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Für die Augen unsichtbar ist die wirksame Gummi-Entkopplung des aus Glas gefertigten Sockels vom Gehäuse.

Einer Vielzahl an Produkten widerfährt in jüngerer Zeit eine gefährliche Abmagerungskur in puncto Qualität. Dahinter steckt im Grunde genommen eine ganz einfache Rechnung. Hersteller kalkulieren nicht mehr die Entstehungskosten eines Lautsprechers oder einer Elektronikkomponente und errechnen daraus den Verkaufspreis. Vielmehr läuft diese Berechnung jetzt rückwärts. Man überlegt sich, welcher Preispunkt im Markt zu besetzen ist und beginnt dann zu so lange zu subtrahieren, bis der Preis für das eigentliche Produkt feststeht. Es ist offensichtlich, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, auf diese Weise negativ an der Qualitätsschraube zu drehen. Aber der Wettbewerb ist hart und sorgt dafür, dass bei vielen Geräten »Extras« einfach nicht mehr drin sind. Zudem interessieren sich viele Investoren mehr für Marge und Stückzahlen als für überdurchschnittliche Produktleistungen. Diese Entwicklung gilt natürlich nicht nur für den Audiobereich.

Auffällig wird dieser Trend immer dann, wenn ein Hersteller sich ihm demonstrativ entgegen stellt. Nichts anderes macht der französischer Hersteller Triangle mit der Australe Ez, dem größten Standlautsprecher der Esprit-Serie. Ihr 1,17 Meter hohes Gehäuse ist wahlweise in Hochglanz schwarz oder weiß verfügbar. Der vor dem Betrieb zu montierende und per definiert gelöcherter Gummimatte entkoppelte Glassockel trägt die fast 39 Kilogramm Gewicht. Zur Ankopplung an den Boden liegen wahlweise Gummifüße oder Spikes bei. Der jeweilige Einsatz richtet sich nach der Art des Untergrunds. Bereits bei diesem Montageschritt, der direkt nach dem Auspacken durchzuführen ist, bekommt man einen guten Eindruck von der hohen Materialqualität. Die Bohrungen sind präzise und die Schrauben finden ihren Weg widerstandslos in die Gewinde.

Bestückt ist diese Drei-Wege-Bassreflexkonstruktion mit insgesamt sechs Chassis. Davon arbeiten fünf in der Schallwand vorne und ein zweiter 25-Millimeter-Hochtöner namens TZ 2510 auf der Rückseite, der nicht parallel mit dem Fronttweeter läuft, sondern sowohl im Pegel als auch beim Frequenzgang – er setzt erst bei 8.000 Hertz ein – Abweichungen zeigt. Die Franzosen haben diese Anordnung »Dynamic Pulse System«, kurz DPS getauft. Sinn und Zweck dieser Übung soll eine Verbesserung räumlicher Abstrahlung sowie eine Verbreiterung des »Sweet Spots« sein. Zusätzlich soll dazu ein Phaseplug beitragen, der vor der Titan-Kalotte in dem Hornvorsatz montiert ist. Diese Hochton-Konstruktion war bisher nur der teureren Magellan-Baureihe vorbehalten.

Für die Übertragung der unteren Oktaven stehen gleich drei neu entwickelte 16,5-Zentimeter-Chassis parat. Sie sind mit Papiermembranen bestückt, die zur Versteifung Karbonpartikel beinhalten. Inklusive der Antriebsmagneten werden sie von extrem stabilen Körben gehalten. Eine Besonderheit ist die rückwärtige Entkopplung der Chassis durch gezielt eingesetzte Verstrebungen, an deren Ende eine Gummischicht direkt auf dem Magneten liegt. Diese »Beruhigung« soll bei der Wiedergabe für Präzision sorgen sollen. Weitere Stabilisatoren dämpfen das Schwingverhalten des MDF-Gehäuses.

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