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Aus Klangqualitätsgründen kann der Verstärkungs-Faktor nur im Inneren eingestellt werden. Mit Hilfe der schwarzen Jumper können drei Verstärkungsfaktoren geschaltet werden.

Um dem P-5xe klanglich auf die Spur zu kommen, habe ich ihn mit zwei Tonabnehmersystemen ausprobiert. Vorzüglich kam der Ayre mit dem Concerto von Clearaudio zurecht, das mit Unterstützung des Laufwerks Transrotor Apollon TMD und dem Tonarm SME V ein rundes Paket ergibt. Als Phonokabel der Wahl stellte sich nach Versuchen das HMS Gran Finale heraus. Mit ihm kam die faszinierende Durchsichtigkeit und Klarheit des Ayre am besten zur Geltung.

Wenn schwarzes Gold klingt

Das Heiligtum meines Vinyl-Repertoires heißt Angel 3556B. Auf dieser wunderbaren Pressung können wir eines der schönsten, tiefsten und ergreifendsten Konzerte hören, das je gegeben wurde: Es handelt sich um den letzten Auftritt von Dinu Lipatti am 16. September 1950 in Besançon. Schon vor dem ersten Ton öffnet sich der Raum, man kann die Spannung und den Wert dieses Augenblicks spüren. Leises Stimmengemurmel, Schritte, Applaus, gebannte Stille. Diese Realitätsnähe generiert die Ayre nicht aus einem riesigen Raum, wie es manche Analoggeräte gerne machen, sondern aus einer ungeheuren Tiefe, einem unfassbar natürlich anmutenden Detailreichtum, der die Atmosphäre des Konzertsaales greifbar werden lässt. Ich habe schon jetzt das Gefühl, nicht auf die Oberfläche einer LP, sondern auf die unterste Schicht des Masterbandes zu hören. Wenn dann die ersten Töne des Präludiums der Partita Nr. 1 B-Dur von Bach erklingen, komme ich der Welt abhanden. Eine solche klangliche Tiefe, einen solchen Farbreichtum, diese immense Innenspannung – all dies hat mir noch kein Phonopre vor dem P-5xe aus dieser Schallplatte extrahiert. Und gleichzeitig geschieht dies völlig natürlich, zu keiner Sekunde wirkt ein Ton oder ein Klang aufgesetzt. Die Ayre-Vorstufe bringt mich auf eine faszinierend unprätentiöse Art und Weise so dicht an die Entstehung der Aufnahme, wie ich es noch nie erlebt habe.

Leicht lassen sich technische Parameter erhören, etwa das recht dicht stehende Mikrofon und die satt-holzige Beimischung des unter dem Flügel platzierten Stützmikrofons. Dennoch schafft es die Vorstufe, dass man sich bei aller technischer Akkuratesse nur am Rand um solche Belange kümmern möchte. Zu echt und rein fließt die Musik, als dass man ihr untreu werden könnte.

Dieses Erlebnis wiederholt sich mit der Testament-Pressung des Bayreuther »Siegfried« unter Keilberth. Wieder stellt sich binnen Sekunden eine unumstößliche Glaubhaftigkeit ein, ich höre mit dem guten Gefühl, genau zu erfahren, was in den 50er-Jahren auf dem Grünen Hügel aufgenommen wurde. Der dräuende Anfang, wenn vor einem düsteren Hintergrund mittels der verschiedenen Motive schon eine komplette Vorgeschichte erzählt wird, erwacht zum Leben. Das Drama entsteht vor mir, pulsiert, entwickelt eine ungeheure Energie. Der Bühnenraum wird wiederum nicht ausufernd riesig, sondern einfach nur echt und glaubhaft dargestellt. Dieses Pfund, mit dem der Ayre immer wieder wuchert, fasziniert von Stunde zu Stunde mehr, zeigt er doch ganz nebenbei, was andere Vorverstärker eben nicht richtig machen. Klangfarblich gelingt ihm eine enorme Bandbreite. Jede Aufnahme offenbart nach den ersten kurzen Tönen ihren eigenen Charakter, und auch das klanglich durch den Deckel etwas »eingemulmte« Bayreuther Orchester bleibt bis zum letzten Pult hin durchhörbar. Auch bei leisen und dunklen Stellen, bei denen ich sonst von den Kontrabässen nur ein dunkles Gemurmel höre, zeigt der Ayre mit seiner immensen Transparenz in völliger Klarheit, dass es sich um mehrere Spieler mit durchaus unterschiedlichen Stricharten handelt.

Auch Holly Coles gleichnamige LP erlebe ich mit dem Ayre gleichsam neu. Am Beginn von »The House Is Haunted By The Echo Of Your Last Goodbye« kommt der Trommelwirbel so knackig und griffig wie nie zuvor, der musikalische Fluss ist sofort da, man spürt instinktiv, wohin die Reise gehen soll. Und gleichzeitig wird der virtuelle, im Mischpult entstandene Raum bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet und präzise und dreidimensional zwischen die Lautsprecher gestellt. Soll ich jetzt noch über klare Höhen, präzise Bässe, reine Mitten schreiben? Über die ungemein echt wirkende Stimme? Ach was, das erledigt Ayres P-5xe mit links.

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