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Unter einer Klappe neben dem Objektiv verbergen sich der Joystick des Lensshift und die Batterie von Infrarot-LEDs zur Synchronisation der 3D-Brillen.

Fast konnte man schon glauben, Panasonic habe sich aus dem Geschäft mit den Heimkino-Projektoren verabschiedet. Gut zehn Jahre lang brachten die Japaner stets im Herbst mindestens einen neuen Beamer auf den Markt, doch dann stockte es plötzlich: 2009 kam mit dem PT-AE4000 der vorläufig letzte Projektor heraus. Die Abteilung für Heimkino-Projektion im Wiesbadener Hauptsitz löste sich auf, die TV-Sektion in Hamburg übernahm den Vertrieb des weiter verkauften »alten« Modells PT-AE4000.

Dann erreichte die i-fidelity.net-Redaktion im Sommer 2011 eine Einladung ins Panasonic Hollywood Laboratory (siehe Bericht), wo die Japaner ihr neues Modell aus dem Hut zauberten, den PT-AT5000. Aus dem »AE« der bisherigen Projektoren wurde »AT« – das Kürzel, das auch die Fernseher von Panasonic und damit nun alle 3D-Geräte tragen. Das Pflichtenheft hatte die vollständige Neuentwicklung der »Lightengine«, also der eigentlichen Projektionseinheit, und des Processings vorgegeben, und natürlich die Möglichkeit 3D, zu projizieren. Die bestimmt nicht ganz einfache Kunst bei der Neuentwicklung lag sicher darin, die bestehenden Tugenden bisheriger Panasonic-Projektoren beizubehalten. Und dazu gehören beispielsweise die »Smooth-Screen«-Technik, die Zwischenbild-Berechnung »Frame Creation«, die superschnelle adaptive Blende und nicht zuletzt das automatisch fahrende »Lens Memory«-Objektiv zur Verwendung von CinemaScope-Leinwänden.

 

Kleiner Exkurs: Was bedeuten diese Features?

 

Smooth Screen

Mit einem speziellen Filter vergrößert Panasonic optisch den lichtdurchlässigen Teil eines LCD-Pixels auf dem Weg zur Leinwand, um die schwarzen Stege dazwischen zuzudecken, ohne dass das Bild dabei unscharf wird. Diese Technik verhindert die unerwünschte Fliegengitterstruktur, das Bild wirkt tatsächlich »analoger«.

Frame Creation

Das ist, lapidar ausgedrückt, Panasonics Variante einer 100-Hertz-Schaltung. Moderne Zwischenbildberechnungen erzeugen allerdings verschiedene Frequenzen, jeweils ganzzahlige Vielfache des Eingangssignals. Man versucht nun, durch die Erzeugung von Zwischenbildern die Schärfe in bewegten Bildern zu verbessern, weil unser Auge bei Konstant-Lichtquellen sonst ein Problem(chen) hat. Gepulste Lichtquellen, wie beispielsweise der gute, alte Röhrenfernseher, bleiben auch bei Bewegung im Bild scharf. Die Interpolation der Zwischenbilder ist allerdings auch fehlerbehaftet, schließlich muss der Algorithmus Bilder »erfinden«, die nicht vorhanden waren. Die Folge sind oft recht künstlich wirkende Bilder und disharmonische Bewegungen.

Dynamische Iris

Eigentlich keine Iris, sondern eine Flügelblende setzt Panasonic ein, um den Lichtstrom zu modulieren. Die Blende lässt abhängig von der Motivhelligkeit mehr oder weniger Licht durch und steigert so den Kontrast zwischen hellen und dunklen Szenen. Den Kontrast innerhalb eines Motivs kann sie nicht verbessern.

Lens Memory

Dieses Feature setzte Panasonic als erster Hersteller ein. Das Objektiv verfährt seinen Fokus, also die Bildschärfe, das Zoom und damit die Brennweite sowie die Bildgröße elektrisch, das ist bequem von der Fernbedienung aus steuerbar. Besonders cool: Man kann mehrere Einstellungen speichern, und der Projektor findet diese auch mit hoher Genauigkeit wieder. Das erlaubt den Einsatz einer CinemaScope-Leinwand ohne anamorphotische Vorsatzlinse, die schnell mal so viel kostet wie der ganze Projektor. Man speichert also die Leinwand-Einstellungen für 16:9 und 21:9 (CinemaScope) und kann dazwischen umschalten. Durch die rein optische Skalierung bleibt auch die Bildqualität maximal.

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