Der Name Marantz Melody Stream klingt schon beinahe wie ein musikalisches Kunstwerk: leicht, locker, beschwingt und unbekümmert. Genauso unkompliziert präsentiert sich der M-CR510 auch im Alltag. Ob seines schier unendlichen Musik-Portfolios an Bord hat er allen Grund dazu.

Die Trendwende im Musikgeschäft hält an: Die Deutschen streamen und downloaden, was das Zeug hält. Allein im ersten Halbjahr nahm diese neuartige Form des trägerlosen Musikerlebens um 16 Prozent zu. Nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie stammte in den ersten sechs Monaten jeder vierte Euro aus digitalen Musikverkäufen. Das Download-Geschäft erreicht aktuell einen Marktanteil von rund 20 Prozent, das Streaming kommt nach einem Umsatzanstieg von 105 Prozent auf einen Anteil von noch recht bescheidenen 4,6 Prozent – aber die Trendkurve zeigt raketenartig nach oben.

Für all diejenigen, die keine großen CD-Archive im Schrank lagern, sondern Musik auf der PC-Festplatte abgelegt haben oder auf virtuelle Musikdienste und Internet-Radio zugreifen möchten, hat Marantz den Netzwerkplayer Melody Stream zur Welt gebracht. Ein 2,7 Kilogramm schweres und optisch in Schwarz und Weiß sehr ansprechendes Gerät. Der Netzwerk-Receiver hört auf die offizielle Bezeichnung M-CR510 und kann wahlweise drahtlos per WLAN oder via Ethernetkabel ins Internet eingebunden werden. Der größere Bruder Melody Media M-CR610 ist zusätzlich mit CD-Laufwerk, DAB und FM-Radio ausgestattet.

Positiv sticht beim Melody Stream sofort das Display ins Auge: Die weiße Schrift auf schwarzem Untergrund ist perfekt ablesbar, auch aus größerer Entfernung. Zusätzlich versprüht diese Optik eine gelungene Mischung aus Moderne und Ästhetik. Kleine Symbole verraten, in welchem Menü man sich gerade aufhält. Dazu kommt die einfache Bedienung über das Navigationskreuz auf der Vorderseite. Die ist glücklicherweise nicht überladen. Hier befindet sich nur das, was wirklich erforderlich ist und Sinn macht. So ist man mit dem M-CR510 auch dann blitzschnell vertraut, wenn man sich nicht die ausführliche Dokumentation aus dem Internet herunterlädt, sondern nur einen Blick in die Schnellstart-Einrichtung wirft. USB-Sticks und Apple-Geräte finden wahlweise vorne oder hinten am Receiver Platz, zum ungestörten Musikgenuss lässt sich an der Front ein Kopfhörer andocken.

Bevor die Einrichtung beginnt, müssen noch Lautsprecher an den Marantz angeschlossen werden. Die sind weder intern verbaut noch gehören sie zum Lieferumfang. Der Hersteller selbst empfiehlt aus dem eigenen Sortiment das Boxen-Paar M-LS502, es eignen sich aber auch beliebige andere Lautsprecher, deren Kabelenden an der Rückseite verschraubt werden. Dort befindet sich zusätzlich ein Ausgang für einen Subwoofer. Der Leistungsverstärker des Melody bringt es auf zweimal 60 Watt. Futter von externen Quellen kann über einen analogen oder einen digital-optischen Audio-Eingang zugeführt werden. Beide Varianten wird man allerdings nur in absoluten Ausnahmefällen nutzen, wie der spätere Test zeigen wird. Für die musikalische Berieselung gibt es deutlich komfortablere Lösungen.

Flexibel, präzise und sicher

Wie der Name schon sagt, muss der Netzwerk-Receiver ins Internet beziehungsweise heimische Netzwerk eingebunden werden, um sein volles Potential entfachen zu können. Nutzt man ein Netzwerkkabel, so ist die Sache innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde erledigt: Ethernetkabel rein, fertig! Die Verbindung baut der Marantz dann ganz von alleine auf. Mehr Flexibilität beim Aufstellen ermöglicht jedoch die drahtlose Alternative WLAN. Hierzu genügt es, die rückseitige Taste »WiFi Connect« zu drücken. Der Melody Stream scannt dann automatisch alle zur Verfügung stehenden Netzwerke ab. Das Passwort wird über das Steuerkreuz eingetippt, schon wählt sich der Player ein. Schneller geht es, wenn Ihr WLAN-Router WPS (WiFi Protected Setup) beherrscht: Ein Druck auf die entsprechende Taste am Router reicht aus und die verschlüsselte Verbindung steht. In diesem Fall entfällt die Passworteingabe.

Mehr ist gar nicht erforderlich, um in die unendlichen audiophilen Weiten des Internets abzutauchen. Sind Ihr Computer oder eine Netzwerkfestplatte ins selbe Netzwerk eingebunden und haben Sie die Datenfreigabe erteilt, so können Sie nun bequem auf Ihre eigene Musiksammlung zugreifen.

Logischerweise ist dieser Fundus begrenzt, möglicherweise haben Sie auch gar nicht alle Ihre Audio-Schätze auf den PC gezogen, sondern auf mehrere Geräte wie Notebook, MP3-Player, Tablet und auf das Regal mit den CDs verteilt. Grenzenlosen Musikspaß garantiert dem gegenüber das Internet. Dort ist alles abrufbar, was jemals produziert wurde. Der Melody Stream gestattet Ihnen drei Optionen: Zugriff auf Internet-Radio, auf Last.fm und Spotify – so wird garantiert jeder fündig.

Bevor wir auf die einzelnen Dienste näher eingehen, beleuchten wir die beiden Bedienkonzepte. Zum Marantz-Netzwerker gehört eine handliche Fernbedienung, deren Tasten übersichtlich angeordnet sind und durch einen präzisen Druckpunkt überzeugen. Über diesen Steuerstab hat man Zugriff auf alle wichtigen Features, unter anderem auf das Menü, individuell erstellbare Favoritenlisten, das Setup, die beiden USB-Buchsen, den Music-Server und das Internet-Radio. In Verbindung mit dem attraktiven Display des M-CR510 klappt das Zusammenspiel einwandfrei.

Es geht aber noch viel besser

Besitzer von iPod, iPod nano, iPod touch, iPhone oder iPad beziehungsweise eines Android-Smartphones oder -Tablets können ihre mobilen Geräte mit der kostenlosen App »Marantz Remote« in eine Fernbedienung verwandeln und haben so optimalen Zugriff auf den schicken Netzwerker. Abgesehen vom iPad lassen sich iPod und iPhone per USB-Kabel an den Receiver anschließen (und auf diesem Weg auch laden). Das sollte aber nur eine Notlösung sein, denn die Strippe schränkt die Bewegungsfreiheit enorm ein. Da in den meisten Haushalten ein drahtloses Netzwerk bereit steht, sollten Sie sich dieses zunutze machen. Starten Sie die »Marantz Remote«-Anwendung. Nach einer kurzen Wartezeit können Sie den Marantz M-CR510 aus der Liste auswählen.

Die »Marantz Remote App« findet den M-CR510 von ganz alleine, falls dieser in dasselbe Netzwerk eingebunden ist.

Mehr ist dann auch nicht zu tun. Nach dem finalen Schritt sehen Sie auf Ihrem Apple- oder Android-Gerät den ansprechenden Startbildschirm, die Steuerzentrale für Ihren Melody Stream. Die Navigation ist dank großer Symbole und eindeutiger Beschriftung ein Kinderspiel.

Übersichtlich und ansprechend: die Oberfläche der Marantz-App.

Per Schieberegler am unteren Rand lässt sich die Lautstärke verändern, ein Fingertipp genügt, um vom Internet-Radio auf den Musikserver zu wechseln oder den Sleep-Timer zu aktivieren. Dieser gestattet das Definieren einer Zeitspanne, nach der sich der Marantz in den Ruhezustand verabschiedet. Ideal, um sich abends beim Einschlafen im Bett musikalisch in den Schlaf begleiten zu lassen.

Der Netzwerk-Receiver soll Sie in den Schlaf begleiten und sich dann von alleine ausschalten: Der integrierte Sleep-Timer macht's möglich.

Musikalische Unterhaltung in Hülle und Fülle offeriert der integrierte Zugang zu tausenden Online-Radiosendern weltweit. Diverse Filter helfen Ihnen bei der Suche nach dem passenden Kanal. Am einfachsten gestaltet sich das Prozedere, indem man im ersten Schritt ein Land festlegt und anschließend weitere Einschränkungen vornimmt: Soll es ein öffentlich-rechtlicher Sender sein? Bevorzugt man das Angebot einer bestimmten Stadt? Wünscht man ein spezielles Genre wie Blues, Klassik oder Pop? Auf diese Weise holt man sich schnell eine Radiostation auf das Display – entweder eine altbewährte oder einen völlig exotischen Kanal, von dem man vorher noch nie etwas gehört hat. Bei zigtausenden Programmen dürfte das häufiger vorkommen.

Exotisch oder bekannt, Klassik oder Rock, aus Deutschland oder …
…vom anderen Ende der Welt: Internet-Radio beinhaltet alles,…
…was man sich musikalisch nur wünschen kann.

Inhaltlich umfasst das Internet-Radio-Angebot auch sogenannte Podcasts. Das sind Hörstücke – mal informativ, mal glossistisch und zum Schmunzeln, mal mit ernsthaften und tiefgründigeren Gedanken angehaucht.
Eingebettet in die Marantz-App sind ebenfalls die Streaming-Dienste Last.fm und Spotify. Last.fm beheimatet rund 80 Millionen Stücke und stellt 150.000 kostenlose MP3-Songs zur Verfügung. Nutzer erhalten Vorschläge aufgrund der individuellen Hörgewohnheiten und können die Plattform nach Künstlern, Stücken oder Genres durchsuchen. Eine einmalige kostenfreie Registrierung ist erforderlich. Für eine werbefreie Nutzung werden monatlich 3 Euro fällig. Dieses Abo ist nötig, um Internet-Radio über die mobile App zu nutzen. Die Streams lassen sich im MP3-Format mit 128 Kilobit bei einer Abtastrate von 44,1 Kilohertz abrufen.

Last.fm versorgt den Marantz-Player mit rund 80 Millionen Musikstücken.

Bei Spotify handelt es sich ebenfalls um ein Streaming-Portal. Zu genießen sind hier Millionen Songs auch bekannter Labels wie Universal, Warner Music Group, Sony oder EMI, die sich nach Interpreten, Titeln, Alben, Genres und Erscheinungsjahr durchforsten lassen. Möchte man die Musik per iPad oder iPhone auf dem Marantz-Player zum Leben erwecken, so ist ein Premium-Account erforderlich. Nach der 30-tägigen Gratis-Phase kostet der Spaß danach monatlich 9,99 Euro.

Keine Verzögerungen

Im Test lief die Marantz-App stabil, das Streamen vom iPad aus funktionierte flott und ohne Ruckler. Voraussetzung ist natürlich eine schnelle Internetverbindung. Ruft man das Internet-Radio direkt über den M-CR510 auf – dank gut durchdachter Menüstruktur ist das ganz einfach –, vergehen nach der Auswahl einer Station ein bis zwei Sekunden, bis der Stream komplett gepuffert ist und dann ohne Hakler am Stück zur Verfügung steht. Praktisch: Eine kleine Anzeige im Display verrät, wenn das Maximum mit 100 Prozent erreicht ist und der Radiosender loslegt.

Eine zusätzliche Möglichkeit existiert noch, um den Marantz-Netzwerk-Receiver akustisch zu bestücken. Das Schlagwort lautet AirPlay. Diese Funktion wird automatisch aktiviert, sobald ein Apple-Gerät mit dem Melody Stream im selben Netzwerk unterwegs ist. Startet man die Wiedergabe eines Titels, so erscheint der AirPlay-Button. Hier wählt man lediglich den M-CR510 aus und schon liegt Musik drahtlos in der Luft.

Der Marantz M-CR510 beherrscht auch die drahtlose Musikwiedergabe per AirPlay.

AirPlay lässt sich auch über einen PC oder Mac nutzen, falls iTunes ab Version 10 installiert ist. Auf diese Weise gelingt ebenfalls die Kommunikation mit der Marantz-Box. Über die Fernbedienung klappt die Steuerung der Wiedergabe, der Pausenfunktion und der Song-Suche. Dazu muss in iTunes die Option »iTunes-Audiosteuerung von entfernten Lautsprechern aus zulassen« aktiviert sein. Grundsätzlich unterstützt der Marantz die Dateitypen WMA, MP3, WAV, MPEG-4 AAC, FLAC und ALAC. Voraussetzung: Die Dateien dürfen nicht kopiergeschützt sein.

Hersteller:   Marantz
Produkt:   M-CR510
Kategorie:   Netzwerk-Receiver

Preis:   549 Euro
Garantie:   2 Jahre

Konstruktion:   Netzwerk-Receiver für kabelgebundenen und drahtlosen Anschluss an zahlreiche Zuspieler wie iPhone, iPod, iPad, für Audio-Streaming von PCs und Netzwerkfestplatten sowie AirPlay
 
Leistungsverstärker
:   2 x 60 Watt (Herstellerangabe)

Anschlüsse: 
  2 x USB, Lautsprecher, Digital In, Analog In, Subwoofer, Kopfhörer, LAN, WLAN

Abmessungen (B x H x T):
   30 x 8 x 31 Zentimeter
Gewicht:   2,7 Kilo

 

Marantz Deutschland
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Der Marantz M-CR510 ist ein absoluter Trendsetter. Der klassischen CD zeigt das schicke Gerät die kalte Schulter, denn es ist ein Streaming-Profi. Ob aus dem Internet, vom PC oder Mac, von mobilen Abspielgeräten wie Smartphones oder Tablets, USB-Sticks und Netzwerkfestplatten – der Melody Stream fischt sich alles, was irgendwie nach Musik aussieht und gut klingt. Die Firmware läuft stabil und unterstützt den hohen Bedienkomfort des Receivers. Mit dem M-CR510 hält Marantz alle Netz-Trümpfe in der Hand.     Jochen Wieloch

Marantz Melody Stream M-CR510
Preis: 549 Euro
Garantie: 2 Jahre
sehr gut
überragend
sehr gut
sehr gut

TEST

Receiver:
Marantz Melody Stream M-CR510
Autor:
Jochen Wieloch
Datum:
01.10.2013
Hersteller:
Marantz