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Als HiFi- und Musikjournalist höre ich Töne, und als Orchestermusiker, der ich ebenfalls bin, produziere ich sie sogar. Das ist an und für sich eine wunderbare Sache, denn wer kann schon von sich behaupten, er würde sein Geld mit dem verdienen, was ihm den meisten Spaß bringt, ohne gleich in anrüchige Berufsfelder abzudriften? Eben – wenige Menschen. Also kann ich mich eigentlich glücklich schätzen. »Eigentlich« deshalb, weil natürlich auch der Musikerjob seine Schattenseiten hat: zu selten übende Kollegen, schlecht klingende Säle, langweilige Programme, inkompetente Dirigenten und so fort. Ein Aspekt dieses Berufs, der von meinen Bekannten meist als faszinierendes, aufregendes Highlight angesehen wird, ist – ich kann es Ihnen nach einigen Jahren Erfahrung bestätigen – leider auch ein Nachteil: das Reisen. Natürlich ist es spannend, in der Carnegie Hall, dem Barbican Center, der Suntory Hall oder dem Wiener Musikverein zu spielen. Nach dem x-ten Mal sind das allerdings auch nur weitere Säle, die zudem viel zu weit von der Familie entfernt liegen. Das Hauptübel des Reisens ist allerdings der Lärm. Egal ob in Bussen, Zügen, großen Hotels und erst recht in Flugzeugen – überall ist es laut, und so ein Flug über den Atlantik oder nach Fernost kann einem allein wegen der dauerhaften Beschallung durch die Triebwerke ganz schön auf die Nerven gehen. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass schon ein Geräuschpegel von 85 Dezibel bei einer Dauer von mehr als drei Stunden für das Gehör schädlich sein kann, ist das nicht mehr nur ein Thema des Komforts, nein, auch die Gesundheit kommt mit ins Spiel.

Bei einer der letzten Reisen unseres Orchesters stand – nach einem Konzert in London – New York auf dem Plan. Und glücklicherweise fügte es das Schicksal, dass mir zuvor ein lärmreduzierender Kopfhörer von Bose zum Testen geschickt wurde. Am Abreisetag erreichte mich das Paket noch in der letzten Probe, und während die Kollegen noch an Händels »Athalia« arbeiteten, durften schon mal die Akkus laden.

Erste Hörprobe mit dem Bose QuietComfort 3

Wir sind nun unterwegs, und der kurze Flug nach London wird ein erster Test für den Bose QuietComfort 3. Knappe 90 Minuten sollen Aufschluss über die Effizienz des »Lärmvernichters« geben. Kurz nach dem Start setze ich den Kopfhörer auf, schalte ihn an – und traue meinen Ohren nicht mehr. Das tieffrequente Brausen der Triebwerke – ich sitze leider knapp hinter der Tragflächen – reduziert sich wie durch Zauberei zu einem sanften Rauschen. Das hohe, nervtötende Sirren der Bordsysteme ist noch da, aber nun deutlich im Hintergrund und nicht weiter störend. Eine Kollegin spricht mich an und – noch ein Wunder – ich verstehe jedes Wort, besser noch als ohne Kopfhörer. Kann der Bose also irgendwie zwischen erwünschtem und unerwünschtem Lärm unterscheiden?

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