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Wer angesichts von Klangqualität und Optik den Preis der Spektor schätzt, vertut sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Dali bedient seit Langem ein relativ breites Spektrum von Preisklassen. Während die Serien Zensor und Opticon als Interpretation von Lautsprechern für das Einstiegssegment rangieren und die Linie Rubicon in high-endige Gefilde vorstößt, markieren die Epicon-Modelle die hauseigenen Referenzen. Mit der neuen Spektor-Serie durchbricht Dali nun seinen bisherigen, sicheren Boden und steigt bis in Preisgefüge herab, die für gewöhnlich nicht viel mit High Fidelity zu tun haben. Diese Strategie könnte durchaus als Alarmsignal gewertet werden: Vielleicht will man mit dieser Preisoffensive einer möglichen weiteren Entwicklung des Marktes hin zu Extremen präventiv begegnen. Immerhin zeichnet sich seit mehreren Jahren im Vergleich mit dem Absatz sehr exklusiver und sehr preisgünstiger Komponenten eine Schwächung des mittleren Segmentes ab.

Vielleicht will Dali mit den Spektor-Modellen aber ganz einfach Nachwuchsklientel auf den Geschmack bringen, die in der Regel zuerst auf den Preis und dann auf die Leistung schaut – wenn es gut läuft. Wenige Marken dominieren im unteren Preisgefüge die Orientierung einer Kundschaft, die weder mit den Kriterien noch mit den Begrifflichkeiten audiophiler Musikliebhaber allzu viel anzufangen weiß, so stark, dass subtilere Ansätze kaum mehr Gehör finden – aus einem Lautsprecher kommt eben Musik, und wenn der Lautsprecher größer ist, dann geht’s lauter und mit mehr Bass.

Symptomatisch für diese verbreitete Sicht auf ausgewachsene HiFi-Lautsprecher ist ein mit freudigem Gesicht vorgebrachter Kommentar des jungen Speditionsmitarbeiters, der mir die Spektor 6 anlieferte: »Große Boxen, für richtig Party!« Wenigstens wird so die Leistung eines Standlautsprechers irgendwie gewürdigt; doch die Schilderung solcher Beobachtungen soll keine Klischees bedienen und keine »Schuld« zuweisen, schließlich gibt es genug einsichtige Gründe dafür, dass die Achtsamkeit für guten Klang an der Wahrnehmung mancher – nicht nur junger – Menschen vorbeigeht. Häufig stellt die preisliche Hürde von vornherein ein Ausschlusskriterium dar, das hilfreichen Kontakt mit anders überzeugenden Lautsprechern verhindert.

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