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Für die Frontpartie des Heimkinos stand die ausgewachsene Epicon 8 parat.

So bilden eben zwei Epicon 8 nicht nur eine gute Grundlage für eine Stereo-, sondern auch für eine Surround-Anlage. Die Dreieinhalbwege-Box verspricht mit ihrem Kalotten-/Bändchen-Hybridhochtöner feinste Hochtonauflösung, der diskrete 16-Zentimeter-Mitteltöner deckt praktisch alleine den gesamten Bereich der menschlichen Stimme ab. Die zwei 20-Zentimeter-Tieftöner sollen für ausreichenden Bass bis in den Keller sorgen, ohne dass man einen Subwoofer zur Unterstützung benötigt.

Der Center-Lautsprecher Epicon Vokal arbeitet mit den gleichen Chassis, verzichtet aber auf die reinen Tieftöner. Stattdessen kommen zwei der 16-Zentimeter-Chassis als Tiefmitteltöner zum Einsatz, diese koppeln bei 2.750 Hertz an den Hybridhochtöner an. Wer den Vokal auf einen Ständer, beispielsweise vor der Leinwand, platzieren möchte, dem sei Dalis Epicon Stand (349 Euro) empfohlen, der im Design und der Höhe passt und mit seiner Masse und den großen Stellflächen für einen sicheren Halt des recht ausladenden Centers sorgt. Die gleiche Bestückung wie im Vokal steckt auch in den Epicon 6, die in unserer Konfiguration für die Surroundkanäle verwendet werden. Die allerdings arbeiten mit den zwei Konustreibern als Zweieinhalbwege-Konstruktion und beschneiden ein Chassis bei 700 Hertz, damit im Bass die doppelte Membranfläche zur Verfügung steht und sich gleichzeitig das akustische Zentrum in Richtung Hochtöner hebt.

Achtung! Halbwissen

Hartnäckig hält sich die Meinung, für Surround-Lautsprecher benötige man keine ausgewachsene Box, weil sie nicht für den Bass, sondern allenfalls für ein paar Effekte zuständig sei. Das war für das Ur-Dolby-Surround vor 30 Jahren sogar richtig, stimmt aber schon seit 20 Jahren nicht mehr. Die Frequenzbeschneidung gibt es nicht mehr, und spätestens seit der diskreten Mehrkanalaufzeichnung (Dolby Digital, DTS und alle neueren Systeme) sind alle Kanäle gleichberechtigt und besitzen den gleichen vollen Frequenzbereich, Dynamikumfang und Auflösung. Selbst bei Musikaufnahmen in Mehrkanal ist durch die Rauminformation des Konzerts teils mächtig was los in den Surrounds. Also, man darf die seitlichen Lautsprecher keinesfalls unterdimensionieren, sie sollten die gleiche Qualität wie die Frontlautsprecher bieten, sonst zieht etwa ihr Klirrfaktor das Klangniveau der gesamten Anlage herunter. Und das wäre doch schade.

Als »Schalldruck-Nachbrenner« kamen zwei SUB P-10 DSS Subwoofer zum Einsatz, wobei vor dem Test noch nicht klar war, ob diese auch Bassanteile von den anderen Lautsprechern mit übernehmen oder lediglich den LFE abbekommen sollen. Hier sei einmal mehr erläutert, dass der »Low Frequency Effects«-Kanal, wie der LFE ausgeschrieben heißt, nicht den Bass aller Kanäle vereint, sondern lediglich für zusätzlichen Bass als Effekt sorgt und den Toningenieuren auch als Aussteuerungsreserve dient. Genormt wird der LFE pauschal mit +10 Dezibel verstärkt. Der LFE ist der ».1«-Kanal, weil er eben auch nur etwa ein Zehntel der Bandbreite der anderen Kanäle benötigt und in der Regel spätestens bei 120 Hertz beschnitten wird. Macht man sich die +10dB Anhebung bewusst und auch die Tatsache, dass bei Verwendung kleinerer Lautsprecher der Subwoofer zusätzlich deren Bass mit verarbeiten soll, wird klar, dass man einen Subwoofer in einer Surround-Anlage gar nicht überdimensionieren kann.

Markerschütternd, rabenschwarz und ohne jegliche Resonanzen geht der Dali SUB P-10 DSS zu Werke, der mit einer aktiven und zwei passiven 25-Zentimeter-Membranen bestückt ist.
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