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Echte Konsequenz ist selten genug in dieser Zeit und unserer Branche. Allzu oft wechselt das Design einer Gerätelinie von Generation zu Generation, folgt dem Zeitgeist oder den aktuell günstigsten Gehäuseherstellern. Auch das angesagte Datenformat wird immer wieder geändert, und man muss sich fast zwangsläufig fragen, wieso um alles in der Welt bei der Musikübertragung in immer kürzeren Abständen das Rad neu erfunden wird. Verzweiflung einer kränkelnden Branche?

Audionet ist anders. Die ersten Geräte von vor gut 15 Jahren lassen sich noch locker mit den aktuellen Produkten kombinieren, und es hat immerhin 13 Jahre gedauert, bis der Vollverstärker SAM G2 seine beiden Drehknöpfe verlor und sich nun dem ansonsten verbreiteten Vierknopfdiktat fügte. Ob es denn wirklich nur vier Taster auf der Front sein müssen, ist wahrscheinlich nur Fernbedienungsfreunden wirklich egal. Ich als bekennender »Anfasser« bevorzuge ein paar mehr Möglichkeiten der direkten Funktionswahl. Und ja, ich mag eine schöne metallene Fernbedienung mit den wichtigsten Kommandos lieber als ein frei programmierbares Knöpfchengrab aus Kunststoff. Da ich allerdings schon oft genug festgestellt habe, dass mein diesbezüglich eher konservativer Geschmack alles andere als mehrheitsfähig ist, sollte meine Kritik kein Problem für Audionet darstellen. Und überhaupt beschwere ich mich über diese Marginalie nur deshalb so vehement, um wenigstens einen Hauch an Kritik äußern zu können. Denn der neue Audionet-Player ART G3, soviel sei schon verraten, ist ein audiophiler Glücksbringer allerersten Ranges, der auch weitaus teurere Konkurrenten auf das Heftigste bedrängen kann und mir die schönsten Musikstunden bescherte.

High End ist Formel 1

Sein Äußeres hat sich, wie schon gesagt, nicht verändert: Immer noch prägt eine schlichte Front aus gebürstetem Aluminium sein Gesicht, lediglich ein Display und die besagten vier Taster unterbrechen die Fläche. Allenfalls die kleinen Lüftungsschlitze hinter dem Laufwerksschacht weisen darauf hin, dass die Kühlung nunmehr rein passiv erfolgt. Am mechanischen Grundkonzept des CD-Players hat sich ebenfalls wenig verändert – warum auch?! Noch immer sorgt eine schwere Granitplatte für stabilen Stand und eine Bassperformance, die genau so stabil in den Frequenzkeller steigt, wie Sie es sich jetzt vorstellen. Der Rest des Gehäuses besteht wieder aus MDF – angesichts der vielen klingelnden Deckel der Konkurrenten eine ausgezeichnete Wahl. Und auch der an straff gespannten Bändern aufgehängte, aus Aluminium gefräste Laufwerksblock ist geblieben. Lediglich das bisherige Philips-Laufwerk wurde nun durch die noch bessere Pro-Variante ersetzt. Zudem modifizierte Audionet die mechanische Aufnahme der CD: Der Puck zentriert nun besser und erlaubt auch die Benutzung der diversen im Handel erhältlichen Matten. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und probierte die Millennium-Kohlefaserscheibe aus: Die räumliche Ordnung wuchs deutlich hörbar an, und so kam die kleine Scheibe für sämtliche Tests zum Einsatz.

Digitale Kommunikationsbereitschaft

Ich sprach eingangs von anderen Medien. Damit meine ich den Computer als Musikquelle, der gerade mit Riesenschritten den Weg vom Spielzeug zum ernsthaften Zuspieler meistert. Dass er nun auch bei Audionet ein Thema ist, verrät die USB-Buchse auf der Rückseite. Sie dürfte der wichtigste Digitaleingang des ART G3 sein und die sonstigen SPDIF-Buchsen arbeitslos machen. Der USB-Port ist nativ ausgeführt, was für den Nutzer bedeutet, dass er auf seinem Computer keinen Treiber oder sonstige Programme installieren muss. Verbindet man den ART mittels eines (möglichst hochwertigen) USB-Kabels mit dem PC oder Mac, erscheint er sofort als externes Gerät im entsprechenden Menü der Systemeinstellungen. Spielt man Musik vom Computer, empfängt der ART sämtliche vorerst noch vom Zuspieler getakteten Daten, um sie zunächst in einem »Vorspeicher« abzulegen. Von da werden sie dann, frisch getaktet, dem D/A-Wandler zugeführt. »Asynchronous reclocking« heißt das Zauberwort, mit dem man bei Audionet den Kampf gegen den musikfeindlichen Jitter aufnimmt. Durch den gleichen Speicher laufen übrigens auch die Daten des internen Laufwerkes – selbst auf dieser kurzen Strecke möchte man in Bochum kein Risiko eingehen.

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