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Meine erste akustische Begegnung mit dem HMS Armonia-Phonokabel verlief höchst erfreulich, zumal das Niveau ohne Weiteres mit meinen bestens vertrauten Gran-Finale-Jubilee-Phonokabeln, die bereits etliche Jahre im Einsatz sind und nach wie vor eine Ausnahmestellung einnehmen, vergleichbar war. Da sich HMS-Chef Hans M. Strassner jedoch immer wieder Gedanken über die weitere Verbesserung seiner Kabel macht, ist es für den ambitionierten Schallplattenhörer natürlich auch von Interesse, wie sich denn ein Gran Finale Jubilee aus aktueller Produktion schlägt. Wobei die Herausforderung darin besteht, dass Verbesserungen auf einem so hohen Niveau zum einen mit großem Aufwand verbunden sind und zum anderen nicht sehr drastisch ausfallen –  die klanglichen Zugewinne spielen sich meist im subtilen Bereich ab.

Das HMS Armonia in der Phono-Konfektionierung unterscheidet sich von der NF-Ausführung auf der Plattenspielerseite durch ein hochflexibles, rund 20 Zentimeter langes Anschlussstück. Es stellt sicher, dass das relativ steife und schwere Kabel das Laufwerk nicht beeinflusst. Das ist insbesondere bei Subchassis-Plattenspielern wichtig, aber auch bei der Verwendung von gefederten Basen, die so in ihrer Beweglichkeit nicht beeinträchtigt werden. Der Übergang auf das flexible Kabelstück erfolgt in einem HMS-typischen Kirschholzkästchen. Anschluss an den Tonarm bietet entweder ein gerader oder ein abgewinkelter 5-Pol-Stecker, wobei für Letzteren ein Aufschlag von 80 Euro fällig ist. Verstärkerseitig ist das Armonia mit WBT Nextgen-Steckern bestückt. Es kann natürlich auch mit XLR-Steckern konfiguriert werden, falls der Phonoverstärker über entsprechende Eingänge verfügt.

Das Kabel selbst entspricht im Wesentlichen dem Aufbau des HMS Sestetto, verfügt also über zwei gleichwertige Litzenleiter aus Kupfer mit einem Kunststoffrohr als Kern. Die aufwendigen Schirmungsmaßnahmen wurden vom Gran Finale übernommen: Eine zweifache Schirmung aus Silber soll magnetische Einstreuungen verhindern, eine weitere Mikrophonie-Effekte. Die Dämpfungsringe am verstärkerseitigen Ende sind unter einer Metallhülle verborgen. Der Außenmantel besteht aus einem Nylongewebeschlauch, der mittels einer spezifischen Beimischung elektrostatische Störungen abwehren soll. Den gleichen Mantel findet man übrigens auch beim aktuellen Gran Finale Jubilee. Insgesamt haben wir es beim Armonia also mit einem Kabel zu tun, das quasi immun gegen Störungen von außen ist und so einen ungehinderten und ungestörten Signalfluss ermöglicht. Der unvermeidliche Filtereffekt sollte sich angesichts dieses enormen Aufwands in sehr engen Grenzen halten und den Musikgenuss nicht trüben.

Was das Armonia Phono dann auch unter Beweis stellte, und zwar in verblüffend lebendiger Art und Weise. Dabei wird der Pfad der Signaltreue keinesfalls verlassen, sondern der Gehalt der Platte zuverlässig übertragen. Falls die Aufnahme Stimmungen oder Emotionen eingefangen hat und diese bei der Pressung erhalten geblieben sind, werden sie mit aller nötigen Umsicht und Präzision erstaunlich vital umgesetzt. Das ist Hörfreude pur.

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