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Für wen ist der schlanke Receiver denn nun gedacht? Er bietet sich für alle an, die kein ausgewachsenes, dezidiertes Heimkino installieren wollen, denen aber auch eine Soundbar unter dem großen Display klanglich etwas zu mager ausfällt. Der RX-S600 liegt vor allem was Schnittstellen und Ausstattung gegenüber selbst gut ausgestatteten Soundbars, von denen einige der ausgewachseneren Exemplare sogar recht anständig klingen, mit mehr als nur einer Nasenspitze vorn. Er bildet dank seines integrierten Players und Analog-Tuners und der Vielzahl von Eingängen nicht nur eine prima Schaltzentrale, sondern auch guten Komfort, denn er »denkt« an den entscheidenden Stellen mit. So kann man beispielsweise im Stand-by-Modus die HDMI-Eingänge umschalten und der RX-S600 leitet dann das Signal an das TV-Gerät weiter, um etwa über den Sat-Receiver trotz abgeschalteter Anlage mal eben Nachrichten zu schauen, in dem Fall aber mit dem Ton über die TV-Lautsprecher.

Anwenderfreundliche Flexibilität

Im Gegensatz zu einer Soundbar kann man die Elektronik damit auch außerhalb des Blickfelds verstauen und erhält vor allem die komplett freie Lautsprecherwahl. Die freie Wahl betrifft zum einen das Design, aber auch Bauform und Qualität der Boxen, ob flach und chic oder dekorativ und ausgewachsen. Sogar Wandeinbau-Modelle, die dann komplett unsichtbar verbaut werden, sind möglich. Auch die Konfiguration ermöglicht nicht nur ein typisches 5.1-Surround-Setup. Ein Betrieb in Stereo mit oder ohne Center ist vorgesehen, und bei Wiedergabe ohne Surround-Lautsprecher arbeitet ein recht anständiger Virtual-Surround-Modus, der im Test verblüffend gut und dabei angenehm unaufdringlich funktionierte. Laut Yamaha setzen wohl die meisten Kunden diese Art Produkt ohne physische Surround-Lautsprecher ein, weshalb die Tester genau hierauf beim Testen auch Wert legten. Zwei der fünf potenten Endstufen bleiben dann entweder ungenutzt, sie können als Antrieb für eine zweite Hörzone, etwa Küche oder Office, oder, wer auf Klangqualität gesteigerten Wert legt, für Bi-Amping genutzt werden, vorausgesetzt die Stereo-Lautsprecher weisen entsprechende Anschlüsse auf.

Im Testkino wurden all diese typischen Szenarien ausprobiert. Die Tester begannen mit einer klassischen 5.1-Variante. Hier konnte eigentlich nichts schief gehen, gehört Yamaha doch zu den echten Surround-Pionieren und verkauft Surround-Dekoder seit beinahe dreißig Jahren. Die Kalibrierung des Systems mittel YPAO-Messmikrofon ging flott vonstatten und lieferte prompt ein brauchbares Ergebnis. Das Set klang ausgewogen und überraschte wenig, klar, das ist für solch eine Elektronik Routine. Dann ging es um einen reinen Stereo-Aufbau mit zwei kompakten Lautsprechern, also quasi die minimale Ausbaustufe. Auch diesen Testfall meisterte der Yamaha klaglos und zeigte eine stabile Bühne mit angenehm neutralem Klangcharakter, der aber nicht langweilig wirkte. Die Tester beschlich das Gefühl, dass der RX-S600 einfach alles, was er nicht gut kann, schlicht weglässt, anstatt mit Fehlern oder Verzerrungen zu nerven.

Die HDMI-Anschlussleiste versteht alle aktuellen Standards. Praktisch: Per ARC erhält die Surround-Anlage den Ton des im TV integrierten Empfangsteils ohne Extra-Kabel. Die rechte Buchse versteht per MHL hochauflösendes Audio und Video von Smartphones und Tablets und kann diese sogar laden.
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