenzfläche zur Unterstützung sollte anwesend sein, also entweder eine nahe Wand oder etwa ein Sideboard, auf dem die schmucken Quader Platz finden. Freistehend klingen sie ohne Subwoofer-Unterstützung prinzipbedingt etwas substanzlos. Was sie aber können, und das liegt wiederum an ihrer Winzigkeit, ist eine superscharfe Abbildung des Stereo-Panoramas, da sie sich bereits dem Ideal der Punktschallquelle annähern.

Der Mittelton-Bereich spielt, angetrieben durch die Elektronik und die angenehm stressfrei klingenden Endstufen, recht impulsiv und vermittelt etwa bei Klavieranschlägen fast schon einen Hauch audiophilen Flairs. Völlig verfärbungfrei gelang der Übergang zum Hochtonbereich leider nicht. Je nach Instrument und Stimme kam es zu leichten Verschleifungen in der Artikulation. So tendierte beispielsweise Kate Bush auf ihrem  Album »Aerial« zu ungewohntem Lispeln. Die klangliche Kombination mit einem Subwoofer aus dem Hörraum tat der Gesamtwirkung ausgesprochen gut und demonstrierte nochmals das für diese Preisklasse harmonisch ausgewogene und dabei lebendige und musikalische Talent der Denon-Kombi, die plötzlich sehr erwachsen spielte, ohne dabei aufdringlich zu werden.

Blockbuster, wo seid Ihr?

Auch in Sachen Filmwiedergabe muss das Denon-Doppel den Vergleich mit anderen Geräten nicht scheuen, wissen die Japaner doch aus ihrer Surround-Abteilung, worauf es qualitätsbewussten Hörern ankommt, etwa dass Bild und Ton synchron bleiben. Entsprechend bietet der Receiver auch eine einstellbare Tonverzögerung, denn die Signalverarbeitung in digitalen Fernsehern benötigt nunmal einen gehörigen Bruchteil einer Sekunde, wohingegen Bild und Ton die Elektronik eigentlich synchron verlassen. Mit »Audio Delay« lässt sich der Ton aber bis zu 160 Millisekunden verzögern, damit wieder alles Lippen-sychron passt, was beim Samsung-LCD-TV im Testkino bei 70 Millisekunden der Fall war. Dass die Signalverarbeitung sauber funktioniert, demonstrierte schon die Tatsache, dass die gleiche Musik von CD, iPod und USB-Stick beinahe gleich klang. Versuche mit Filmen zeigten eher die dynamischen Grenzen der kompakten Lautsprecher auf, die aber bis zu gehobener Zimmerlautstärke sehr sauber spielten und mit eingeschaltetem Dolby Virtual Surround schon einen Hauch von Kino vermittelten. Wer mehr Dampf benötigt – auch Lautsprecher-Entwicker wie Karl-Heinz Fink können die Physik nicht überlisten –, der kann ja größere Lautsprecher anschließen. Dampf genug liefern die integrierten Class-D-Endstufen.

Receiver


Player:

  • Blu-ray
  • DVD-Video
  • CD
  • BD-R/RE (V 1.1, V 2.1)
  • DVD-R,RW
  • DVD+R,RW
  • CD-R/CD-RW
  • USB-Buchse Rückseite
  • USB-Massenspeicher AVI, WMV, JPEG, MP3, WMA
  • USB-Buchse Front
  • iPod/iPhone Direct
  • MP3, WMA, AAC


Tuner

  • Eingebaute Tuner
  • UKW/MW
  • RDS/Radiotext
  • 40 Stationsspeicher


Anschlüsse

  • HDMI-Ein-/Ausgänge:   - / 1
  • Analog-Audio-Ein-/Ausgänge:   3 (inkl. Front) / -
  • Subwoofer-Ausgang:   1
  • Analoge Video-Ein-/Ausgänge:   - / 2
  • Front-Eingänge:   USB, Stereo-Klinke
  • USB-Eingang:   2
  • Netzwerk-Schnittstelle
  • Kopfhörer-Ausgang
  • Dock Control
  • Lautsprecher


Abmessungen (BxHxT):   28 x12 x 32 cm
Gewicht:   4,6 kg
Stand-by-Leistungsaufnahme:   0,5 Watt


Lautsprecher

Prinzip:   Zwei-Wege-Bassreflex
Maximale Belastbarkeit:   60 W (IEC), 120 W (Spitze)
Hochtöner:   2,5 cm Kalotte
Basschassis:   12 cm
Impedanz:   6 Ohm

Abmessungen (BxHxT):   15 x 24 x 24 cm
Gewicht Lautsprecher:   4 kg (per Stück)

Denon Deutschland
Division of D&M Germany GmbH
An der Kleinbahn 18
41334 Nettetal

Tel.: 0 21 57 / 12 08-0

www.denon.de

Denons Kompaktanlage D-X1000BD macht wirklich Spaß, denn sie liefert ausgesprochen stressfrei angenehme Musik und sogar Filme ins Haus. Verarbeitung und Handhabung: vorbildlich, gerade die Lautsprecher sind fürs Geld wahre Schmuckstücke. Der integrierte Blu-ray Player erweitert die Einsatzmöglichkeiten gegenüber bisherigen Systemen deutlich, ob man die Kombi nun zum Aufpeppen des Fernsehtons verwenden möchte oder als Zweitanlage im Office – sie spielt stets sauber und musikalisch. Ach ja, und dank des integrierten Timers lässt sie sich eben tatsächlich auch als highendiger Wecker einsetzen. Bravo Denon.     Raphael Vogt

Denon D-X1000BD  
Preis: 1.199 Euro  
Garantie: 2 Jahre  
   
sehr gut
gut - sehr gut
überragend
sehr gut

TEST

All-In-One:
Denon D-X1000BD
Autor:
Raphael Vogt
Datum:
22.06.2011
Hersteller:
Denon