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  • Seite 6 Testergebnis KEF E305

Nach dem Konfigurieren aller Kanäle auf »klein«, also bassbegrenzt, und dem Subwoofer auf »ja« im Signalmanagement sowie dem anschließenden Einpegeln kam die Übergangsfrequenz an die Reihe. Schon bei der Premiere des E305 fragten die Tester die Entwickler nach praxisgerechten Werten. Mit 100 Hertz als Ausgangswert läge man ganz gut, hieß es, und in der Tat klang das Set auf Anhieb recht stimmig. Nach diversen Versuchen landeten die Tester bei 90 Hertz. Schon bei diesen ersten Versuchen, die man am besten mit breitbandiger Popmusik gehörmäßig prüft, klang das E305 mit Daft Punks neuem Album »Random Access Memories« sensationell transparent und druckvoll zugleich, wie man das von einem derart kompakten Sub-Sat-System nicht erwartet. Und vor allem klang das System dabei vollkommen entspannt, keine Spur von Anstrengung kam zu Gehör.

Das Set lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Das war umso erstaunlicher, als die Daft-Punk-Aufnahme recht breitbandig bis in sehr tiefe Bassbereiche reicht und dort noch prallen Pegel verlangt. Ein Griff unter das Subwoofer-Gehäuse bestätigte den Testern dann aber auch schon mit fühlbar heftigen Auslenkungen, dass der kleine Subwoofer bereits tüchtig am Arbeiten war. Die Aufnahme bot sich also auch gut dazu an zu probieren, was bei steigender Lautstärke passiert, wenn der Woofer bereits bei Zimmerlautstärke gut zu tun hat. Also steigerten die Tester langsam die Lautstärke und es passierte … nichts: Es wurde ausschließlich lauter. Erst beim Verlassen mietwohnungstauglicher Lautstärken konnte man klar erkennen, dass der Sound schlanker wurde, weil der Begrenzer des Subwoofers einsetzte. Doch der erledigt seine Sache sensationell unauffällig und schützt die tanzende Membran vor dem mechanischen Kollaps. Doch während die meisten Schutzschaltungen und Begrenzer hässliche Störgeräusche erzeugen, bleibt das Klangbild des KEFs lobenswert sauber. Es wurde also Zeit, die nächste Stufe zu zünden…

Weil im Netzwerkplayer ohnehin gerade der Ordner »Daft Punk« geöffnet war, luden die Redakteure den Soundtrack von »Tron Legacy«, der auch von den französischen Disco-Funkern stammt. Im Gegensatz zum neuen Album ist der Soundtrack deutlich fetter abgemischt und komprimiert wie eine Presswurst. Naturgemäß ging nun der KEF-Woofer etwas früher in die Knie und sein Begrenzer wurde etwas deutlicher mit seiner eigenen Kompression hörbar. Aber: Für einen Basserzeuger dieser Größe klang das schlicht sensationell, tönen die meisten Kollegen dieser Klasse deutlich dünner und die Musik und erst recht. Filme zwingen sie viel eher in die Knie. Respekt!

Bei all dem haben die Satelliten die E305-Sets die Ruhe weg. Für solch ein Kompaktsystem klangen sie fast schon audiophil ausgewogen und geschmeidig. Vor allem im Mittel- und Hochtonbereich konnte das Uni-Q-Chassis seine Stärken ausspielen. Es spielte präzise und dennoch entspannt und konnte verblüffende Pegel herausdrücken, dabei wurde es selbst bei großen Lautstärken nie lästig. Und wie von KEFs Entwicklern versprochen, geriet der Übergang zum Subwoofer so unauffällig wie selten. Positiv viel den Testern auch auf, wie angenehm sortiert und dennoch nie übertrieben kontrastiert die Bühnenabbildung gelang. Oft hat man bei Koax-Treibern ein wenig das Gefühl, dass sie Konturen schon etwas überbetonen, das war beim E305 jedoch nicht der Fall. Die Wiedergabe wirkte wunderbar entspannt, dabei dynamisch und sehr breitbandig. Ein solch kompaktes und dabei preiswertes System so ausgewogen hinzubekommen, das gelingt wenigen Herstellern auf diesem Niveau. Das ist wirklich klasse.

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