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Dass Genelec im Laufe der Jahre schon viele gute Ideen hatte, wie man einen Lautsprecher konstruktiv besser bauen kann, ist nicht neu. Nicht umsonst beherrscht der finnische Hersteller seit Jahrzehnten den Studiomonitor-Markt. Der neueste Monitor der SAM-Serie heißt 8351A und ist die erste Mutation der bereits getesteten 8260. Für diesen ausgewachsenen Dreiwege-Monitor hatten die Skandinavier einen völlig neuartigen koaxialen Mitteltöner entwickelt, der nun auch integraler Bestandteil der kleinen Schwester wurde. Die 8260 hatte allerdings noch einen klassischen Tieftöner, weshalb sich die Frage stellte, wie man auch den Bass akustisch in dieselbe Achse bekommt wie die Mittelhochton-Einheit. Die Lösung, die sich Genelec ausgedacht hat, ist ebenso simpel und neuartig wie genial.

Klar, man könnte die Mittelhochton-Einheit quasi aus der Front schneiden und vor einen typischen Tieftöner hängen. Das machen Hersteller vergleichbarer Produkte auch, etwa Musikelektronik Geithain aus Deutschland. Oder man baut die kleinen Wandler direkt auf die Polplatte des Basses, wie das quasi bei Tannoy geschieht. Man kann auch Tieftöner über und unter den Mittelhochton platzieren und so ein gemeinsames akustisches Zentrum schaffen. Backes und Müller beispielsweise macht dies so in den großen Modellen, die dann allerdings komplett als Zylinderwellenwandler wieder eine ganz andere Charakteristik besitzen. Die Genelec-Entwickler hatten nun eine ganz neue Idee, die im Grunde die aufgezählten Varianten sehr elegant mit dem kombiniert, was ihnen schon seit den 80ern heilig ist, nämlich dem Waveguide, also der Schallführung auf der Front.

Jedes Objekt, das aus der Schallwand herausragt, jede Vertiefung und jede Kante erzeugt mehr oder weniger Brechungen und Beugungen der emittierten Schallwellen und damit sekundäre Schallquellen, die sich zum einen als Verzerrungen und zum anderen als Verfärbungen wahrnehmen lassen. Das ist einer der Gründe für die seit einigen Jahren gewählte, fast an ein Ei oder Gummibärchen erinnernde Gehäuseform fast aller Genelec-Modelle. Der zweite ist die mechanische Steifigkeit und Dämpfung, die die gewölbten Flächen mit sich bringen (Sie können ja mal versuchen, ein rohes Hühnerei bei gleichmäßiger Belastung mit der Hand zu zerdrücken…). Akustisch ideal wäre also nach dieser Philosophie ein Lautsprecher, dessen Front nur aus einem Waveguide mit bündig integrierten Membranen besteht, der quasi fließend in den Korpus übergeht. Genau das ist Genelec mit der 8351A nun erstmals gelungen.

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