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Die beste Bilddarstellung nahe der High-Definition-Videonorm REC709 liefert beim Panasonic PT-AT5000 tatsächlich der ebenso benannte REC709-Modus. Schon ab Werk zeigte sich die Farbbalance recht genau, allenfalls die leichte Grünbetonung ließ sich mit dem Auge erkennen. Das Gamma liegt quasi perfekt auf der Norm und ist für einen großen Teil der plastischen Tiefenwirkung des Projektors verantwortlich, eben auch bei normalen 2D-Bildern. Weniger toll zeigt sich die Farbdarstellung des Panasonics. Wie im CIE-Grafen zu erkennen, wirkt Grün stets etwas übersättigt (wirkt also »grüner«, als es erscheinen sollte), in der Farbmischung steckt stets zu viel Rot, wie der Luminanz-Graf beweist und stets etwas zu satt wirkende Gesichter im Film erkennen lassen. Mit einer durchschnittlichen Abweichung von Delta-E-Werten um etwa 5 ist das Bild des PT-AT5000 okay, aber nicht wirklich homogen.
Dank Gamma-Equalizer lässt sich der PT-AT5000 in Sachen Farbbalance und Gamma wirklich perfektionieren. Ein Durchschnitts-Delta-E von unter 1 ist Studiomonitor-Niveau. Dieses Ergebnis erfordert allerdings einige Stunden geduldiger Kalibrierung.

Grundlegendes und neue Darstellung

Seit vielen Jahren ist in Deutschland die Software Colorfacts für Bildmessungen in Gebrauch und sie liefert, wie auch bei den Fernsehgeräten in i-fidelity.net, anschauliche Grafen als Ergebnisse, die leicht zu interpretieren sind. Leider lassen sich nicht alle mittlerweile wichtigen Messungen damit ermitteln und darstellen. Für die Messungen im Heimkino-Bereich entschied sich i-fidelity.net daher, mit dem moderneren System Calman zu arbeiten, das wesentlich umfangreicher analysiert. Die resultierenden Grafen lassen sich ebenfalls leicht interpretieren und sollen hier erklärt werden.

Dieser Graf zeigt die grundsätzliche Farbbalance zur Zusammensetzung von Weiß in 10 Stufen von Null bis 100 Prozent Helligkeit (horizontale x-Achse). Der erste Wert Null Helligkeit, also Schwarz, ist von geringer Bedeutung, denn Schwarz ist hoffentlich Schwarz und hat keine Farbe, die Messtoleranz ist daher riesig. Hinzu kommt, dass Abweichungen in den untersten Helligkeitsstufen tolerabel sind, da unser Auge im Dunkeln Farbe schlechter wahrnimmt. Der wichtigste Bereich dieses Grafen liegt zwischen 30 und 80 Prozent Bildhelligkeit, denn in diesem Intervall spielen sich gut 90 Prozent aller Motive ab. Je horizontaler und näher an der 100-Prozent-Achse (vertikale y-Achse) sich die drei Grundfarben bewegen, desto farbneutraler zeigt das Gerät das Bild.
Sie kennen vielleicht die Darstellung des Gammas als Kurve aus Colorfacts. Calman legt die Werte auf eine logarithmische Skala, weshalb das Gamma als Gerade erscheint, was sicht deutlich genauer ablesen lässt. Das Gamma beschreibt die korrekte Darstellung von Helligkeitsschattierungen zwischen Schwarz und Weiß und damit unter anderem, wie plastisch ein Bild erscheint. Standard für Gamma in der Videotechnik ist 2,22. Tolerabel sind Werte von 2,1 bis 2,4, tendenziell die größeren Werte für verdunkelte Räume. Am wichtigsten in diesem Grafen ist, wie konstant und linear die Kurve von 10 bis 90 Prozent Helligkeit (x-Achse) verläuft.
»Delta E« beschreibt den Gesamtfehler, der sich aus der RGB-Balance und dem Gamma ergibt und bezieht darin die subjektive Wahrnehmung ein. Die Marker in den Ampelfarben deuten dabei an, wie signifikant ein Fehlerbereich auffällt. Ein Delta E über 10 ist intolerabel, weil sofort augenfällig. Fehler unter 5 sind tolerabel, aber erkennbar. Werte unter 2,5 lassen sich nur noch im direkten Vergleich mit dem Original erkennen. Werte von 1 und darunter gelten als nicht mehr wahrnehmbar.
Dieser Graf zeigt das CIE 1936 Chart, das das sichtbare Licht repräsentiert. Das helle Dreieck darin beschreibt den mit der Videonorm (REC709) darstellbaren Bereich. Die Kästchen, die sogenannten Targets, zeigen den in der Norm festgelegten Toleranzbereich an, in dem die verschiedenen Grundfarben abgebildet werden müssen, damit die Farbtöne stimmen. Das Beispiel zeigt einen ungebührlich vergrößerten Farbraum bei Grün und Rot, was in zu knalliger Farbdarstellung resultiert, weil beispielsweise das Grün stets etwas »grüner« gezeigt wird, als es auf der Aufnahme vorliegt. Auch über die Farbmischung lassen sich Aussagen treffen, denn die Sekundärfarben Cyan, Magenta und Gelb, die sich aus je zwei Grundfarben zusammensetzen, müssen für eine harmonische Farbdarstellung genau in die Targets treffen.
Zeigt das Gamut CIE Chart die Fartöne und damit die Qualität der Farben, illustrieren die Luminanz-Balken die Quantität der Farbdarstellung, also wie hell eine Farbe in Relation zu Weiß gezeigt wird. Im Beispiel enthält das Bild die korrekte Menge an Grün und allem, was Grün beinhaltet, aber Rot- und Blautöne und in der Folge Magentatöne (setzt sich aus Rot und Blau zusammen) zeigt das Gerät zu hell.
Das Delta E 1994 Chart zeigt die Fehlerabweichung in der Farbdarstellung unter Berücksichtigung der Wahrnehmung. Auch hier gilt wieder die Toleranzkennzeichnung mit den Ampelfarben: Rot, falsche Farben, leicht als solche erkennbar, Gelb, die Abweichung ist erkennbar, aber nicht auffällig, Grün und kleiner, also Werte unter 2,5 lassen sich nur im direkten Vergleich erkennen. In diese Delta E Berechnung fließen Werte aus dem CIE und der Luminanz ein. Wenn Sie also ohne weitere Beschäftigung mit einem Blick eine Qualitätsbeurteilung eines Displays oder Projektors treffen wollen, dann reicht ein Blick auf die beiden Delta E Grafen. Mehr als ein Balken über 10 sollte nie vorkommen, und nur absolute High-End-Geräte werden es schaffen, alle Toleranzen unter 2,5 zu halten.

Panasonic PT-AT5000

Auflösung:   1920 x 1080 Pixel
Anschlüsse:   3 x HDMI, 1 x Komponente, S-Video, Composite, RS-232, VGA, 2 x Trigger/IR-Emitter

Abmessungen (B x H x T):   47,0 x 15,1 x 36,4 Zentimeter
Gewicht:   8,7 Kilogramm

Preis:   3.200 Euro
Garantie:   2 Jahre

 

Panasonics Menü zeigt sich übersichtlich und klar strukturiert. Die Grafik am unteren Rand gibt anschauliche Navigationshinweise.
Zur Feineinstellung der Farbbalance dient für jeden Modus ein RGB-Regler-Sextett. Im gleichen Menü finden sich weitere Funktionen wie die Zwischenbild-Berechnung Frame Creation und die Rauschunterdrückungen.
Zur Feinkalibrierung dient der Gamma-Equalizer, mit dessen Hilfe Experten mit Mess-Equipment die Feinst-Einstellung der Helligkeit jeder Farbschattierung justieren können.
Praktisch: Oft verwendete Funktionen lassen sich der »Function«-Taste der Fernbedienung zuweisen.
Im Menü »Objektiv-Einstellungen« lassen sich die Parameter für Schärfe, Zoom, elektronische Bildposition und -Maskierung verwalten.
Bis zu sechs Objektiv-Einstellungen lassen sich speichern. Mit normaler 16:9-Leinwand wird man nur eine brauchen. Das Testkino der Redaktion benötigt mit seiner CinemaScope-Leinwand zwei. Reichlich Platz also.

Panasonic Deutschland
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Tel.:   0 40 / 85 49 - 0
Fax:   0 40 / 85 49 - 25 00

Internet:   www.panasonic.de

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