
Wer das Trio als kompakte HiFi-Anlage einsetzen möchte, wird sich über die mit präzisen Druckpunkten versehene Fernbedienung im Kreditkartenformat freuen. Auch aus spitzeren Winkeln kommen ihre Befehle noch an. Neben Quellenwahl und Lautstärke kann man natürlich auch das CD-Laufwerk bedienen. Selbiges ist keine Schubladen-, sondern eine Slot-In-Konstruktion: Man schiebt die CD bis zu einem gewissen Punkt, dann wird sie vom Laufwerk eingezogen. Eine Konstruktion, wie sie aus Automobilen bekannt sein dürfte. Das Einlesen der CD geht zügig vonstatten, und wie gewohnt erscheinen die Informationen im Display, das sich mit Hilfe eines Lichtsensors automatisch an die Umgebungshelligkeit anpasst – genial.
Zu einer der wichtigsten Quellen für Musik ist in den vergangenen Jahren Apples iPod geworden. Für diese mobile Musikdatenbank hat Boston den HRD-i-Dock im Programm. Auf der Rückseite des Trios befindet sich der Anschluss für die Dockingstation, mit deren Hilfe die Musik abgespielt werden kann und der iPod auch geladen wird. Zwei weitere Aux-Eingänge, einer davon auf der Front, ermöglichen den Anschluss weiterer Quellen. Beispielsweise kann man den Ton vom Fernseher einspeisen. Schließt man einen Kopfhörer über die sich ebenfalls auf der Front befindliche Buchse an, verstummen die eingebauten Lautsprecher.
Apropos, wie klingt denn nun das Boston Acoustics Trio? Die mechanischen Voraussetzungen für guten Klang sind gegeben, denn links und rechts im Gehäuse arbeiten zwei 9-Zentimeter-Breitbandchassis jeweils in einem eigenständigen Bassreflexgehäuse. Boston Acoustics beschäftigt sich aber auch auf digitaler Ebene mit dem Klangerlebnis: In Verbindung mit den Verstärkern arbeitet ein DSP-Prozessor, der bei jeder Lautstärke unter anderem für optimale Tieftonwiedergabe sorgt. Spielt das Trio leise, wird sie angehoben, sodass ein voller Grundton hörbar wird. Dreht man dagegen richtig auf, sorgt die clevere Schaltung dafür, dass nichts am Trio dröhnt.
Soweit die Theorie, aber jetzt kommt endlich das neue Album von Tom Freund – »Collapsible Plans« – zum Einsatz. Beim Titelstück zeigt sich innerhalb von Minuten, dass das Boston Acoustics Trio von einem Lautsprecher-, ja man kann sagen von einem Klangspezialisten entwickelt worden ist. Auch nachdem die anfängliche Überbeeindruckung verflogen ist, die übrigens dadurch verursacht wird, dass sich die Lautsprecher viel größer anhören als sie in Wirklichkeit sind, bleibt der sehr gute Klangeindruck erhalten. Das gilt sowohl für einzelne Instrumente wie Gitarre und Schlagzeug als auch für die Abbildung der Singstimme – es stimmt in der Summe. Selbst mit härterer Kost ist das kompakte CD-Radio nicht aus der Fassung zu bringen. Sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Pegeln überzeugt die Qualität der musikalischen Wiedergabe. Beim Radiohören muss man aufgrund der von den Sendern angebotenen Qualität Abstriche beim Klang machen, allerdings nicht in Bezug auf die Empfangsqualität. Schon mit der beiliegenden Wurfantenne bekommt man die Ortssender fast rauschfrei zu Gehör.
