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Von vorne betrachtet präsentiert sich die nunmehr vierte Inkarnation der Röhrenverstärker-Riege von Magnat sehr ähnlich zum Vorläufer RV 3: Als augenscheinlichsten Unterschied haben der große Ringkern-Transformator und die kapazitätsstarken Siebkondensatoren im Zentrum des Amps statt eines jeweils separaten Stahlblechs jetzt einen gemeinsamen »Hangar« aus Aluminium erhalten.
Ansonsten regiert der bewährte beeindruckende Look: Die Frontpartie wird von einem großen Lautstärkeregler dominiert, dem zwei kleinere Drehsteller für Balance und Quellenwahl assistieren. Letztgenannter hat direkte Auswirkung auf das sehr schicke Schönschrift-OLED-Display, welches sich rechts in dem kleinen Bullauge befindet. Geblieben sind auch die kantig gestalteten Ummantelungsgitter der beiden sichtbaren Vorstufen-Röhren sowie die schräg angeordneten Kühlrippen, die erheblich zum martialischen Auftritt des Vollverstärkers beitragen. Insgesamt regiert eine Ästhetik, die bei jener Zielgruppe auf große Zustimmung trifft, die sich der Faszination von in den Vordergrund gestellter sichtbarer Technik nicht entziehen kann. Die Assoziation zum V8-Motor liegt sehr nahe…

Was den Magnat RV 4 jedoch von herkömmlichen Röhren-basierten Verstärkern unterscheidet, offenbart sich bei genauem Blick auf die Rückseite: Dort residieren neben Tape-Schleife, Pre-Out und vier analogen Eingängen plus jeweils separaten Inputs für Phono MM und MC zusätzliche Anschlüsse für zwei digitale Zuspieler (koaxial und optisch) sowie eine kurze Antenne. Diese signalisiert die Fähigkeit zum drahtlosen Empfang von Audio-Signalen via Bluetooth – und zwar dank aktuellem Qualcomm-Chip in der aptX-Technik, die CD-Niveau beim Abspielen der Files via Smartphone, Tablet oder Mobilplayer erlangen soll. Für diesen klanglichen Genuss ohne Kabel muss das mobile Device jedoch auch aptX unterstützen – Apple-Produkte tun das leider nicht. Stattdessen kommen hier beispielsweise bei den Tablets vorrangig Modelle von Asus (ZenPad) und Samsung (Galaxy) ins Spiel, während in der Gattung mobile Audio-Player Marken wie Pioneer oder Astell & Kern ihre Geräte mit der entsprechenden Fähigkeit ausstatten. Eine umfassende Übersicht der optimalen Bluetooth-Klangpartner zum RV 4 ist auf der Website von aptX zu finden.

Sowohl der kabellose als auch der kabelbehaftete digitale Zuspielweg münden im integrierten Digital/Analog-Converter des Magnat-Verstärkers. Dieses Verfahren stellt im Bereich der Bluetooth-Funktionalität eine Besonderheit dar. Üblicherweise erfolgt die D/A-Wandlung bei Bluetooth-Übertragung im BT-Chip selbst, der danach ein analoges Signal weiterreicht. Magnat hingegen ist es gelungen, das Signal aus dem BT-Chip digital auszuführen, dieses dann in den fraglos höherwertigen »Primär«-DAC des RV 4 zu transportieren und erst dort zu konvertieren. Die Konsequenz: Ein besseres Bluetooth-Signal als vom RV 4 kommend dürfte derzeit kaum möglich sein. Der hier angesprochene interne DAC-Chip stammt aus dem bewährten Hause Burr-Brown und vermag auch hochaufgelöste Signale bis 24 Bit/192 Kilohertz zu verarbeiten. Was man auf diesem Preis-Niveau aber auch erwarten darf.

Analoge und digitale Eingänge in friedlicher Koexistenz unterbreiten auf der Rückseite des Verstärkers gemeinsam mit der Bluetooth-Antenne ein umfassendes Konnektivitätsangebot.
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