• Test
  • 2 6
  • Ausstattung Seite 5
  • Seite 6

Und noch ein »ultra«. Kaum ein Präfix wird in der deutschen Werbesprache inzwischen derart inflationär verwendet. Ultracool, ultrakurz, ultraleicht, ultralang, ultraschlank, Ultra-HD oder ultrascharf – ultraviolett lassen wir als wissenschaftlichen Vorreiter mal außen vor. Wer mit »hyper« oder »mega« nichts anzufangen weiß, wird mit »ultra« garantiert glücklich. Auch Teufel ist jetzt auf die »ultra«-Schiene aufgesprungen. Denn die neue Soundbar Cinebar One ist, so preist sie der Berliner Lautsprecher-Spezialist auf seiner Homepage an, »ultra kompakt«. In Zeiten der Superlativ-Schwemme lässt einen ein solches Versprechen zunächst mal kalt. Bis dann der Paketbote vor der Tür steht. Man erwartet das traditionelle Gejammer und Gestöhne, weil der Kurierfahrer eine Soundbar die Stufen im Eingangsbereich bis zur Haustür hochwuchten musste.

Diesmal ist das anders: Der Mann mit der Schirmmütze klingelt und ist ultra-entspannt. Den Karton mit dem Lautsprecher trägt er locker in einer Hand. Das soll alles sein? Die Verpackung ist gerade mal läppische 39 Zentimeter lang. So wenig ausgelastet wie er gerade ist, liefert der Paketbote gleich noch einen Subwoofer mit ab. Unter der Bezeichnung Cinebar One+ verkauft Teufel die Soundbar nämlich im Set zusammen mit einem kabellosen Tieftöner. Die Neugierde ist jetzt ultragroß: Wie viel Soundbar steckt in dem kleinen Karton? Die Antwort: Groß ist hier nur die Überraschung – inhaltlich ist das noch weniger als erwartet. Gerade mal 35 Zentimeter ist die Cinebar One lang beziehungsweise breit, 11,3 Zentimeter tief und mit 6,8 Zentimetern so hoch wie der Duden im Liegen. Eine Box für den PC, ist der erste Gedanke. Maximal noch ein portabler Bluetooth-Lautsprecher. Aber für viel mehr taugt dieser Zwerg wohl nicht. Ein Blick auf die Teufel-Homepage sorgt allerdings sofort für Irritationen. Hier ist der Winzling tatsächlich vor einem Flachbildfernseher platziert. Was ob des Namens Cinebar One und der Produktgattung »Soundbar« ja auch Sinn machen würde. Aber mal ganz ehrlich: Was will der Mini-Teufel denn im Wohnzimmer bewirken? Abwarten ist angesagt.

Die Baby-Box steckt in einem stabilen Kunststoffgehäuse. Ein eingelassenes Gewinde ermöglicht eine Befestigung an der Wand. Aus leichtem Metall ist die Lochblende an der Front. Fünf rote Gummifüßchen sorgen dafür, dass der Lautsprecher sicher steht und Oberflächen nicht zerkratzt. Anschlussseitig ist die Rückseite besser bestückt als erwartet: Die Cinebar One ermöglicht die Verbindung zu einem Flat-TV per HDMI-Kabel (unterstützt wird ARC, also Audio Return Channel, ein entsprechend ausgestatteter Fernseher kann so über ein HDMI-Kabel nicht nur Audio-Signale empfangen, sondern auch senden) oder per optischer Signalübertragung. Zum 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sollte man nur im Notfall greifen, weil man sonst mit Klangeinbußen rechnen muss. Der USB-Port eignet sich zum Andocken der Soundbar an einen PC. Praktisch: Unter Windows 7, 8 und 10 sowie ab Mac OS X 10.5 ist keine Treiber-Installation erforderlich, der Teufel wird automatisch erkannt und ist sofort betriebsbereit. Er hat eine eigene 2.1-USB-Soundkarte integriert und musiziert damit unabhängig davon, wie ein Rechner Hardware-seitig ausgestattet ist.

Die Stromversorgung des Lautsprechers erfolgt über das mitgelieferte Netzteil. Zum bequemen Musikstreaming von Smartphone oder Tablet beherrscht die Box außerdem Bluetooth 4.0 und den apt-X-Codec für die drahtlose Wiedergabe in CD-Qualität. Ganz so simpel, wie einfache PC-Lautsprecher aufgebaut sind, geht es im Inneren des 35-Zentimeter-Schallwandlers nicht zu. Hier werkeln vier Breitbandlautsprecher aus Zellulose, jeweils mit einem Durchmesser von 50 Millimetern. Die Bedienung erfolgt über einen handlichen Signalgeber. Der untere Bereich ist matt-schwarz, zwei Drittel der Oberfläche sind glänzend. Das sieht hübsch aus. Super übersichtlich ist die Fernbedienung mit zehn Tasten und einem runden Steuerfeld zum Verändern von Lautstärke und Basslevel gestaltet. Direkten Zugriff hat man zudem auf die einzelnen Quellen sowie auf die verschiedenen Klangmodi. Die Druckpunkte sind präzise, die Haptik ist gut.

Die Cinebar One ermöglicht die Verbindung zu einem Flat-TV per HDMI-Kabel. Der USB-Port eignet sich zum Andocken der Soundbar an einen PC. Praktisch: Unter Windows 7, 8 und 10 sowie ab Mac OS X 10.5 ist keine Treiber-Installation erforderlich, der Teufel wird automatisch erkannt und ist sofort betriebsbereit.
  • Test
  • 2 6
  • Ausstattung Seite 5
  • Seite 6