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Ein Lautsprecher ist wirklich ein faszinierendes Stück Technik: gegenüber Elektronikkomponenten mit ihren zahllosen Bauteilen einfach aufgebaut und doch so anspruchsvoll zu konzipieren. Das liegt auch daran, dass plötzlich an einer Stelle selbst die ausgefeilteste Hochtechnologie in ein ganz einfaches Prinzip übergeht: die Umsetzung elektrischer Signale in mechanische Schwingungen. Weil Lautsprecher diese notwendige Schallwandlung vollziehen, sind sie natürlich letztlich immer das – wenn man so will, alles entscheidende – Bindeglied zum Gehör, das als äußerst sensibles Instrument zu feinsten Differenzierungen fähig ist und im Grunde genauso simpel funktioniert. Zumindest zunächst einmal, denn nachdem die Schwingungen des Trommelfells wiederum in elektrische Signale umgewandelt worden sind, fügt das Gehirn diese Erregungsmuster zu unserer komplexen Hörerfahrung zusammen. Dabei nimmt es, basierend auf der Erfahrung natürlicher Schallereignisse, sogar eine Rekonstruktion der Impulscharakteristik vor. Damit diese »Fehlerkorrektur« möglichst wenig beschäftigt wird und wir umso entspannter Musik genießen können, müssen gerade Konstrukteure von Schallwandlern wirklich ganze Arbeit leisten. Dabei geht es immer auch darum, physikalische Gesetzmäßigkeiten möglichst geschickt auszunutzen und möglichst weit zu »beugen«, nicht zuletzt weil ästhetische Ansprüche an Lautsprecher immer wichtiger geworden sind und sich verändert haben: Allzu ausladende Abmessungen sind selten gern gesehen. Besonders hinsichtlich ihrer Gehäusebreite werden Boxen zunehmend kritisch beäugt, und je mehr Hersteller Modelle mit »schlanker Taille« liefern, desto höher schrauben sich die diesbezüglichen Erwartungen von Interessenten.

Eine gewisse Größe von Membranen und Gehäusen ist jedoch notwendig für eine Wiedergabe, die Präsenz, Durchsetzungsvermögen und ein solides Tieftonfundament zu bieten hat. Hersteller von Lautsprechern agieren daher in einem Spannungsfeld zwischen Zugeständnissen an gestalterische Präferenzen und akustische Erfordernisse, das  die Ingenieure vor eine zusätzliche Herausforderung stellt. Gleichgültig, wie gut sie diese meistern – mehr als ein bestmöglicher Kompromiss kann dabei nicht erreicht werden. Ein Kompromiss, den Hörer umso mehr eingehen, je weiter der persönliche Blick in Richtung einer dezenten Erscheinung schielt. Wenn Maße gefragt sind, die für den Laufsteg tauglich wären, kann es mitunter schwierig werden, passende Kandidaten zu finden, die dennoch klanglich überzeugen können.

T+A beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit diesem Spagat und hat sich umfangreiches Fachwissen darüber erarbeitet, wie man Schallwandler effizient konzipiert. Obgleich sich im Sortiment gleich mehrere Serien finden, die schmale Standlautsprecher beinhalten, ist die filigrane Bauweise nicht die einzige Leistungsdisziplin der dortigen Ingenieure, denn die Herforder verfügen historisch über reichlich Erfahrung in der Entwicklung unterschiedlichster Lautsprechertypen und Abstimmungsprinzipien. Diese Tradition wieder stärker pflegend, hat T+A innerhalb der letzten fünf Jahre von den winzigen Monitoren CS Mini bis hin zu den voluminösen Referenz-Schwergewichten Solitaire so ziemlich alles Erdenkliche auf die Beine gestellt, was mit Lautsprechertechnik zu tun hat.

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