
Die Lücke zwischen der 25-Millimeter-Hochton-Kalotte und den Bässen schließt ein 16-Zentimeter-Mitteltöner, dessen Membranmaterial aus einem definierten Kunststoff-Faser-Gemisch hergestellt wird. Die Membran ist für einen Mitteltöner groß, aber auch sehr leicht. Diese Tatsache führt zu einem verbesserten Schwingungsverhalten in dem für die Ohren empfindlichen Frequenzbereich von 500 bis 2.500 Hertz. Teufel hat diesem Chassis sogar eine eigene Kammer spendiert. Wenn die Tieftonmembranen in Bewegung sind, haben sie unabhängig vom Pegel keine Chance, den Mitteltöner negativ zu beeinflussen.
Auch der Aufbau der Frequenzweiche ist technisch sauber realisiert. Die Bauteile sind sorgfältig auf eine Platine aufgebracht und einwandfrei verdrahtet. Zum Vergleich: Bei den oben erwähnten Supermarkt-Boxen fehlt eine vollständige Weiche meist gänzlich. Lediglich ein paar Widerstände und Spulen sorgen dafür, dass der Hochtöner nicht abbrennt und die Bässe nicht den ganzen Frequenzbereich abdecken. Aber wie schon gesagt: So etwas kann sich Teufel unter keinen Umständen erlauben.
Beim Anschlussterminal haben die Berliner sogar eine Bi-Wiring- oder Bi-Amping-Möglichkeit vorgesehen. Es besteht also neben der normalen Anschlussvariante mit einer Leitung auch die Möglichkeit, mit jeweils zwei Kabeln zum Lautsprecher zu gehen. In der höchsten Ausbaustufe kann man dann zum einen dem Bass und zum anderen dem Mittel-Hochton separate Endstufen zuordnen. Bei vielen AV-Receivern besteht eine solche Möglichkeit ja bereits. In unseren Tests haben wir eine hochwertige Einfach-Verkabelung benutzt und die im Lieferzustand montierte Brücke durch ein kurzes Stück Boxenkabel ersetzt.
Kaum wählerisch zeigt sich die Ultima 60 bei den Zuspielern. Es bedarf mit anderen Worten also keiner bestimmten HiFi- oder AV-Anlage, damit das schöne Schätzchen klingt. Allerdings sollte der treibende Verstärker schon über ein gewisses musikalisches Potential verfügen, denn die Ultima 60 wächst hier durchaus klanglich mit. Deshalb hatten wir keine Probleme, die Ultima 60 auch mit einem Audionet SAM anzufeuern. Wunderbar ist natürlich, dass bei Teufel niemand die Katze im Sack kaufen muss. Wer sich Gedanken darüber macht, ob die Ultima 60 an das eigene System passen könnte, bestellt sie einfach und retourniert sie bei Nichtgefallen. Dass es eher nicht zur Rücksendung kommen wird, dafür gibt es einen guten Grund.
Schlager in Verbindung mit dem Wort Musik zu verwenden, ist und bleibt kritisch. Wir halten es da eher mit unserem in Jahren entstandenen Repertoire aus Klassik, Jazz und Pop-Musik. Es ist allerdings eher davon auszugehen, dass eine Teufel Ultima 60 mit Techno und Rock befeuert wird anstatt mit Bach-Kantaten. Also verlagerten wir den Schwerpunkt bei den Hörtests in genau diese Richtung – und so wanderte als Erstes die rare CD von Tomoyasu Hotei in den i-fidelity.net-Referenzplayer Audionet VIP G3. Den Künstler kennen Sie nicht? Jede Wette, dass Sie ihn doch kennen! Der Titel »Battle Without Honor Or Humanity« läuft in dem Tarantino-Film »Kill Bill« kurz vor der Szene, in der Uma Thurman mit ihrem Hattori-Hanzo-Schwert die Armee von O-Ren Ishii in einem japanischen Restaurant zerlegt.
Der Track beginnt mit einem eingängigen Gitarren-Riff, dann kommt ein markerschütternder Keyboard-Bass-Schlag und schließlich der monotone Drum-Computer. Brutal, wie die Teufel Ultima 60 die Energie dieses Titels in den Hörraum bläst. Kein Dröhnen trübt das Vergnügen, auch dann nicht, wenn die Bläsersätze den Lautsprecher in die Pflicht nehmen. Erstaunlich ist auch das Vermögen der Teufel, die Musik vom Lautsprecher zu lösen. Mit geschlossenen Augen sitzt man vor einer breiten Front echt anmachender Musik, die lediglich in der Darstellung räumlicher Tiefe eingeschränkt ist. Ein Faktum, das bei Boxen in dieser Preisklasse allerdings übergreifend gilt.
