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Die Burmester BA 71 ist eine elegante Schönheit. Ihre 60 Kilogramm kommen auf vier Präzisionsspikes zum Stehen.

Wer beabsichtigt, mittels zweier jeweils einen Zentner schweren Lautsprechern Musik zu hören, hat keinesfalls den Verstand verloren. Im Gegenteil riecht es eher nach Krönung meiner audiophilen Laufbahn, die in den 80er-Jahren mit einem Pärchen Heco Phon 23 begann. Das war eine kleine Dreiwege-Box, die dem »Taunus-Sound« entsprungen war. Sie wissen schon, das waren die Lautsprecher, deren Frequenzgang in abstrahierter Form immer eine Badewanne darstellte: viel Bass unten, laute Höhen oben und in der Mitte nichts. In den Jahren oder besser Jahrzehnten hat sich das Equipment in meinem Hörraum natürlich deutlich weiterentwickelt, aber dass meine Verstärker mal eine BA 71 bedienen dürfen, davon war absolut nicht auszugehen.

Wer sich bei der Typenbezeichnung an einen British-Airways-Flug erinnert fühlt, liegt natürlich verkehrt. Das BA steht für »Burmester Audiosysteme« und die Ziffern für Anzahl und Einsatzort der Chassis: sieben auf der Front und eines auf der Rückseite. Aufschluss über den Anspruch der Berlinerin geben diese Eckdaten: Eine BA 71 wiegt 61 Kilogramm, sie ist bei fast einem halben Meter Tiefe 1,23 Meter hoch und kostet als Paar 31.800 Euro. Fünf Farb-/Holzausführungen des Gehäuses lassen sich mit drei unterschiedlichen Tönen für die Aluminiumfront kombinieren. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Verarbeitung vollkommen makellos. Und die BA 71 ist trotz ihrer Abmessungen vor allem aufgrund der intelligenten Formgebung mit nach außen gewölbten Seitenrundungen eine absolute Augenweide.

In diesen Schallwandler hat das vierköpfige Team, bestehend aus Dieter Burmester, Bernd Stark, Martin Lorenz und Dennis Wassner, rund zweieinhalb Jahre Entwicklungszeit investiert. Ein permanentes »Friede-Freude-Eierkuchen«-Spiel ist dabei wohl nicht an der Tagesordnung gewesen, sondern mit Vehemenz wurden die unterschiedlichen Standpunkte verteidigt. Nicht immer haben sich die Herren dabei auf einen Kompromiss einigen können, wie das interessante Terminal auf der Rückseite zeigt. Dort sind sowohl die bekannten Burmester-Anschlüsse als auch ein WBT-Bi-Wiring-Feld zu finden. König Kunde darf folglich hören und entscheiden, was in seiner Konfiguration am besten tönt. Konsequenz statt Kompromiss ist mir ein geschätztes Mittel auf dem Wege zu klanglichem Genuss, auch wenn der ein oder andere das nicht verstehen kann oder will.

Alle sieben Chassis auf der Front sind in der 12 Millimeter dicken Aluminiumschallwand fixiert. Zur Übertragung des Tieftons kommen 17-Zentimeter-Chassis mit einer vergleichsweise schweren, allerdings sich kaum verwindenden Membran zum Einsatz, die aus einem Glasfaser-Papiergemisch besteht. Das es in Summe um insgesamt acht dieser Chassis geht, wird sowohl für jeden einzelnen Lautsprecher als auch für das Paar selektiert. Dass es sich bei dieser Aussage keineswegs um leeres Marketing-Gerede handelt, sondern es um eine tatsächliche Leistung geht, dürfte jedem klar werden, der die BA 71 nur eine einzige Minute spielen hört. Denn präziser bei gleichzeitig unlimitiertem Druck geht es nicht. Das Tieftöner-Quartett arbeitet in Reihenparallelschaltung auf ein Gehäuse, das auf der Rückseite über zwei großzügige Öffnungen ventiliert ist. Burmester liefert für unterschiedliche Aufstellungsvarianten beziehungsweise Raumgrößen zwei große Stopfen mit, die zum Verschließen der Öffnungen und damit der Reduktion des Tieftonanteils dienen.

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