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Schließlich gehören auch noch so scheinbar nebensächliche Aspekte wie die Verpackung mit in das ökologische Konzept der M-Serie. Klar, der Karton besteht aus Pappe, und auch alle Formteile, die den Lautsprecher zum Beispiel beim Transport dämpfen, sind aus einem Eierkarton-ähnlichen Material. Nur die Folie zum Schutz der Gehäuseoberfläche besteht noch aus konventionellem Kunststoff.

Der Hörtest mit den Genelecs konnte erwartungsgemäß schnell starten: zunächst die Lautsprecher einfach an das Stromnetz anschließen und die – in diesem Falle symmetrischen –  Vorverstärkerausgänge verkabeln. Dann platzierten die Tester die M040 freistehend auf Ständern und schalteten die Ortsfilter entsprechend. Dann auf den Hörplatz ausrichten, Netzschalter an und schon kann es losgehen. Schon die ersten Takte zeigten klar den Charakter: Das ist eine Genelec. Pat Methenys fast schon explosiv dynamisches »Kin« als hochauflösender Datensatz von »highresaudio.com« war genau das Richtige zum Aufwärmen. Immer wieder verblüffen die Genelec-Monitore mit einem für ihre kompakte Größe immensen Dynamikumfang. Und dabei bildet die M040 keine Ausnahme, auch wenn sie auf dem Papier zwei Dezibel weniger Luft nach oben besitzt als die G Four.

Audiophile Synchronizität

Charakterlich wirken die Genelecs allesamt sehr direkt und ehrlich. Wer einen Lautsprecher sucht, der einfach »schön« klingt, der liegt hier falsch. Da kommt das Erbe der M040 als Arbeitsgerät im Studio zum Vorschein. Sie zeigt eben auch Fehler und unvollkommene Aufnahmen oder schlampiges Mastering ziemlich schonungslos auf. Dem gegenüber steht der ehrlich verdiente Genuss einer gelungenen Aufnahme, deren Musiker die Finnin greifbar plastisch im Zimmer platziert. Da kommt man nicht umhin, ganz gebannt zuzuhören, während man sich dabei ertappt, im Takt mit dem Fuß zu wippen und den Kopf zu wiegen. Dem geübten Ohr fällt schnell auf, wie zeitlich synchron die verschiedenen Tonhöhen zueinander passen, was besonders bei Instrumenten mit großer Frequenzbandbreite im Einschwingen zu einer realistischen Darstellung führt, etwa bei Gunter Hampels Vibraphon auf dem Debütalbum der Jazzkantine. Das Instrument wirkt wie aus einem Guss und entwickelt das unnachahmliche, glockige und warme Timbre, welches solch ein Instrument naturgemäß besitzt.

Hervorstechend ist auch die Fähigkeit der Genelecs, räumliche Zusammenhänge konturenscharf zu separieren. Ein schönes Beispiel hierfür liefert Phil Collins mit »I Don't Care Anymore« vom 83er-Album »Hello I Must Be Going«. Hier spielen die Produzenten mit natürlichen und künstlichen Räumen, und zwar jeweils mit unterschiedlichen markanten Drums, Stimme, Leadgitarre und Keyboards. Das Klanggeschehen reicht von knochentrockenem Direktschall bis unendlicher Weite, dessen Keyboard-Schwebungen den gesamten Hörraum bis in den letzten Winkel füllen. Bei all dem bleiben die Musiker wie festgeschraubt an Ort und Stelle auf der virtuellen Bühne. Bei schlichteren Wandlern verändert sich der Fokus deutlich und die Anteile mit dem weiten Hall verschwimmen zu einer Soße. Genelec indes zeigt hier mit den M040, wie stabil ein guter Studiomonitor abbilden kann.

Die CAD-Zeichnung zeigt im Schnitt, wie genial der vielfach verstrebte Korpus der M040 als ein einziges Spritzgussteil entwickelt ist. Trotz der Notwendigkeit, alle Bauteile in Gussrichtung auszurichten, bleibt die dämpfende Wirkung des Gehäuses erhalten, wie diese Simulation belegt. (Bild: Genelec)
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