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Die kombinierte Hochtoneinheit aus Kalotte und Bändchen repräsentiert eine der Kerntechnologien des Hauses. In der attraktiv ausgepreisten Opticon 5 ist dieser Ansatz verantwortlich für überdurchschnittliche Transparenz und Räumlichkeit.

Die Opticon 5 ist der preiswerteste Dali-Lautsprecher, der alle prägenden Kern-Technologien der renommierten Marke in sich vereint. Das gilt vor allem für die typische Hochtoneinheit, eine Kombination aus klassischer Gewebekalotte und Bändchen-Magnetostat. Beide Töner sind zwecks optimaler horizontaler Abstrahlung gemeinsam auf einer massiven Aluminiumplatte konzentriert. Den kompakten Modellen 1 und 2 der Opticon-Reihe fehlte hierfür schlicht der Platz, erst ab der kleinen Standbox Opticon 5 war das spezielle Dali-Feature umsetzbar. Bei dieser kooperativen Lösung arbeitet die – dank Kühlung über dünnflüssiges magnetisches Fluid – hoch belastbare 28-Millimeter-Kalotte durchgehend bis 20 Kilohertz, erhält jedoch ab 10 Kilohertz schrittweise Unterstützung durch den sich einbringenden Bändchen-Magnetostaten, der bei 14 Kilohertz maximale Leistung erreicht und dann weiter bis 30 Kilohertz spielt.

Unterhalb von 2.400 Hertz agiert der 165-Millimeter-Tiefmitteltöner. Durch seine rötliche Färbung gibt er sich schon von Weitem als charakteristische Dali-Komponente zu erkennen. Das gilt auch für die signifikanten Holzfasern, welche in das papierne Chassis-Material eingebunden sind. Deren zufällige Position führt zu einer bewusst ungeordneten Oberfläche, was sich positiv auf die Eigenresonanz der Membran auswirken soll. Von außen nicht mehr sofort ersichtlich sind die weiteren inneren Werte dieses Treibers: So bildet der massive Aluminium-Korb eine ultrastabile Grundlage, auf welcher der große Ferritmagnet sein Werk verrichten kann. Hier finden wir ein Polstück aus dem speziellen magnetischen Granulat SMC, welches aufgrund seiner spezifischen Leitfähigkeitseigenschaften dafür sorgt, dass das Magnetfeld optimiert wird und keine Wirbelstromverluste auftreten.

Gesteuert wird dieser Zweieinhalbwege-Aufbau von Tieftöner und Hochtoneinheit durch eine an der Rückseite des Anschlussfeldes residierende Frequenzweiche. Aufgrund der breitbandigen Auslegung und außergewöhnlichen Qualität der von Dali selbst passgenau entwickelten Chassis muss diese nicht hyperkomplex ausfallen. Dieser Ansatz ist immer die bessere Strategie, als wenn via Weiche aufwendig versucht wird, Unzulänglichkeiten der Treiber beziehungsweise deren Unpässlichkeiten im Zusammenspiel in den Griff zu bekommen. Dali geht hier den anderen, deutlich zielführenderen Weg.

Bei solcher überdurchschnittlich hochwertigen technischen Ausstattung muss naturgemäß irgendwo der Rotstift angesetzt worden sein, um das avisierte Preisziel zu erreichen. Doch alles, was der kritische Blick hier berichten kann, ist die Verwendung von Folie statt Furnier bei der Gestaltung der äußeren Hülle. Aber diese preiswertere Form der Gehäuseummantelung ist zumindest makellos gefertigt und wirkt keinesfalls billig. Zudem wurde die Opticon 5 durch eine klar-lackierte Frontplatte aufgewertet, die ihrerseits merklich zur gediegenen Ausstrahlung des Standlautsprechers beiträgt. Zwar haften die schalldurchlässigen Frontabdeckungen nicht magnetisch wie bei manchem Mitbewerber, aber die Löcher für die Befestigungs-Pins sind so smart in das Treiber-Arrangement integriert, dass dies überhaupt nicht negativ auffällt. Das Gehäuse selbst ist aus dicken 25-Millimeter-MDF-Platten zusammengesetzt und erhält zudem Unterstützung durch bewusst installierte Innenverstrebungen.

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