Lange hat sich Teufel dezent zurückgehalten und den Markt mit praktischen Soundbars anderen überlassen. Jetzt legt der Berliner Hersteller mit der Cinebase los, um sich ebenfalls ein Stückchen vom immer beliebteren Klangriegel-Kuchen abzuschneiden. Gelingt der teuflische Plan?

Im hart umkämpften Segment der Unterhaltungselektronik gibt es längst nicht mehr nur Gewinner. Fragen Sie doch mal bei Sony, Loewe, Metz, Sharp oder Philips nach. Speziell das Geschäft mit Flachbildfernsehern ist zum großen Sorgenkind mutiert. Die Geräte werden immer günstiger, die Gewinnmargen schrumpfen auf ein Minimum, dazu kommt der immense Preisdruck durch neue Anbieter aus China. Nächstes gravierendes Problem: Der Markt ist saturiert, Flat-TVs liegen teilweise wie Blei in den Regalen, neue Techniken wie 3D sind gefloppt oder brauchen noch Zeit, Beispiel Ultra-HD. In diesem Jahr sinkt der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) zufolge der Absatz mit Flat-TVs in Deutschland auf 7,5 Millionen Geräte, 2011 gingen noch 9,5 Millionen Fernseher über die Ladentische.

Kein Wunder, dass böse Zungen mittlerweile die Frage stellen, was man neben der Chinesischen Mauer vom Mond aus sehen kann. Die Antwort: Die Halden mit unverkauften Fernsehern. Bei aller Trauer gibt es jedoch auch Bereiche, die boomen. Dazu gehören die Soundbars beziehungsweise Soundplates, also Zusatzlautsprecher, die den dürftigen Klang vieler Flat-TVs aufpeppen sollen. Nach gfu-Angaben wurden hierzulande im vergangenen Jahr 390.000 dieser Klangriegel abgesetzt, rund 140 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies entspricht einem Umsatz von 126 Millionen Euro in 2013 (+ 85 Prozent). Auf den Erfolgszug will jetzt auch Teufel mit der Cinebase aufspringen, einer 11,7 Kilo schweren Soundbar mit einer Breite von 73 und einer Tiefe von 41 Zentimetern. Die Box kommt auf eine Höhe von 11 Zentimeter. Ob das Sounddeck zum Preis von 600 Euro die generell euphorischen Erwartungen an dieses Gerätegenre erfüllen kann, verraten wir Ihnen auf den folgenden Seiten.

Beim Platzieren der Cinebase auf dem TV-Tisch spürt man sofort, dass Teufel hier einen echten Kawenzmann konzipiert hat. Der schwarze Kasten wirkt unheimlich stabil und verwindungssteif, ist aus MDF-Holz aufgebaut und schultert Flachbildfernseher mit einem Maximalgewicht von 60 Kilogramm. Zur Orientierung für Sie: Ein durchschnittlicher 60-Zöller mit einer Diagonalen von 152 Zentimetern bringt weniger als 30 Kilo auf die Waage. Da ist also viel Luft nach oben für einen noch größeren Apparat, sollte die Cinebase als Unterbau dienen. Die Gehäuseoberfläche ziert eine strukturierte dunkle Folie. Endlich kommt also mal kein schwarzer Klavierlack zum Einsatz, auf dem jeder Fingerabdruck haften bleibt und selbst schon zu spitze Fingernägel unschöne Minikratzer hinterlassen können. Vorne und an den Seiten – die Kanten wurden optisch ansprechend gerundet – verläuft ein Gitternetz als Abdeckung, das die sensible Technik schützt. Für einen sicheren Stand sorgen sieben Füße. Leider verzichtet die Lautsprecherbox auf ein Frontdisplay – so muss man nach Gehör beziehungsweise Gefühl agieren, wenn man an der Lautstärke, am Bass oder an den Klangcharakteristika herumschraubt. Lediglich eine Status-LED hilft weiter.

An der Gehäuserückseite befinden sich zwei HDMI-Buchsen (Eingang für externes HDMI-Gerät und HDMI-Ausgang zum TV-Gerät), ein optischer Digitaleingang, ein analoger Eingang sowie eine USB-Service-Buchse für künftige Software-Updates. Über einen Power-Schalter kann die Cinebase komplett vom Stromnetz genommen werden. Im Inneren setzt Teufel auf vier Frontfire-Breitband-Chassis, zwei in den Seiten eingebrachte Breitband-Chassis sowie einen Class-D-Verstärker mit 280-Watt-Maximalleistung. Darüber hinaus wurden zwei extragroße 130-Millimeter-Jet-Engine-Subwoofer in jeweils eigener Basskammer verbaut. Diese ersetzen einen externen Tieftöner.

Hinter den Kulissen ...

...arbeitet beim 6.1-System Teufels sogenannte »Sonic Emotion Absolute 3D«-Technologie. Diese soll mittels Software die sechs Treiber so ansteuern, dass ein umhüllender Surround-Sound entsteht. Teufel verspricht zudem unter anderem beste Wiedergabeeigenschaften unabhängig von der Hörposition im Raum – wir sind gespannt. Noch einige technische Daten: Das Sounddeck erzeugt einen maximalen Schalldruck von 102 Dezibel – das ist richtig laut – und spielt im Frequenzbereich zwischen 42 und 20.000 Hertz. Die Cinebase decodiert die Tonformate DTS sowie Dolby Digital und bringt geeignete Decoder für Dolby Pro Logic und Dolby Pro Logic II mit. Das Innenvolumen der schwarzen Soundbox beträgt 11,3 Liter – wer dieses zu Hause nachempfinden möchte, kommt mit elf Milchkartons zu einem annähernd realistischen Ergebnis.

Die Einrichtung der Cinebase ist in weniger als einer Minute erledigt, denn eine Strippe genügt. Ein Cinchkabel sollte dabei lediglich eine Notlösung sein, wenn der Flat-TV älteren Datums ist. Qualitativ deutlich bessere Klangergebnisse erzielen Sie mit einem TosLink-Stecker oder per HDMI-Kabel, also auf digitalem Übertragungsweg. Werfen Sie mal einen Blick in das Anleitungsheft Ihres Flachmanns. Dort erfahren Sie, ob eine der HDMI-Buchsen ARC unterstützt. ARC steht als Abkürzung für Audio Return Channel und bedeutet so viel wie Audio-Rückkanal. Ist Ihr Fernseher dazu in der Lage, können Sie den Fernsehton über die entsprechende HDMI-Buchse und ein ARC-fähiges HDMI-Kabel (sind heute alle aktuellen Modelle) direkt über die Teufel-Box ausspielen. Teilweise ist es erforderlich, dass Sie im Menü des TV-Apparats ARC erst noch aktivieren. Bei der Verwendung dieser Funktion muss der Schalter »HDMI Mode« an der Cinebase auf der entsprechenden Position stehen.

Damit ist die Verkabelung auch schon abgeschlossen. Strom bezieht der Klangriegel über das mitgelieferte Netzkabel. Zur Bedienung können Sie Ihre eigene Fernbedienung verwenden. Alternativ liefert Teufel aber auch einen kleinen Signalgeber mit. Der ist sehr handlich und kompakt, nicht unbedingt ein Meisterwerk in Sachen Verarbeitung und Optik, dafür aber funktional. Unter anderem lassen sich von hier aus die Lautstärke verändern, die Quellen wählen und die Klangcharakteristika modifizieren. Sollte der Fernseher per HDMI mit ARC-Funktion angedockt sein, so genügt es, die Taste »HDMI TV« zu drücken, schon legt der Teufel wie derselbige los.

Langeweile-Spannungskonvertierung

Die Vorabendserie war klanglich bisher mau, der Ton plätscherte so nebenbei dahin, fiel aber – wenn überhaupt – nur negativ auf, weil sich sowohl die Stimmen als auch die Musik keine Präsenz verschaffen konnten. Das ändert sich mit einem Schlag. Der schlappe Drei- mutiert zum durchzugsstarken Achtzylinder, bollert voluminös bereits im Standgas-Betrieb und lässt es so richtig krachen, wenn es auf dem Bildschirm actionreicher zugeht. Aus Kinderstimmchen werden tiefe Männerstimmen, aus einem musikalischen Rinnsal wird ein reißender Strom. Ohne dass man an den Basis-Einstellungen etwas verändert oder die Raumklang-Funktionen aktiviert hat, hievt die Cinebase die Klangqualität von Ober- auf Bundesliga-Niveau.

Aber es geht noch viel besser, man könnte auch sagen bässer, die Champions-League lässt grüßen. Dazu erhöht man schrittweise das Bassniveau per Fernbedienung. Man spürt förmlich, wie die beiden 130-Millimeter-Jet-Engine-Subwoofer zu arbeiten beginnen, wie sie fauchen und fast schon ein wenig böse werden. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Wumms, ein Orchester, in dem der Mann an der Pauke zur Höchstform aufläuft und es im Tieftonbereich ordentlich scheppern lässt.

Über den Signalgeber kann man per Tastendruck die drei Klangszenarien »Sonic 1«, »Sonic 2« und »Sonic 3« direkt ansteuern. Jedes der Setups sorgt dafür, dass der Klang noch dynamischer, voller und breiter wirkt. Am besten gefiel uns Variante 3. Hier wird der Ton vollständig in den Raum projiziert, akustisch wird man am intensivsten in die Handlung mit eingebunden. Auch bei niedriger Lautstärke ist der Soundteppich so dicht gewebt, dass er jeden Inhalt trägt. »Sonic 1« hingegen vermittelt das Gefühl, als würden Musik und Stimmen vom Zuschauer weg Richtung Wand hinter den Fernseher verlagert. Auf eine explizite Hervorhebung der Sprachfrequenz ist »Sonic 2« ausgelegt. Für Talkshows oder die Nachrichten ist diese Einstellung die richtige Wahl, bei Action-Blockbustern hingegen bleibt die musikalische Berieselung ein wenig auf der Strecke – »Sonic 3« ist in diesem Fall die ideale Entscheidung.

Die Leistungsreserven der Cinebase sind mehr als üppig dimensioniert. Will heißen: Es besteht nie die Gefahr, den Lautstärkeregler nah an den Maximalpunkt zu bringen. Zu jeder Zeit kann das Sounddeck deshalb souverän agieren. Insgesamt gefällt die tonale Breite sehr gut, die auf dem Sofa vor dem Fernseher das Gefühl vermittelt, als habe man mehrere Boxen im Zimmer verteilt.

Zugang drahtlos gewährt

Ein nützliches Extra ist die Bluetooth-Unterstützung der Cinebase. So spielt diese nicht nur in Kooperation mit einem Fernseher auf, sondern verbindet sich auch kabellos mit Smartphones und Tablets, unabhängig von deren Betriebssystem. Das Koppeln mit dem Zuspieler ist blitzschnell erledigt: einfach über die Fernbedienung »Bluetooth« als Quelle aktivieren, dann am Smartphone die Bluetooth-Funktion einschalten und die Taste »BT Pairing« drücken. Schon können die Lieblingslieder vom mobilen Begleiter kraftvoll zum Leben erweckt werden.

Per Bluetooth verbinden sich mobile Geräte wie hier ein iPad mit der Cinebase.

Teufel setzt auf den Bluetooth-Standard 4.0, der aptX-Codec gestattet eine drahtlose Musikwiedergabe in CD-Qualität. Nicht nur kopierte oder aus dem Internet heruntergeladene Songs werden strippenlos zur Cinebase transportiert, sondern ebenfalls Inhalte von YouTube, Spotify, iTunes oder Facebook. Mittels NFC (Near Field Communication) reicht es, geeignete mobile Geräte zur simplen Verbindung neben die Soundbar zu halten, das Eingeben von Passwörtern oder das übliche Pairing-Prozedere entfällt dann.

Hersteller:   Lautsprecher Teufel

Modell:   Cinebase

Preis:   600 Euro

Garantie:   2 Jahre

Konstruktion:   6.1-Surround-Sounddeck mit integriertem Subwoofer

Bestückung:
   6 Breitbandlautsprecher, Durchmesser jeweils 70 mm

Endstufe:   Class-D-Verstärker

Akustisches Prinzip:   Zweiwege

Gehäuseaufbau:
   Bassreflex

Maximale Belastbarkeit durch einen Fernseher:   60 Kilogramm

Anschlüsse:
   optischer Digitaleingang, Analogeingang, Cinch-Eingang Stereo, HDMI-Eingang (Version 1.4b), HDMI-Ausgang (Version 1.4b), Bluetooth 4.0

Abmessungen (B x H x T):
   73 x 11 x 41 Zentimeter (mit Füßen)

Gewicht: 
  11,7 Kilogramm

 

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Der Teufel steckt nicht immer im Detail, sondern neuerdings auch in einer Soundbar. Und die kann sich sehen und vor allem hören lassen. Die Cinebase kostet zwar noch einmal soviel wie ein durchschnittlicher 46-Zoll-Fernseher, diese Investition verdreifacht dafür aber locker den Kinospaß im heimischen Wohnzimmer. Sauberer Raumklang und satte Bässe ohne separaten Subwoofer, was will man mehr? Außerdem ist das Sounddeck dank Bluetooth ja auch der neue Gefährte von Smartphone und Tablet. Insgesamt überzeugt die Cinebase durch ihre hervorragende Verarbeitung, die extrem einfache Einrichtung und Bedienung, die vordefinierten Setups und den voluminösen Klang. Verständlich, wenn anspruchsvolle Home-Cineasten künftig einen Pakt mit dem Teufel eingehen.   Jochen Wieloch

Teufel Cinebase
Preis: 599 Euro
Garantie: 2 Jahre

TEST

Lautsprecher:
Teufel Cinebase
Autor:
Jochen Wieloch
Datum:
24.11.2014
Hersteller:
Teufel