
Die Breitbandigkeit des Arcam-Players wird dann bei der Wiedergabe der fast schon infernalisch zu nennenden »Jazz Variants« auf die Probe gestellt. Was soll ich schreiben? Ich kann beim besten Willen keinen Kritikpunkt finden. Von ganz unten bis nach ganz oben kommen die Bässe mit Druck und Kontur, die Mittellagen mit dynamischem Verve und tonaler Akkuratesse, die Höhen sehr fein aufgelöst und detailliert herüber – und das alles ohne übertriebene Analytik.
Ein paar weitere Beispiele: Bei Mike Oldfields aktuellem Klassik-New-Age-Fusion-Opus »Music Of The Spheres« werden sehr schön die einzelnen Tonspuren offenbart, insbesondere wenn Oldfields Gitarre größer als das von Karl Jenkins dirigierte Sinfonia Sfera Orchester erscheint. Dieses Orchester, wohl ausschließlich für diese Aufnahme zusammengestellt, scheint auch herausragende Sänger zu haben, denn wenn die Chorpassagen einsetzen, scheinen entweder alle Orchestersessel doppelt belegt worden zu sein oder eben die stimmlichen Fähigkeiten der Musiker reichen auch für den Chorgesang. Damit kein Missverständnis aufkommt: Das ist eine Eigenheit der Aufnahme und somit eine tontechnische Entscheidung von Mike Oldfield, der das Stück selbst abgemischt hat. Der Arcam zeigt nur ohne pedantisch erhobenen Zeigefinger, dass es eben so ist, wie es ist.
Übrigens kann es der FMJ CD 37 auch richtig krachen lassen: Das beweisen eindrucksvoll die Chemical Brothers mit dem Song »Out Of Control« von der CD »Surrender« oder Fishs Interpretation des Bollock-Brothers-Klassikers »Faith Healer« (von der CD »Raingods With Zippos«). Keine Musikrichtung muss ausgelassen werden, denn der Arcam weiß einfach immer den richtigen Ton zu treffen.
Als moderner SACD-Player spielt der Arcam FMJ CD 37 alle drei SACD-Formate
ab: Single-Layer, Dual-Layer und Hybrid-Discs. In der Praxis wird man
hauptsächlich Hybrid-Scheiben begegnen, die neben dem SACD-Layer auch eine
CD-Ebene vorweisen, die auch von gewöhnlichen CD-Playern abgespielt werden
können. Besitzer des CD 37 werden dagegen aus klanglichen Gründen nach
Hybrid-SACDs Ausschau halten, denn der Arcam kann die Vorzüge der höheren
SACD-Auflösung sehr schön zu Gehör bringen: Die Wiedergabe ist zweifellos
farbiger, angenehmer und atmosphärisch dichter, und das nicht nur bei
Klassik. Wenn Jamie Cullum »What A Difference A Day Made« (UCJ 986632-2, von
Bernie Grundman gemastert) darbietet, dann kommt einfach mehr herüber, man
ist mehr dabei, der Funke springt viel früher. Wer den Unterschied einmal
gehört hat (Achtung bei eigenen Vergleichen, die CD-Spur ist deutlich
lauter), wird auf die Möglichkeit, SACDs abzuspielen, jedenfalls nicht mehr
verzichten wollen.