
Auch im Tiefton setzt das A1-T1-Gespann Maßstäbe, aber nicht im Sinne diskothekenartiger Wucht, wie sie in der akustischen Abstimmung vieler Billighörer zu finden ist. Vielmehr sind es Plastizität und Oberflächenstruktur, die beispielsweise ein gezupfter Kontrabass bieten. Beeindruckend, wie lange eine Saite schwingen kann – und dass man das hier einmal hören kann! Interessant ist auch, was bei elektronischer Musik durch diese Art der klanglichen Abstimmung passiert: Anstatt sich über den gewaltigen Tiefdruck zu freuen, den beispielsweise das Kraftwerk-Album »Minimum – Maximum« bietet, folgt man jetzt eher der Melodie und bekommt die Möglichkeit, Titel wie »Heimcomputer« neu zu entdecken.
Aber für diese Art von Musik ist der T1 eigentlich zu schade. Sein Potential bringt er bei Stücken von Lionel Hampton besser zum Ausdruck. Bei »Satin Doll« fächert er das im linken Kanal spielende Becken bis in die letzte Instrument-Struktur auf. Bei den Blasinstrumenten meint man den Atem der Musiker zu spüren. Was er aber wirklich besser macht als alle Kopfhörer, die uns bisher begegnet sind, sind die Feinheiten, wie sie unter anderem ein Vibraphon bietet.
Was Klassik-Fans wohl sagen? Bei Beethovens 9. Symphonie werden Sie der Zeile »Oh Freunde nicht diese Töne« heftig widersprechen. Faszinierend bildet der T1 das gesamte Geschehen ab und jetzt, deutlicher als zuvor, wirkt die Qualität der Wiedergabe absolut glaubhaft. Das liegt auch daran, dass nichts über- oder untertrieben wird. Neutralität lautet das Credo des Gespanns. Was auf LPs oder CDs vorhanden ist, kommt so beim Hörer an.
Wer sich schnell einen Eindruck von der Wiedergabequalität des T1 verschaffen möchte, dem empfehlen wir den Titel »Heitor« vom Jan-Garbarek-Album »Dresden«. Fast wie bei einer Lupe, aber ohne jegliche Verzerrungen, löst der Beyerdynamic das Geschehen auf. Als Hörer hat man zwischen den Musikern Platz genommen. Besonders die zu Beginn im Raum stehende von einem Keyboard erzeugte Klangfläche macht den Unterschied zu anderen Kopfhörern deutlich. Statt wie ein blasser Farbstreifen einfach nur dazustehen, trägt sie den Titel, liefert das Fundament für Garbareks Saxophon-Spiel. Für diese Art der Darstellung gibt es zwei Worte: High End!
